Freitag, 17. Februar 2012

Herr Wulff, es reicht!!!



Fünf Monate sind es mittlerweile her, seit ich meinen letzten Eintrag hier in meinem Blog gemacht habe - die Interessenten und regelmäßigen Leser mögen mir vergeben.
Ich muss auch ganz ehrlich zugeben, dass es nicht NUR daran lag, dass ich aus beruflichen Gründen zeitlich recht eingespannt bin, ich wollte auch - kommentarlos - die Situation um den Bundespräsidenten Christian Wulff abwarten - und genüsslich schauen, wie sich die Soap-Opera entwickelt.

Ein Freund von mir namens "Matthias" betreibt selbst einen Patrioten-Blog, auf der er heute Nachmittag einen lesenswerten Artikel mit dem Titel "Herr Wulff, es reicht!!!" veröffentlicht hatte. Ich fragte ihn, ob ich seinen Artikel auf meinem Blog übernehmen dürfe, da läuteten die Alarmglocken mit der Nachricht, dass die Staatsanwaltschaft Hannover beantragt hat, die Immunität des Bundespräsidenten Christian Wulff aufzuheben. Die Soap-Opera geht nun zu einem neuen Kapitel über, und die monarchistische Bewegung ist in heller Aufregung.
Natürlich wollen wir schon von Anfang an, dass Herr Wulff von seinem Amt zurück tritt, doch im Vergleich zu den Herrschaften des Bundestages und vor allem denen der Regierungsbank sehen wir die Zeit gekommen, dass die Staatsform Monarchie endlich wieder in unserem Land eingefüht wird, damit wir, damit unser Land nach einer langen Zeit wieder erfahren darf, was Würde, was Integration und Identifikation mit einem Staatsoberhaupt bedeutet. Es kann doch nicht sein, dass das Staatsoberhaupt polarisiert, dass die Nation wochen- oder monatelang sich nur mit dem Thema "Was hat der Bundespräsident in seiner Amtszeit als Ministerpräsident und Parteipolitiker alles getan?" - oder besser: "Was hat Herr Wulff sich alles bezahlen lassen von 'Freunden'?" auseinandersetzt. Ein Staatsoberhaupt muss versuchen, eine Nation zu einen, das Volk soll sich mit ihm identifizieren können, es sollte stolz sein, dass es jemanden an seiner Spitze hat, den man gerne und mit Stolz in der Welt vorzeigt. Wenn man die Nationalhymne singt, sollen einem die Bilder der herrlichen Heimat und das Konterfei des Staatsoberhauptes gleichermaßen vor das geistige Auge kommen.
Doch wir empfinden nur Schmach und Ärger. Wir hören regelrecht das hämische Lachen unserer ausländischen Nachbarn. Und Recht haben sie. Wir ließen uns den mittlerweile schon zehnten Bundespräsidenten ungefragt vor die Nase setzen, auf den sich irgendwelche Parteipolitiker geeinigt hatten. Und hat man sich dann einigermaßen an das Staatsberhaupt gewöhnt, ist seine Amtszeit vorbei und das Geschachere in den Parteien um den Nachfolger geht von Vorne los. Fast schon wehmütig schweift dann unser Blick zu unseren Nachbarländern, in denen gerade in diesen Tagen die Festlichkeiten zum diamantenen Thronjubiläum der englischen Königin statt finden, oder in denen das dänische Volk ihre geliebte Königin feiert, die Ihrem Volk schon seit 40 Jahren vorsteht.

 Prinz Georg Friedrich von Preußen mit seiner Gemahlin Prinzessin Sophie zwischen dem Ehepaar Wulff




Es ist ja nicht so, als würden wir nicht über würdige, unbescholtene, über alle Zweifel erhabene, beliebte und integre Kandidaten verfügen. Da wäre der äußerst beliebte Herzog Carl von Württemberg, der nicht weniger beliebte und kunstsinnige Herzog Franz von Bayern, der Wirtschaftsexperte Prinz Alexander von Sachsen, ... oder natürlich der junge, sympathische, gewandte Erbe auf den Deutschen Kaiserthron, der Urenkel des (vorerst) letzten Deutschen Kaisers, Prinz Georg Friedrich von Preußen, der in der monarchistischen Bewegung als größter Favorit gehandelt wird. Wie der Zufall es will, machte Seine Königliche Hoheit schon seit einem halben Jahr (ungewollt) von sich reden, nachdem er Ende August vergangenen Jahres die äußerst liebenswürdige Prinzessin Sophie von Büdigen-Birstein in der Potsdamer Friedenskirche heiratete, und die ganze Nation am Bildschirm "unsere" königliche Hochzeit mitverfolgen konnte. Dem 300.Geburtstag des Preußenkönigs Friedrichs II. (des Großen) verdankten wir den Umstand, dass Prinz Georg Friedrich von Preußen (als Chef des Hauses Hohenzollern) imJanuar mit seiner Frau zum Essen auf Schloss Bellevue eingeladen wurde, so dass das Volk beide Paare in direktem Vergleich sehen konnte. Bei den Ansprachen zu den Feierlichkeiten zu Ehren des "Alten Fritz" stach der Preußenprinz dann auch noch den Bundespräsidenten (von der Bundeskanzlerin Gnaden) tatsächlich für die ganze Nation sicht- und hörbar aus ...


Nein, liebe Freunde, das Treiben über unsere Köpfe hinweg, das Tanzen auf unseren Nasen muss ein Ende haben. Wir haben Besseres verdient, als uns durch unfähige und unwürdige Hampelmänner in der ganzen Welt lächerlich machen zu lassen. Wir sind es uns und unserer Geschichte schuldig, dass wir uns wieder fester Werte und edler Tugenden besinnen - und einen Monarchen als Staatsoberhaupt fordern, der das alles symbolisiert: Einheit, Würde, Tradition, Tugend, Opferbereitschaft, Pflichtbewusstsein, Disziplin, ... und Ehre.

Aber ich lasse jetzt endlich meinen jungen Freund "Matthias" zu Wort kommen,dem ich für seinen Blogeintrag von Herzen danken, und dem ich für seinen Patrioten-Blog und für seinen Einsatz in der monarchistischen Bewegung viel Erfolg wünschen möchte:

(Heinrich Hoffmann)

 

Herr Wulff, es reicht!!!


