Mittwoch, 21. September 2011

Willkommen in Deutschland, Papst Benedikt!




Gedanken eines Monarchisten
zum Besuch des Papstes in Deutschland

Die monarchistische Bewegung Deutschlands hält sich aus der Diskussion um den Papstbesuch vom 22. bis 25. September 2011, also eine Woche vor dem in Büdingen statt findenden Monarchieforum, dezent zurück, das ist insofern auch gut so, als konfessionelle Diskussionen dem monarchistischen Gedanken schaden, soll doch die Einführung der Monarchie in Deutschland von allen Gesellschaftsschichten und allen Konfessionen begrüßt und getragen werden, gleichgültig, aus welchem Bundesland sie kommen, welchen Dialekt sie sprechen und in welche Kirche sie gehen.

Doch verfolgen auch Monarchisten beider christlichen Konfessionen voller Sorge die hitzige und in weiten Teilen unfaire Diskussion um den Besuch des Oberhauptes des Vatikanstaates, der ja bekanntlich eines der letzten absoluten Monarchien der Welt ist, auch wenn der Vatikan im Jahre 1968 den päpstlichen Hofstaat und alles, was an Prunk und Protz erinnerte (inklusive der dreifachen Krone, des Triregnums bzw. der Tiara) erinnerte, abgeschafft hatte. Doch Papst Benedikt kommt auf Einladung der Staatsführung, und er hat die Einladung auch sehr gerne angenommen, auch wenn er sich dessen vollkommen bewusst ist, dass die Begrüßung im recht kühlen Deutschland, seiner Heimat, anders ausfallen wird als in den südlicheren Ländern.

Es haben sich nun viele Würdenträger aus Gesellschaft, Kultur und Kirche zu Wort gemeldet, das unverantwortliche und vollkommen unrepräsentative Verhalten von Dutzenden von Bundestagsabgeordneten des Berliner Reichstages zu verurteilen, so dass wir dazu nicht mehr viel sagen brauchen. Dass jedoch Bundespräsident Christian Wulff als der offizielle Gastgeber keine deutlichen Worte findet, seine Landsleute zu ermahnen, Würde und Achtung vor dem Oberhaupt eines ausländischen Staates zu zeigen, zeigt wieder nur ZU deutlich, dass er seiner Aufgabe als Staatsoberhaupt nicht gewachsen ist. Wie soll er auch, repräsentiert er doch eine Gesellschaft, die sich selbst nicht mehr im Griff hat, die keinen Halt und kein Fundament hat, deren Vergangenheit aus dem Gedächtnis gestrichen wurde und deren Zukunft alles andere als rosig ist. Und dann kommt ein Kirchenführer mit den Worten: „Wo Gott ist, da ist Zukunft.“ Ein Faustschlag in die Magengrube für all jene, deren Jahrzehnte lange Arbeit an einer gottlosen Gesellschaft nun in Gefahr ist. Ein im 85. Lebensjahr stehender Mann kann - so scheint es - doch tatsächlich das Weltgefüge auseinanderbrechen, so wie es einstmals Papst Johannes Paul II. geschafft hatte, ein ganzes sozialistisches System zusammen stürzen zu lassen.

Auch der Blick der gesamten monarchistischen Bewegung ist auf eine Zukunft gerichtet, und wir sind uns dessen bewusst, dass es ohne Gott keine Zukunft geben KANN. Der Monarch übernimmt eine Art Mittlerfunktion zwischen Gott und dem Menschen. Der Monarch an der Spitze der Nation teilt mit uns Freude und Leid, er spendet Worte des Trostes, der Hoffnung und der Zuversicht. Der Monarch vertritt die Geschichte des Volkes und er ist das Symbol für eine segensreiche Zukunft. Der Monarch ist der Vater, zu dem alle Kinder aufschauen in Stunden der nationalen Trauer und der Freude. Im Monarchen entwickelt das Volk das Edle und Gute, der Monarch verleiht dem ganzen Volk Würde, Stolz, (Selbst-)Respekt und Selbstachtung - und Identität.