Die Affäre, in die sich der Bundespräsident verstrickt hat, dauert nun schon mehr als zwei Monate. In diesen zwei Monaten hat Christian Wulff mehrfach "Aufklärung" und "Transparenz" versprochen. In dem Interview, welches er am 4. Januar 2012 den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF gab, versprach er, die Nachricht, welche er dem Chefredakteur der "Bild" auf das Handy sprach, zu veröffentlichen. Nichts davon hat er bis heute getan. Auf einer Seite im Internet wurden stattdessen 200 Antworten zu 200 Fragen veröffentlicht, die von Politikern und Bürgern gestellt wurden. Transparenz und totale Aufklärung sehen anders aus. Von eigeninitiativem Handeln ist bis heute keine Spur zu sehen, und immer noch fließen die Informationen scheibchenweise. Während schon über 50% der Bürger ihm ihr Vertrauen absprechen, während die deutsche Prominenz - wie auf der Berlinale jüngst zu beobachten war - lieber einen großen Bogen um den Bundespräsidenten macht, um möglichst nicht mit ihm zusammen gesehen zu werden, gräbt die Presse munter immer neue Skandälchen aus! Dabei ist es nicht die Schwere der einzelnen Fehltritte, es ist letztendlich die Menge der Fehltritte, die den Bundespräsidenten als moralische und vertrauenswürdige Instanz untragbar machen!

Seit kurzem wird Christian Wulff  aus den Reihen der CDU/CSU der Rücktritt nahe gelegt. Wenn wir uns andere Persönlichkeiten bei ihren Rücktrittverhalten anschauen, gibt es leuchtende Beispiele: Bundeskanzler Willy Brandt ist 1974 unnötigerweise wegen der Guillaume-Affäre zurückgetreten, seiner Popularität hat das keinen Abbruch getan. Bis heute zählt er zu den beliebtesten und vor allem integersten Politikern Deutschlands.
Am 20. Februar 2010 gegen 23 Uhr fuhr Margot Käßmann in Hannover mit einer Blutalkoholkonzentration von 1,54 ‰ bei Rot über eine Ampelkreuzung und wurde von der Polizei angehalten. In den Medien wurde diese Straftat ab 23. Februar bundesweit thematisiert. Der Rat der EKD sprach Frau Käßmann einstimmig sein Vertrauen aus und sicherte ihr seinen vollen Rückhalt zu, falls sie sich für den Verbleib im Amt entscheide. Jedoch gab Sie am 24. Februar mit folgenden Worten Ihren Rücktritt bekannt:
Die Freiheit, ethische und politische Herausforderungen zu benennen und zu beurteilen, hätte ich in Zukunft nicht mehr so wie ich sie hatte.
Margot Käßmann ist weiterhin sehr beliebt und sehr hoch angesehen in der Gesellschaft, nicht zuletzt durch Ihren Umgang mit eigenen Fehlern.
Wie schaut jetzt aber das Verhalten von Christian Wulff aus? Während Willy Brandt und Margot Käßmann den Schaden an ihrem Amt erkannt haben und ihn durch ihr Handeln möglichst gering hielten, ist bei Christian Wulff etwas ganz anderes wahrzunehmen. Es ist viel mehr als ein Klammern am Amt!

Und was ist wenn er jetzt doch den Rücktritt wählt?

Einige Stimmen behaupten, dass wir uns in eine Staatskrise befänden, wenn Christian Wulff  jetzt zurück träte. Dabei ist es egal ob er zurücktritt oder nicht! Wir befinden uns längst in der Staatskrise! Denn Wulff hat jetzt nur zwei Möglichkeiten. Entweder er tritt zurück, und würde so sein politisches Grab schaufeln - oder er versucht sein Glück, will die Krise aussitzen und muss sich jede Woche neu rechtfertigen (weil mit Sicherheit immer wieder etwas Belastendes gefunden wird). Dabei würde er das Amt aber völlig zerstören! Den Zeitpunkt, an dem er mit würde hätte gehen können, hat er vor Wochen verpasst. Egal ob er geht oder nicht. Seine Würde als Amtsträger hat er verloren, und deshalb wird es irgendwann zum Bruch zwischen dem Volk und Christian Wulff kommen!

Dann stellt sich aber die weitere Frage, ob das Amt an sich noch haltbar wäre!

Sicherlich würde es auch wieder gute Bundespräsidenten geben, jedoch wird auch weiterhin klar sein, dass das Volk nicht an deren Wahl beteiligt sein würde. Und wir können uns auch sicher sein, dass es dieses Problem geben wird, so lange ein Parteipolitiker das Amt des Staatsoberhauptes bekleiden wird! Letztendlich ist doch festzustellen, dass ein Bundespräsident immer von der Unterstützung der Parteien abhängig sein wird und somit Gegenleistung zu erbringen hat. Er wird nie ein echtes Deutsches Staatsoberhaupt sein, denn er wird nie alle Deutsche vertreten können! Sicherlich würde auch ein Monarch angreifbar sein, jedoch würde ein Monarch nie von Parteien abhängig sein. Ein Monarch würde nur dem Volk Rechenschaft schuldig sein, er würde zu 100% unparteiisch - oder sagen wir besser "über"-parteiisch - sein. Der Monarch wäre als moralische Instanz von Parteien unantastbar!

Deshalb sollten wir jetzt die Weichen stellen!
Stellen wir die Weichen zum Übergang von der Republik zur Monarchie.
Zu einem freien Deutschland!

vom "Matthias"


Mittwoch, 19. Oktober 2011

4. Wissenschaftliches Monarchieforum in Büdingen - NACHLESE


NACHLESE



Es war ein fantastisches Wochenende. Es hat einfach ALLES geklappt, und die Erwartungen aller wurden übertroffen. Büdingen ist eine schöne, eine „märchen“-hafte und gastfreundliche Stadt, und alles lag bzw. liegt sehr nahe beieinander. Durch die Straßen und Gässchen flanierend fühlt man sich um 500 Jahre in der Zeit zurückversetzt, und die Stadt Büdingen wird ihrem Ruf, „besterhaltenene mittelalterliche Stadt nördlich der Alpen“ zu sein, wahrhaft gerecht.

Henning von Normann eröffnet das Monarchieforum im "Pferdestall"
Die Erwartungen an das Monarchieforum waren alles andere als hoch, denn der „Pferdestall“ im Kulturzentrum Oberhof in Büdingen ließ im Vorfeld das Schlimmste befürchten, aber ein großer, heller, freundlicher Raum empfing die Tagungsteilnehmer – und es war genug Platz für Tagung UND für das Abendessen freitags und samstags. Von der spätsommerlichen Hitze draußen war gottlob aufgrund der dicken Wände und der kleinen Fenster des Tagungsraumes nicht viel zu spüren – aber es wurden zur Not ja auch mehr als genug Getränke angeboten.

Die Teilnehmerzahl war größer als befürchtet,  und die Atmosphäre war zwar anfänglich eine sich gegenseitig beschnuppernde, dann aber eine herzliche und sehr freundschaftliche, fast schon familiäre. Die Jugend dominierte das Geschehen – so sollte es ja auch sein, und sie meisterten „IHR Monarchieforum“ meisterhaft, teilweise sogar professionell, so dass man großen Stolz auf unsere Jugend empfinden durfte.

Der erste Abend diente dem gegenseitigen Kennenlernen, so dass man sich entschied, nach der herzlichen Begrüßung durch den Sprecher der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft, Herrn Henning von Normann, auf weitere Tagesordnungspunkte zu verzichten. Dafür zeichnete sich der Samstag durch seine Kompaktheit aus. Nach einer Gedenkminute des einen Tag vor dem Beginn des Monarchieforums verstorbenen Professors Dr. Wolfgang Stribnry (TuL), begann Fabian Fesser von der Monarchistischen Jugend, der im Übrigen auch der Webmaster der Internetpräsenz der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft ist, mit seinem Vortrag „Monarchie 2.0 – Moderne Medien als Instrument monarchistischer Organisationen“ , in der er die Bedeutung und die Wichtigkeit der verschiedenen Facetten des Internets hervor hob. Jannis Deter, der neue Vorsitzende der Monarchistischen Jugend, zeichnete in seinem Vortrag „Sakrale Elemente der Monarchie einst und jetzt“ die einstige Bedeutung des „Sakralen“ – in Verbindung auch mit dem „Gottesgnadentum“ – und die Auffassung dieser Elemente im 21. Jahrhundert auf. Das mitten in der Republik Uganda gelegene Königreich Bunyoro-Kitara wurde von seinem Vertreter, Herrn Peter Gummersbach vom Bund aufrechter Monarchisten, vorgestellt. Als Präsident aller Repräsentanten dieses Königreiches weltweit wusste er auf die vielen interessierten Fragen der Tagungsteilnehmer in seiner sympathischen und mit seinem „kölschen Humor“ gewürzten Art immer eine kompetente Antwort.

Höchst interessante Führung durch das Schloss der Fürsten von Ysenburg
Der Nachmittag begann mit einem weiteren Höhepunkt, der den Tagungsteilnehmern bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben wird: Die Führung durch die Burg/das Schloss Büdingen, in dem die Familie des Fürsten von Ysenburg (protestantische Linie) residieren. Es ist aber zu vermuten, dass eher die charmante, liebenswürdige und lebenserfahrene Führerin, Frau Elisabeth Gömmer-Prenntzell, in Erinnerung bleiben wird, weil man sie tatsächlich als „Original“ bezeichnen kann. Sie hat uns während der sehr persönlichen und herzlichen Schlossführung mehrfach ein herzhaftes Schmunzeln hervor gelockt, das uns aber auch noch in 10 Jahren, wenn wir an Büdingen zurück denken, an Sie erinnern wird.

David Heydenreich setzte mit seinem Vortrag „Umgang mit Anfeindungen in Schule/Uni“ die Workshops bzw. die Vortragsreihe fort, und Markus Wilhelm Weingartz referierte über den „Monarchistischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus“. Benjamin Haasis wusste mit seinem Vortrag „Monarchistische Renaissance in der Jugend“ die Zuhörer zu beeindrucken, und Henning von Normann nutzte die Gelegenheit, diesem aufstrebenden Jungautor der „Blauen Narzisse“ die „Goldene Krone“, den Preis der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft für herausragende Leistungen in den Medien im Sinne der monarchistischen Bewegung, unter großem Applaus zu überreichen. Mit seinem viel beachteten und vielgelobten Vortrag „Monarchie als Orientierungspunkt und Stabilitätsanker“ wusste René Häusler, lic. phil. I (M.A.), die Teilnehmer nach einem sehr langen, arbeitsreichen und höchst intensiven Tag noch einmal in seinen Bann zu ziehen.

Die Monarchistische Jugend (MJ) bei der Mitgliederversammlung
Auch wenn dieser Samstag aufgrund seines arbeitsreichen Umfangs in die Geschichte des Monarchieforums eingehen wird, so fanden sowohl die Monarchistische Jugend (vor dem Mittagessen) als auch der Bund aufrechter Monarchisten (nach dem letzten Vortrag) noch Zeit, jeweils eine im Vorfeld einberufene Mitgliederversammlung durchzuführen, um neben sonstigen Dingen auch jeweils einen neuen Vorstand zu wählen. Die Monarchistische Jugend wählte Jannis Deter zu seinem Vorsitzenden, Benjamin Haasis zum 2. Vorsitzenden und Christian Puck zum Kassenwart. In Peter Gummersbach und Markus Wilhelm Weingartz fand der Bund aufrechter Monarchisten
den Geschäftsführenden Vorstand, den Henning von Normann als Kassenwart komplettiert.

Christian Puck wurde von der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft mit der Leitung des Bundes aufrechterbayrischer Monarchisten und Föderalisten e.V. (BabMuF) beauftragt, womit der bisherige kommissarische Vorsitzende Heinrich Hoffmann von seinem Auftrag entbunden wurde.

Der Gottesdienstbesuch zum Abschluss des Monarchieforums gilt als feste Institution, und so trafen sich die Teilnehmer des 4. Wissenschaftlichen Monarchieforums am Sonntag in der „Hauskirche des Fürsten von Ysenburg“, der Büdinger Marienkirche (in der die Tagungsteilnehmer von der Gemeindepfarrerin eigens begrüßt wurden), um gemeinsam mit der Gemeinde  den Familiengottesdienst anlässlich des Erntedank-Sonntags und der Taufe des neuesten Gemeindemitglieds, des kleinen Leander, zu feiern. Die schöne Liturgie in der übervollen großen Kirche wurde festlich vom Gemeindechor und dem Kinderchor musikalisch gestaltet.