Wenn der Vertreter der ältesten Institution Europas, die diesen Kontinent maßgeblich geprägt hat, Perspektiven für eine Zukunft bieten kann, mit der wir uns der Kultur des Todes entreißen und in der Familien, Kinder, Frauen, Alte und Kranke in Würde und in Zufriedenheit leben können, dann wäre es eine Unverschämtheit, ihm das Wort zu verbieten. Immerhin preisen doch die Repräsentanten aller Parteien Deutschlands gebetsmühlenartig ihre Weltoffenheit und Toleranz … Doch der einzige, der sich in seiner bisher sechsjährigen Amtszeit als weltoffen und tolerant gezeigt hat, ist derjenige, den Medien und „Volksvertreter“ als den Gralshüter verkrusteter Strukturen und mittelalterlichen Ansichten versuchen hinzustellen, aber auch nur deshalb, weil die Kirche, die der Papst repräsentiert, mit dem Begriff „Zeit“ nicht zu erfassen ist, genau so wenig, wie Gott und die Wahrheit selbst nicht auf ein Gestern, ein Heute oder auf ein Morgen beschränkt werden können.

Nur Monarchisten wissen um den Wert der Geschichte, sie wissen um Erhaltens- und Liebenswertes. Sie wissen um die Figur an des Volkes Spitze, dem es von seinen Vorvätern her gelegen ist, das Althergebrachte in eine Zukunft hinein zu tragen, damit die Menschen, die der Monarch repräsentiert, Orientierung und Halt haben. Sie wissen um die Verantwortung des Monarchen vor der Geschichte, der Verantwortung des Monarchen vor einer Macht, die höher ist als er, gibt SIE ihm doch erst die Gabe und die Macht, Recht von Unrecht, Gut von Böse zu unterscheiden. Der Monarch weiß, dass Geschichte in einem Entwicklungsprozess ist und auf die nicht mit Gewalt von heute auf morgen nach einem gottlosen und (damit auch) menschenverachtenden Weltbild eingegriffen werden kann, ohne das der Mensch an sich Schaden davon trägt.

Papst Benedikt XVI. ist ein Monarch, auf dessen Schultern eine zweitausendjährige Tradition lastet. Die größten Geister der Geschichte haben an dieser Tradition gearbeitet, und manche haben sogar ihr Leben dafür gelassen. Auch ein Papst, mag er NOCH so modern eingestellt sein, kann beim besten Willen nicht von heute auf morgen diese Traditionen aufgeben, ohne Verrat an seinem Amt und an Gott, den er ja (traditionsgemäß) auf Erden vertritt, zu begehen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist sich desen eingedenk, dass nicht jede Forderung, mögen noch so viele "fortschrittlich" gesonnene Menschen noch so laut schreien, der Wahrheit und der Tradition entspricht. So bleibt ihm einzig, überall auf der Welt als Anwalt für die Vernunft einzutreten, eine Vernunft, die mit Wahrheit und Glaube einhergeht.

Glaube, Wahrheit und Vernunft sind nun aber Begriffe, mit denen sich die "Diktatur des Relativismus" nun GAR nicht identifizieren kann. Der Glaube an den Dreienen wurde ausgemerzt, die Unvernunft regiert unseren Staat, während wir mit Unwahrheiten gefüttert werden. Wer soll sich da wundern, dass der alte Mann aus Rom hier in seiner Heimat nun nicht so phrenetisch gefeiert und dessen Begrüßung in Deutschland nicht so herzlich ausfallen wird, ist er einer der wenigen, wenn nicht sogar der einzige, der unserer Gesellschaft den Spiegel der Selbsterkenntnis vorzuhalten in der Lage ist, indem er den Begriff der "Freiheit", der unserer Gesellschaft ja so lieb und teuer ist, als wertlos betrachtet, wenn er nicht mit Solidarität einher geht. Freiheit, die auf Kosten anderer ausgelebt wird (und das ist ja in unserem Land der Fall), "ist keine Freiheit, sondern schuldhaftes Handeln". Und die Leidtragenden an unserer "heiligen Freiheit" sind die Ungeborenen, die Alten, Kranken und alle, die am Rand unserer Gesellschaft stehen. 

Als Monarchist UND als Katholik (das eine schließt ja das andere nicht aus), freue ich mich über den Besuch des Oberhaupt des Vatikanstaates. Ich schließe mich den Millionen an, die Papst Benedikt aufs Herzlichste Willkommen heißen. Hören wir auf das, was er uns zu sagen hat - es wird ja keinem Schaden. Es sei denn, man befürchtet, dass Benedikt XVI. dem einen oder anderen die Wahrheit um die Ohren hauen könnte; und was gibt es Schlimmeres, als die Wahrheit zu erfahren?

Herzlich Willkommen, Papst Benedikt!


Mittwoch, 3. August 2011

Der Mut zur Wahrheit (aus "Junge Freiheit")

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Heute erlaube ich mir, einen Artikel der Berliner Wochenzeitung "Junge Freiheit" zu veröffentlichen, ohne vorher um Genehmigung gebeten zu haben. Ich hoffe, sie werden mir vergeben. Aber ich finde den Artikel über S. Em. Clemens August Kardinal Graf von Galen und seinen "Mut zur Wahrheit" hervorragend (im wahrsten Sinne des Wortes), und dem Artikel ist m.E. größtmögliche Verbreitung zu wünschen.