Nach dem Gottesdienst zogen die Teilnehmer ein letztes Mal zum „Pferdestall“, um die Tage Revue passieren zu lassen und um „Manöverkritik“ zu üben. Die einzigen Kritikpunkte waren, dass die Organisation der „Fahrgemeinschaften“ besser und intensiver organisiert hätten werden können, und dass es Terminkollisionen mit anderen namhaften bundesweiten monarchienahen Organisationen gegeben hatte. Das wird sich die Deutsche Monarchistische Gesellschaft auch in die Agenda für das Jahr 2012 hinein schreiben, um für das 5. Wissenschaftliche Monarchieforum (in Meißen/Sachsen oder Gotha/Thüringen) in dieser Hinsicht gerade für unsere jüngeren Teilnehmer besser gewappnet zu sein. Das Hauptthema des nächsten Monarchieforums wird sein; „Monarchie und Konstitution“. Es soll die Monarchie von der Grundlage des deutschen und des europäischen Rechts betrachtet werden.

Die Repräsentantin des Königin-Luise-Bundes, Frau Lieselotte Emmrich, überraschte zusammen mit ihrer Tochter Elisabeth alle Teilnehmer des Monarchieforums sowohl am Freitag- als auch am Samstagabend mit einem liebevoll und geschmackvoll aufgebauten und reichhaltigen Buffet, dem  alle mit Begeisterung zusprachen. Die Deutsche Monarchistische Gesellschaft ist den beiden treuen Freundinnen der monarchistischen Bewegung überaus dankbar, und ein paar Blumen reichen  nicht aus, die Dankbarkeit der Tagungsteilnehmer auszudrücken.

Die Monarchistische Jugend (MJ)  
Ein aufrichtiges Dankeschön möchte sich die Deutsche Monarchistische Gesellschaft zum Schluss aufheben für die Freunde, die die Tagung vor und während des Büdinger Monarchieforums mit ihren teilweise großen Talenten unterstützt und mit vorbereitet hatten. Ein Dankeschön ALLEN Teilnehmern des kleinen, bescheidenen, fast schon familiär anmutenden Monarchieforums, welches aufgrund der jugendlichen Frische herausragen wird, kam von der Jugend, die das 4. Monarchieforum dominierte und maßgeblich mitgestaltet hatte. Besonders zur Schlussbesprechung am Sonntag gab es noch wegweisende Ideen und Vorschläge für die Zukunft, die große Auswirkungen haben werden für die gesamte monarchistische Bewegung.

Schon am Montag nach Ende des Büdinger Monarchieforums, werden – auch wenn die Eindrücke und Erlebnisse der Residenzstadt noch nicht ganz verarbeitet worden sein werden – schon die ersten Vorbereitungen für das 5. Wissenschaftliche Monarchieforum beginnen, so dass auch dieses für alle Teilnehmer ein in wissenschaftlicher und in persönlicher Hinsicht ein Erlebnis werden wird. Auch wenn die ersten Referenten erfreulicher Weise schon zugesagt haben, so werden – bis dass alle Referenten die Einladungen positiv beantwortet haben werden - die Interessenten und Freunde gebeten, sich das letzte September- (28.-30.09.) UND/ODER das erste Oktoberwochenende (05.-07.10.) 2012 frei zu halten.

Zum Schluss sei bemerkt, dass sich das Wort von Henning von Normann zu bewahrheiten scheint, der die Vision hatte: „Monarchie hat eine Zukunft“. Die Jungend des 4. Monarchieforums in Büdingen hat in beeindruckender Weise den Grundstein gelegt für eine Zukunft, die gezeichnet sein wird von Aufrichtigkeit, von Freundschaft und dem gemeinsamen Ziel: der Wiedererrichtung der Monarchie in Deutschland.

- DMG -


Mittwoch, 21. September 2011

Willkommen in Deutschland, Papst Benedikt!




Gedanken eines Monarchisten
zum Besuch des Papstes in Deutschland

Die monarchistische Bewegung Deutschlands hält sich aus der Diskussion um den Papstbesuch vom 22. bis 25. September 2011, also eine Woche vor dem in Büdingen statt findenden Monarchieforum, dezent zurück, das ist insofern auch gut so, als konfessionelle Diskussionen dem monarchistischen Gedanken schaden, soll doch die Einführung der Monarchie in Deutschland von allen Gesellschaftsschichten und allen Konfessionen begrüßt und getragen werden, gleichgültig, aus welchem Bundesland sie kommen, welchen Dialekt sie sprechen und in welche Kirche sie gehen.

Doch verfolgen auch Monarchisten beider christlichen Konfessionen voller Sorge die hitzige und in weiten Teilen unfaire Diskussion um den Besuch des Oberhauptes des Vatikanstaates, der ja bekanntlich eines der letzten absoluten Monarchien der Welt ist, auch wenn der Vatikan im Jahre 1968 den päpstlichen Hofstaat und alles, was an Prunk und Protz erinnerte (inklusive der dreifachen Krone, des Triregnums bzw. der Tiara) erinnerte, abgeschafft hatte. Doch Papst Benedikt kommt auf Einladung der Staatsführung, und er hat die Einladung auch sehr gerne angenommen, auch wenn er sich dessen vollkommen bewusst ist, dass die Begrüßung im recht kühlen Deutschland, seiner Heimat, anders ausfallen wird als in den südlicheren Ländern.

Es haben sich nun viele Würdenträger aus Gesellschaft, Kultur und Kirche zu Wort gemeldet, das unverantwortliche und vollkommen unrepräsentative Verhalten von Dutzenden von Bundestagsabgeordneten des Berliner Reichstages zu verurteilen, so dass wir dazu nicht mehr viel sagen brauchen. Dass jedoch Bundespräsident Christian Wulff als der offizielle Gastgeber keine deutlichen Worte findet, seine Landsleute zu ermahnen, Würde und Achtung vor dem Oberhaupt eines ausländischen Staates zu zeigen, zeigt wieder nur ZU deutlich, dass er seiner Aufgabe als Staatsoberhaupt nicht gewachsen ist. Wie soll er auch, repräsentiert er doch eine Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr im Griff hat, die keinen Halt und kein Fundament hat, deren Vergangenheit aus dem Gedächtnis gestrichen wurde und deren Zukunft alles andere als rosig ist. Und dann kommt ein Kirchenführer mit den Worten: „Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Ein Faustschlag in die Magengrube für all jene, deren Jahrzehnte lange Arbeit an einer gottlosen Gesellschaft nun in Gefahr ist. Ein im 85. Lebensjahr stehender Mann kann - so scheint es - doch tatsächlich das Weltgefüge auseinanderbrechen, so wie es einstmals Papst Johannes Paul II. geschafft hatte, ein ganzes sozialistisches System zusammen stürzen zu lassen.

Auch der Blick der gesamten monarchistischen Bewegung ist auf eine Zukunft gerichtet, und wir sind uns dessen bewusst, dass es ohne Gott keine Zukunft geben KANN. Der Monarch übernimmt eine Art Mittlerfunktion zwischen Gott und dem Menschen. Der Monarch an der Spitze der Nation teilt mit uns Freude und Leid, er spendet Worte des Trostes, der Hoffnung und der Zuversicht. Der Monarch vertritt die Geschichte des Volkes und er ist das Symbol für eine segensreiche Zukunft. Der Monarch ist der Vater, zu dem alle Kinder aufschauen in Stunden der nationalen Trauer und der Freude. Im Monarchen entwickelt das Volk das Edle und Gute, der Monarch verleiht dem ganzen Volk Würde, Stolz, (Selbst-)Respekt und Selbstachtung - und Identität.

Wenn der Vertreter der ältesten Institution Europas, die diesen Kontinent maßgeblich geprägt hat, Perspektiven für eine Zukunft bieten kann, mit der wir uns der Kultur des Todes entreißen und in der Familien, Kinder, Frauen, Alte und Kranke in Würde und in Zufriedenheit leben können, dann wäre es eine Unverschämtheit, ihm das Wort zu verbieten. Immerhin preisen doch die Repräsentanten aller Parteien Deutschlands gebetsmühlenartig ihre Weltoffenheit und Toleranz … Doch der einzige, der sich in seiner bisher sechsjährigen Amtszeit als weltoffen und tolerant gezeigt hat, ist derjenige, den Medien und „Volksvertreter“ als den Gralshüter verkrusteter Strukturen und mittelalterlichen Ansichten versuchen hinzustellen, aber auch nur deshalb, weil die Kirche, die der Papst repräsentiert, mit dem Begriff „Zeit“ nicht zu erfassen ist, genau so wenig, wie Gott und die Wahrheit selbst nicht auf ein Gestern, ein Heute oder auf ein Morgen beschränkt werden können.

Nur Monarchisten wissen um den Wert der Geschichte, sie wissen um Erhaltens- und Liebenswertes. Sie wissen um die Figur an des Volkes Spitze, dem es von seinen Vorvätern her gelegen ist, das Althergebrachte in eine Zukunft hinein zu tragen, damit die Menschen, die der Monarch repräsentiert, Orientierung und Halt haben. Sie wissen um die Verantwortung des Monarchen vor der Geschichte, der Verantwortung des Monarchen vor einer Macht, die höher ist als er, gibt SIE ihm doch erst die Gabe und die Macht, Recht von Unrecht, Gut von Böse zu unterscheiden. Der Monarch weiß, dass Geschichte in einem Entwicklungsprozess ist und auf die nicht mit Gewalt von heute auf morgen nach einem gottlosen und (damit auch) menschenverachtenden Weltbild eingegriffen werden kann, ohne das der Mensch an sich Schaden davon trägt.

Papst Benedikt XVI. ist ein Monarch, auf dessen Schultern eine zweitausendjährige Tradition lastet. Die größten Geister der Geschichte haben an dieser Tradition gearbeitet, und manche haben sogar ihr Leben dafür gelassen. Auch ein Papst, mag er NOCH so modern eingestellt sein, kann beim besten Willen nicht von heute auf morgen diese Traditionen aufgeben, ohne Verrat an seinem Amt und an Gott, den er ja (traditionsgemäß) auf Erden vertritt, zu begehen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist sich desen eingedenk, dass nicht jede Forderung, mögen noch so viele "fortschrittlich" gesonnene Menschen noch so laut schreien, der Wahrheit und der Tradition entspricht. So bleibt ihm einzig, überall auf der Welt als Anwalt für die Vernunft einzutreten, eine Vernunft, die mit Wahrheit und Glaube einhergeht.

Glaube, Wahrheit und Vernunft sind nun aber Begriffe, mit denen sich die "Diktatur des Relativismus" nun GAR nicht identifizieren kann. Der Glaube an den Dreienen wurde ausgemerzt, die Unvernunft regiert unseren Staat, während wir mit Unwahrheiten gefüttert werden. Wer soll sich da wundern, dass der alte Mann aus Rom hier in seiner Heimat nun nicht so phrenetisch gefeiert und dessen Begrüßung in Deutschland nicht so herzlich ausfallen wird, ist er einer der wenigen, wenn nicht sogar der einzige, der unserer Gesellschaft den Spiegel der Selbsterkenntnis vorzuhalten in der Lage ist, indem er den Begriff der "Freiheit", der unserer Gesellschaft ja so lieb und teuer ist, als wertlos betrachtet, wenn er nicht mit Solidarität einher geht. Freiheit, die auf Kosten anderer ausgelebt wird (und das ist ja in unserem Land der Fall), "ist keine Freiheit, sondern schuldhaftes Handeln". Und die Leidtragenden an unserer "heiligen Freiheit" sind die Ungeborenen, die Alten, Kranken und alle, die am Rand unserer Gesellschaft stehen. 

Als Monarchist UND als Katholik (das eine schließt ja das andere nicht aus), freue ich mich über den Besuch des Oberhaupt des Vatikanstaates. Ich schließe mich den Millionen an, die Papst Benedikt aufs Herzlichste Willkommen heißen. Hören wir auf das, was er uns zu sagen hat - es wird ja keinem Schaden. Es sei denn, man befürchtet, dass Benedikt XVI. dem einen oder anderen die Wahrheit um die Ohren hauen könnte; und was gibt es Schlimmeres, als die Wahrheit zu erfahren?