Es ist nicht nur zu wünschen, dass möglichst viele unserer ach so "aufgeklärten" Bürger diesen Artikel lesen, es wäre auch zu wünschen, dass die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft, Kultur UND (besonders) Kirche den Artikel von Jürgen Liminski zu lesen bekämen. Auch das Verschweigen und Vertuschen der Wahrheit, womit wir es heute überall zu tun haben, ist Unwahrheit, ist Lug und Betrug an der Gesellschaft, ist ist sträfliche Missachtung der Verantwortung, die man an der Gesellschaft hat, ist Missachtung des "Bewusstsein[s] seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen" (Grundgesetz, Präambel). Ein Schweigen zu gesellschaftlichen Missständen, wie z.B. dem Töten Unschuldiger, ist Vorschubleisten der Unwahrheit. Mit dem Schweigen unterstützt man die Missstände, mit dem Schweigen wird man Mit-Täter.

Ich möchte höchst ungerne den nachfolgenden Generationen Rechenschaft ablegen müssen, warum ich UN-WAHR (der englische Begriff "untrue" [= un-treu] drückt es besser aus) war; ich werde schon genug vor dem himmlischen Gericht zu verantworten haben.

H.H.



Der Mut zur Wahrheit

Von Jürgen Liminski
(Mittwoch, 3. August 2011)

Wie jede Diktatur so lebte auch das Dritte Reich von der Verblendung, der Lüge und der Desinformation. Deshalb ist die Wahrheit, die „Enthüllung der Wirklichkeit“, wie sie der Münsteraner Philosoph Josef Pieper nannte, auch mit die größte Gefahr für Diktaturen. Und es war eine Enthüllung, als der Bischof von Münster, Clemens August Graf von Galen (1878–1946), am 3. August 1941 eine Predigt hielt über den Massenmord an Geisteskranken (Euthanasie) durch die Nationalsozialisten. „In finsterer Zeit hat er das Licht der Wahrheit aufgerichtet und den Mut des Widerstands gegen die Macht der Tyrannei gezeigt“, sagte Papst Benedikt XVI. anläßlich der Seligsprechung des späteren Kardinals am 9. Oktober 2005. 

Clemens August Graf von Galen (2. von rechts) bei seiner Bischofsweihe
in Münster am 28. Oktober 1933 Foto: Wikipedia/Bundesarchiv

Diesen Mut zur Wahrheit hatten nicht alle Bischöfe damals. Es gelang von Galen nicht, die Bischofskonferenz zu einem gemeinsamen Wort für das Leben, für das Naturrecht zu bewegen. Deshalb entschloß er sich, allein auf die Kanzel zu gehen. Er wußte, daß er viel, vielleicht sein Leben risikierte. diese Predigt zu halten. Aber es gebe, sagte er von der Kanzel, „heilige Gewissensverpflichtungen, von denen niemand uns befreien kann, die wir erfüllen müssen, koste es, was es wolle, koste es uns selbst das Leben“. 

Die Predigt wurde mit den anderen beiden Brandpredigten unzählige Male vervielfältigt und sogar von den Alliierten als Flugblätter abgeworfen. Die anderen beiden Predigten wandten sich gegen den Terror der Gestapo und die Enteignung von Ordenshäusern. Auf diese Weise erfuhren viele Deutsche erst von dem bereits laufenden Massenmord an Behinderten und Geisteskranken und man darf annehmen, daß das Regime daraufhin das Morden vorsichtiger anging und dadurch viele Menschen gerettet wurden.  

Von Galen erstattete sogar Anzeige wegen Mordes

Das Euthanasiegesetz war zwar schon knapp zwei Jahre zuvor, am Tag des Kriegsbeginns, dem 1. September 1939 erlassen worden. Aber seine Anwendung geschah im stillen und abseits der ohnehin gegängelten Öffentlichkeit. Dennoch wandte sich der Berliner Kardinal Bertram schon im August 1940 in einem scharfen Schreiben an die Reichskanzlei. Darin wies er auf die „Anerkennung des unersetzlichen Wertes der menschlichen Person“ hin. 