Herzlich Willkommen, Papst Benedikt!


Mittwoch, 3. August 2011

Der Mut zur Wahrheit (aus "Junge Freiheit")

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Heute erlaube ich mir, einen Artikel der Berliner Wochenzeitung "Junge Freiheit" zu veröffentlichen, ohne vorher um Genehmigung gebeten zu haben. Ich hoffe, sie werden mir vergeben. Aber ich finde den Artikel über S. Em. Clemens August Kardinal Graf von Galen und seinen "Mut zur Wahrheit" hervorragend (im wahrsten Sinne des Wortes), und dem Artikel ist m.E. größtmögliche Verbreitung zu wünschen.

Es ist nicht nur zu wünschen, dass möglichst viele unserer ach so "aufgeklärten" Bürger diesen Artikel lesen, es wäre auch zu wünschen, dass die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft, Kultur UND (besonders) Kirche den Artikel von Jürgen Liminski zu lesen bekämen. Auch das Verschweigen und Vertuschen der Wahrheit, womit wir es heute überall zu tun haben, ist Unwahrheit, ist Lug und Betrug an der Gesellschaft, ist ist sträfliche Missachtung der Verantwortung, die man an der Gesellschaft hat, ist Missachtung des "Bewusstsein[s] seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen" (Grundgesetz, Präambel). Ein Schweigen zu gesellschaftlichen Missständen, wie z.B. dem Töten Unschuldiger, ist Vorschubleisten der Unwahrheit. Mit dem Schweigen unterstützt man die Missstände, mit dem Schweigen wird man Mit-Täter.

Ich möchte höchst ungerne den nachfolgenden Generationen Rechenschaft ablegen müssen, warum ich UN-WAHR (der englische Begriff "untrue" [= un-treu] drückt es besser aus) war; ich werde schon genug vor dem himmlischen Gericht zu verantworten haben.

H.H.



Der Mut zur Wahrheit

Von Jürgen Liminski
(Mittwoch, 3. August 2011)

Wie jede Diktatur so lebte auch das Dritte Reich von der Verblendung, der Lüge und der Desinformation. Deshalb ist die Wahrheit, die „Enthüllung der Wirklichkeit“, wie sie der Münsteraner Philosoph Josef Pieper nannte, auch mit die größte Gefahr für Diktaturen. Und es war eine Enthüllung, als der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen (1878–1946), am 3. August 1941 eine Predigt hielt über den Massenmord an Geisteskranken (Euthanasie) durch die Nationalsozialisten. „In finsterer Zeit hat er das Licht der Wahrheit aufgerichtet und den Mut des Widerstands gegen die Macht der Tyrannei gezeigt“, sagte Papst Benedikt XVI. anläßlich der Seligsprechung des späteren Kardinals am 9. Oktober 2005. 

Clemens August Graf von Galen (2. von rechts) bei seiner Bischofsweihe
in Münster am 28. Oktober 1933 Foto: Wikipedia/Bundesarchiv

Diesen Mut zur Wahrheit hatten nicht alle Bischöfe damals. Es gelang von Galen nicht, die Bischofskonferenz zu einem gemeinsamen Wort für das Leben, für das Naturrecht zu bewegen. Deshalb entschloß er sich, allein auf die Kanzel zu gehen. Er wußte, daß er viel, vielleicht sein Leben risikierte. diese Predigt zu halten. Aber es gebe, sagte er von der Kanzel, „heilige Gewissensverpflichtungen, von denen niemand uns befreien kann, die wir erfüllen müssen, koste es, was es wolle, koste es uns selbst das Leben“. 

Die Predigt wurde mit den anderen beiden Brandpredigten unzählige Male vervielfältigt und sogar von den Alliierten als Flugblätter abgeworfen. Die anderen beiden Predigten wandten sich gegen den Terror der Gestapo und die Enteignung von Ordenshäusern. Auf diese Weise erfuhren viele Deutsche erst von dem bereits laufenden Massenmord an Behinderten und Geisteskranken und man darf annehmen, daß das Regime daraufhin das Morden vorsichtiger anging und dadurch viele Menschen gerettet wurden.  

Von Galen erstattete sogar Anzeige wegen Mordes

Das Euthanasiegesetz war zwar schon knapp zwei Jahre zuvor, am Tag des Kriegsbeginns, dem 1. September 1939 erlassen worden. Aber seine Anwendung geschah im stillen und abseits der ohnehin gegängelten Öffentlichkeit. Dennoch wandte sich der Berliner Kardinal Bertram schon im August 1940 in einem scharfen Schreiben an die Reichskanzlei. Darin wies er auf die „Anerkennung des unersetzlichen Wertes der menschlichen Person“ hin. 

Von Galen ging darüber hinaus. Er enthüllte die Wirklichkeit im nationalsozialistischen Deutschland, als er anprangerte, „daß man (bei der Anwendung der Euthanasie-Gesetze) jener Lehre folgt, die behauptet, man dürfe so genannt lebensunwertes Leben vernichten, also unschuldige Menschen töten, wenn man meint, ihr Leben sei für Volk und Staat nichts mehr wert. Eine furchtbare Lehre, die die Ermordung Unschuldiger rechtfertigen will, die die gewaltsame Tötung der nicht mehr arbeitsfähigen Invaliden, unheilbar Kranken, Altersschwachen grundsätzlich freigibt.“ 

Und er nannte Beispiele: „Der erste Transport der schuldlos zum Tode Verurteilten ist von Marienthal abgegangen. Und aus der Heil- und Pflegeanstalt Warstein sind, wie ich höre, bereits 800 Kranke abtransportiert worden.“ 

Und er ging noch einen Schritt weiter, indem er Anzeige wegen Mordes erstattete: „Als ich von dem Vorhaben erfuhr, Kranke aus Marienthal abzutransportieren, um sie zu töten, habe ich am 28. Juli bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Münster und bei dem Herrn Polizeipräsidenten in Münster Anzeige erstattet.“ 

„Der Löwe von Münster“
 
Er habe dies schriftlich und mit den Worten getan: „Da ein derartiges Vorgehen nicht nur dem göttlichen und natürlichen Sittengesetz widerstreitet, sondern auch als Mord nach Paragraph 211 des Reichsstrafgesetzbuches mit dem Tode zu bestrafen ist, erstatte ich gemäß Paragraph 139 des Reichsstrafgesetzbuches pflichtgemäß Anzeige und bitte, die bedrohten Volksgenossen unverzüglich durch Vorgehen gegen die den Abtransport und die Ermordung beabsichtigenden Stellen zu schützen und mir von dem Veranlaßten Nachricht zu geben.“  

Diese Predigt Galens steigerte die Wut der Nationalsozialisten ins Maßlose. Hohe Parteifunktionäre forderten, dem Bischof einen Schauprozeß zu machen und ihn auf dem Domplatz von Münster öffentlich zu hängen. Doch Goebbels und Hitler erkannten, daß ein solches Vorgehen ihnen in diesen Kriegszeiten mehr schaden als nutzen würde. Der Bischof war zu diesem Zeitpunkt schon zu bekannt – über seine Diözese hinaus wurde er wegen seines Muts „der Löwe von Münster“ genannt –, so daß das Regime sich nicht traute, gegen ihn persönlich vorzugehen. 

Aber mindestens zehn Priester wurden festgenommen und in Konzentrationslager verbracht, viele Laien wurden wegen der Verbreitung der Predigt verhaftet. Die Abrechnung mit dem Bischof und überhaupt dem Klerus sollte nach dem „Endsieg“ erfolgen. 

Galens Sätze haben nicht an Bedeutung verloren
 
„Du sollst nicht töten! Dieses Gebot Gottes, des einzigen Herrn, der das Recht hat, über Leben und Tod zu bestimmen, war von Anfang an in die Herzen der Menschen geschrieben, längst bevor Gott den Kindern Israels am Berge Sinai sein Sittengesetz mit jenen lapidaren, in Stein gehauenen, kurzen Sätzen verkündet hat.“ Man kann von Galens Worte auch als prophetisch bezeichnen. Und es bedarf keiner politisch-militärischen Gewaltdiktatur, es reicht schon die Meinungsdiktatur, die Verhüllung der Wirklichkeit durch politische Korrektheit und durch Schweigen, um die Bedeutung solcher Sätze von Galens auch für unsere Zeit zu sehen.  

„Wenn einmal zugegeben wird, daß Menschen das Recht haben, unproduktive Mitmenschen zu töten, (…) dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also an den unheilbar Kranken, den arbeitsunfähigen Krüppeln, den Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben.“ Ist das nicht auch die Problematik bei der aktiven Sterbehilfe und bei PID? Und ist nicht beim permanenten Skandal der Abtreibung, dem Supergau von heute (Kardinal Meisner), längst die Grenze überschritten, wo man mit von Galen fragen kann: „Hast du, habe ich nur solange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind, solange wir von anderen als produktiv anerkannt werden?“  

Es gibt auch heute nur einige Bischöfe und nur wenige „C-Politiker“, die den Skandal und die Verfemung in der veröffentlichten Meinung nicht fürchten. Schon in seinem ersten Hirtenbrief vom Tag seiner Bischofsweihe, dem 28. Oktober 1933, machte von Galen deutlich, daß die Pflicht zur Entscheidung über erforderliche Weisungen und Warnungen für seine Diözese allein auf ihm und seinem Gewissen laste. Niemand könne sie ihm abnehmen: „Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll mich jemals hindern, diese Pflicht zu erfüllen.“ Die Enthüllung der Wirklichkeit verlangt Mut. Der Mut aber ist das Geheimnis der Freiheit, wie schon Perikles in seiner berühmten Begräbnisrede sagte. Das gilt für alle Zeiten.


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Samstag, 9. Juli 2011

"Ich kenne keine Parteien mehr ..."

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Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Ereignis, wie der Heimgang SKKH Erzherzog Ottos von Österreich, so manchen Zeitgenossen in den Ruf der monarchistischen Vereinigungen mit ein stimmen lässt, die Monarchie wieder einzuführen - und das ist auch gut so!

Vor wenigen Tagen habe ich eine Mail an eine überschaubare Gruppe Monarchisten geschickt, um nachzufragen, ob mein Verdacht, dass der Wunsch oder der Gedanken nach einer Wiedereinführung der Monarchie eingeschlafen sei oder ob ich mich irre.
Hier meine Gedanken: (größere Ansicht)



Das Ergebnis:

An die (noch!) interessierten Monarchisten,

die Diskussion per Mail (über Facebook) ist noch im Gange, auch wenn sie von MEINEM Standpunkt aus als gescheitert zu betrachten ist und demzufolge auch von meiner Seite beendet wurde – schwersten Herzens.

Ich KANN verstehen, ich KANN sehr gut nachvollziehen, dass junge, engagierte Menschen das Erreichen ihres Zieles nur darin zu erreichen meinen, indem sie sich in (irgend-)einer Partei, die konservativ und der Monarchie an sich nicht GANZ abgeneigt ist, eintragen.

Ich habe insofern meine Meinung vertreten, als dass ich davon überzeugt bin, dass nicht die monarchistische Vereinigung wie z.B. der Bund aufrechter Monarchisten (BaM) ein Instrumentarium einer politischen Partei sein darf, so wie auch das Ziel, nämlich die (Wieder-)Einführung der Monarchie, nie einer Partei zu verdanken sein, so wie auch die Bitte an den betreffenden Thronprätendenten, die Krone zu nehmen, nie von einer Partei abhängen darf, mag sie NOCH so „konservativ“ sein. Es ist das Volk, das den zukünftigen Monarchen durch Deputierte die Bitte übertragen lässt. Ein Monarch wird sich verständlicherweise hüten, eine Krone von einer bestimmten Partei angetragen zu bekommen.

Das Hauptproblem, das ich sehe, liegt darin, dass die jungen, engagierten Menschen schon in mehreren Parteien involviert sind (die Wenigsten in "etablierte, bürgerlichen Parteien"), die alle das Wort „Konservativ“ auf ihre Fahne geschrieben haben. An sich ist das eine zu lobende Tatsache, WENN es der Wiedereinführung der Monarchie auf absehbare Zeit nichts bringen wird, weil sich die Arbeit in einer Partei sich mit allen möglichen der Gesellschaft brennenden Themen befassen wird, von denen die Monarchie das (wahrscheinlich) am wenigsten Brennende ist. Parteien sind erfahrungsgemäß ZU vielen Kompromissen unterworfen, um auch nur kleine Ziele zu erreichen, wovon die berühmte 5-Prozent-Hürde anfangs das Schwierigste ist.