Von Galen ging darüber hinaus. Er enthüllte die Wirklichkeit im nationalsozialistischen Deutschland, als er anprangerte, „daß man (bei der Anwendung der Euthanasie-Gesetze) jener Lehre folgt, die behauptet, man dürfe so genannt lebensunwertes Leben vernichten, also unschuldige Menschen töten, wenn man meint, ihr Leben sei für Volk und Staat nichts mehr wert. Eine furchtbare Lehre, die die Ermordung Unschuldiger rechtfertigen will, die die gewaltsame Tötung der nicht mehr arbeitsfähigen Invaliden, unheilbar Kranken, Altersschwachen grundsätzlich freigibt.“ 

Und er nannte Beispiele: „Der erste Transport der schuldlos zum Tode Verurteilten ist von Marienthal abgegangen. Und aus der Heil- und Pflegeanstalt Warstein sind, wie ich höre, bereits 800 Kranke abtransportiert worden.“ 

Und er ging noch einen Schritt weiter, indem er Anzeige wegen Mordes erstattete: „Als ich von dem Vorhaben erfuhr, Kranke aus Marienthal abzutransportieren, um sie zu töten, habe ich am 28. Juli bei der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Münster und bei dem Herrn Polizeipräsidenten in Münster Anzeige erstattet.“ 

„Der Löwe von Münster“
 
Er habe dies schriftlich und mit den Worten getan: „Da ein derartiges Vorgehen nicht nur dem göttlichen und natürlichen Sittengesetz widerstreitet, sondern auch als Mord nach Paragraph 211 des Reichsstrafgesetzbuches mit dem Tode zu bestrafen ist, erstatte ich gemäß Paragraph 139 des Reichsstrafgesetzbuches pflichtgemäß Anzeige und bitte, die bedrohten Volksgenossen unverzüglich durch Vorgehen gegen die den Abtransport und die Ermordung beabsichtigenden Stellen zu schützen und mir von dem Veranlaßten Nachricht zu geben.“  

Diese Predigt Galens steigerte die Wut der Nationalsozialisten ins Maßlose. Hohe Parteifunktionäre forderten, dem Bischof einen Schauprozeß zu machen und ihn auf dem Domplatz von Münster öffentlich zu hängen. Doch Goebbels und Hitler erkannten, daß ein solches Vorgehen ihnen in diesen Kriegszeiten mehr schaden als nutzen würde. Der Bischof war zu diesem Zeitpunkt schon zu bekannt – über seine Diözese hinaus wurde er wegen seines Muts „der Löwe von Münster“ genannt –, so daß das Regime sich nicht traute, gegen ihn persönlich vorzugehen. 

Aber mindestens zehn Priester wurden festgenommen und in Konzentrationslager verbracht, viele Laien wurden wegen der Verbreitung der Predigt verhaftet. Die Abrechnung mit dem Bischof und überhaupt dem Klerus sollte nach dem „Endsieg“ erfolgen. 

Galens Sätze haben nicht an Bedeutung verloren
 
„Du sollst nicht töten! Dieses Gebot Gottes, des einzigen Herrn, der das Recht hat, über Leben und Tod zu bestimmen, war von Anfang an in die Herzen der Menschen geschrieben, längst bevor Gott den Kindern Israels am Berge Sinai sein Sittengesetz mit jenen lapidaren, in Stein gehauenen, kurzen Sätzen verkündet hat.“ Man kann von Galens Worte auch als prophetisch bezeichnen. Und es bedarf keiner politisch-militärischen Gewaltdiktatur, es reicht schon die Meinungsdiktatur, die Verhüllung der Wirklichkeit durch politische Korrektheit und durch Schweigen, um die Bedeutung solcher Sätze von Galens auch für unsere Zeit zu sehen.  

„Wenn einmal zugegeben wird, daß Menschen das Recht haben, unproduktive Mitmenschen zu töten, (…) dann ist grundsätzlich der Mord an allen unproduktiven Menschen, also an den unheilbar Kranken, den arbeitsunfähigen Krüppeln, den Invaliden der Arbeit und des Krieges, dann ist der Mord an uns allen, wenn wir alt und altersschwach und damit unproduktiv werden, freigegeben.“ Ist das nicht auch die Problematik bei der aktiven Sterbehilfe und bei PID? Und ist nicht beim permanenten Skandal der Abtreibung, dem Supergau von heute (Kardinal Meisner), längst die Grenze überschritten, wo man mit von Galen fragen kann: „Hast du, habe ich nur solange das Recht zu leben, solange wir produktiv sind, solange wir von anderen als produktiv anerkannt werden?“  

Es gibt auch heute nur einige Bischöfe und nur wenige „C-Politiker“, die den Skandal und die Verfemung in der veröffentlichten Meinung nicht fürchten. Schon in seinem ersten Hirtenbrief vom Tag seiner Bischofsweihe, dem 28. Oktober 1933, machte von Galen deutlich, daß die Pflicht zur Entscheidung über erforderliche Weisungen und Warnungen für seine Diözese allein auf ihm und seinem Gewissen laste. Niemand könne sie ihm abnehmen: „Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht soll mich jemals hindern, diese Pflicht zu erfüllen.“ Die Enthüllung der Wirklichkeit verlangt Mut. Der Mut aber ist das Geheimnis der Freiheit, wie schon Perikles in seiner berühmten Begräbnisrede sagte. Das gilt für alle Zeiten.