Nicht dass man mich falsch versteht: Parteien können, dürfen und sollen die monarchistischen Vereinigungen unterstützen, aber es kann nicht umgekehrt sein, dass die monarchistischen Vereine die Handlanger der Parteien sind, vor allem deshalb, weil die Mitglieder der monarchistischen Vereine in verschiedenen Parteien eingetragen oder doch zumindest an ihnen interessiert sind. Der monarchistische Gedanke braucht so viele Unterstützer wie möglich, und wenn eine konservative Partei in ihrem Programm erklärt, dass sie sich für die Wiedereinführung der Monarchie einsetzt, dann hilft es der Idee an sich, auf dass der Begriff "Staatsform Monarchie" für Deutschland und Österreich endlich seinen "alten, verstaubten, antidemokratischen und militaristischen" Schatten verliert, den man ihm aus Kalkül angedichtet hat.

Dass aber die Monarchie alles andere als alt und verstaubt, dass Monarchie alles andere als antidemokratisch und militaristisch ist, WISSEN aber die Menschen, vor allem die Millionen, die bei königlichen/fürstlichen Hochzeiten oder anderen Anlässen vor dem Fernsehschirm sitzen und insgeheim wünschen, dass wir doch auch wieder einen Monarchen als Idenditäts- und Integrationsfigur an der Spitze unseres (demokratisch geprägten) Staates hätten. Doch dem Deutschen und dem Österreicher hat man in mehr als 90 Jahren eingeimpft, dass es in den Bereich des Verfassungsschutzes gehört, wenn man auch nur auf die Idee kommt, an eine Monarchie auf (groß-)deutschem Boden zu denken. Wir Monarchisten wissen aber, dass der Wunsch, der Wille und die Forderung nach der Staatsform Monarchie vollkommen legitim ist, denn immerhin ist es das Grundrecht des Volkes, seine eigene Staatsform selbst zubestimmen.

Wer aber IST es, der das Volk "aufklärt", ihm den Weg ebnet und gemeinsam MIT dem Volk eines Tages an den zukünftigen Monarchen heran tritt, um ihn zu bitten, den Willen des Volkes zu akzeptieren, sich auf den Thron seiner Vorfahren zu setzen? Es ist NICHT eine Partei, so konservativ und monarchienah sie auch sein mag! Eine Partei und eine monarchistische Vereinigung können aber im engsten Dialog zueinander stehen, und es ist auch der Partei anzuraten, einen Vertreter der monarchistischen Vereinigung als Deputierten vorzustellen, der das Ressort "Monarchie" vertritt - sollte es der Partei tatsächlich ernst mit diesen Thema sein.

Man muss es mal ganz objektiv betrachten: Parteien haben seit einigen Jahrzehnten sehr an ihrer Glaubwürdigkeit verloren, und all die kleinen Parteien, die sich im Laufe des Linksdralls der einstmals "konservativen" bürgerlichen Parteien wie der CDU als "konservative, soziale, werteorientierte" Parteien gegründet wurden, werden aufgrund der Parteienverdrossenheit nicht ernst genommen oder sogar ignoriert. Dafür können die neuen Parteien, deren Programme in der Tat sehr interessant und erstrebenswert sind, nichts. Aber wenn eine Partei verkündet, dass sie die Wiedereinführung der Monarchie will, wird man sie wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Um aber ernst genommen zu werden, wird sich die Partei eines Tages vielleicht überlegen müssen, diesen "unwichtigen" Passus aus dem Programm zu nehmen, "weil es ja wichtigere, weitaus brennendere Themen gibt, die unsere Gesellschaft unmittelbar betrifft". DAS kann einer monarchistischen Vereinigung nicht passieren, weil die Wiedereinführung der Monarchie der einzige Programmpunkt ist - ES SEI DENN, die monarchistische Vereinigung entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem Nostalgie- und Traditionsverein und verlässt den Weg, der zu einer Zukunft mit einem Monarchen an der Staatsspitze führt, um sich nur "der guten alten Zeit" zu widmen.

Um nun zum Schluss zu kommen: "DIE Monarchie", die wir (Monarchisten) als für unsere Gesellschaft (Deutschland UND Österreich) höchst erstrebenswerte Staatsform betrachten: Wie kann sie eher erlangt werden? Durch eine monarchistische Vereinigung, die ausschließlich zur Erreichung dieses Ziels gegründet wurde, deren einziges Interesse der (Vereins-)Mitglieder es ist, den zukünftigen Monarchen auf dem Thron zu sehen, und deren Daseinsberechtigung mit der Krönung des zukünftigen Monarchen verwirkt sein wird - oder durch eine Partei, deren monarchistisches Interesse nur EINES von vielen ist. Die konservative Partei braucht die Mitarbeit der konservativen Monarchisten, aber die Monarchisten brauchen keine Parteien, vor allem nicht, wenn es mehrere sind - das ist zumindest MEINE Meinung. Dennoch will ich den Austausch zwischen den beiden auf keinen Fall in Abrede stellen - ganz im Gegenteil. DER und DAS Konservative ist für unsere Gesellschaft fast schon überlebenswichtig, weil wir uns einem Verfall aller Werte und Ideale gegenüber sehen - eine Feststellung, die überraschenderweise sogar die Medien mittlerweile  mit uns teilt.

"Bei uns [Monarchisten] kommt es auf das 'TUN' an", schreibt Henning von Normann, und er führt fort, dass wir uns zusammen tun sollten. MEINE Interpretation seiner Worte ist, dass Monarchisten sich guten Gewissens in Parteien engagieren könnten - es kann, sofern die Partei eine konservative Ausrichtung hat, der Gesellschaft nur dienlich sein. Zur Erreichung unseres Zieles jedoch, der Wiedereinführung der Monarchie, ist es wichtig, dass mehr Konservative, vollkommen gleichgültig, welcher konservativen Partei sie angehören, sich in den verschiedenen monarchistischen Vereinigungen eintragen und hier aktiv werden sollten, um  MIT zu helfen, den EINEN Punkt ihres Progrmms (sofern es einer ist) auf absehbare Zeit Wirklichkeit werden zu lassen: Die Wiedereinführung der Monarchie.

H.H.

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