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Samstag, 9. Juli 2011

"Ich kenne keine Parteien mehr ..."

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Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Ereignis, wie der Heimgang SKKH Erzherzog Ottos von Österreich, so manchen Zeitgenossen in den Ruf der monarchistischen Vereinigungen mit ein stimmen lässt, die Monarchie wieder einzuführen - und das ist auch gut so!

Vor wenigen Tagen habe ich eine Mail an eine überschaubare Gruppe Monarchisten geschickt, um nachzufragen, ob mein Verdacht, dass der Wunsch oder der Gedanken nach einer Wiedereinführung der Monarchie eingeschlafen sei oder ob ich mich irre.
Hier meine Gedanken: (größere Ansicht)



Das Ergebnis:

An die (noch!) interessierten Monarchisten,

die Diskussion per Mail (über Facebook) ist noch im Gange, auch wenn sie von MEINEM Standpunkt aus als gescheitert zu betrachten ist und demzufolge auch von meiner Seite beendet wurde – schwersten Herzens.

Ich KANN verstehen, ich KANN sehr gut nachvollziehen, dass junge, engagierte Menschen das Erreichen ihres Zieles nur darin zu erreichen meinen, indem sie sich in (irgend-)einer Partei, die konservativ und der Monarchie an sich nicht GANZ abgeneigt ist, eintragen.

Ich habe insofern meine Meinung vertreten, als dass ich davon überzeugt bin, dass nicht die monarchistische Vereinigung wie z.B. der Bund aufrechter Monarchisten (BaM) ein Instrumentarium einer politischen Partei sein darf, so wie auch das Ziel, nämlich die (Wieder-)Einführung der Monarchie, nie einer Partei zu verdanken sein, so wie auch die Bitte an den betreffenden Thronprätendenten, die Krone zu nehmen, nie von einer Partei abhängen darf, mag sie NOCH so „konservativ“ sein. Es ist das Volk, das den zukünftigen Monarchen durch Deputierte die Bitte übertragen lässt. Ein Monarch wird sich verständlicherweise hüten, eine Krone von einer bestimmten Partei angetragen zu bekommen.

Das Hauptproblem, das ich sehe, liegt darin, dass die jungen, engagierten Menschen schon in mehreren Parteien involviert sind (die Wenigsten in "etablierte, bürgerlichen Parteien"), die alle das Wort „Konservativ“ auf ihre Fahne geschrieben haben. An sich ist das eine zu lobende Tatsache, WENN es der Wiedereinführung der Monarchie auf absehbare Zeit nichts bringen wird, weil sich die Arbeit in einer Partei sich mit allen möglichen der Gesellschaft brennenden Themen befassen wird, von denen die Monarchie das (wahrscheinlich) am wenigsten Brennende ist. Parteien sind erfahrungsgemäß ZU vielen Kompromissen unterworfen, um auch nur kleine Ziele zu erreichen, wovon die berühmte 5-Prozent-Hürde anfangs das Schwierigste ist.

Nicht dass man mich falsch versteht: Parteien können, dürfen und sollen die monarchistischen Vereinigungen unterstützen, aber es kann nicht umgekehrt sein, dass die monarchistischen Vereine die Handlanger der Parteien sind, vor allem deshalb, weil die Mitglieder der monarchistischen Vereine in verschiedenen Parteien eingetragen oder doch zumindest an ihnen interessiert sind. Der monarchistische Gedanke braucht so viele Unterstützer wie möglich, und wenn eine konservative Partei in ihrem Programm erklärt, dass sie sich für die Wiedereinführung der Monarchie einsetzt, dann hilft es der Idee an sich, auf dass der Begriff "Staatsform Monarchie" für Deutschland und Österreich endlich seinen "alten, verstaubten, antidemokratischen und militaristischen" Schatten verliert, den man ihm aus Kalkül angedichtet hat.

Dass aber die Monarchie alles andere als alt und verstaubt, dass Monarchie alles andere als antidemokratisch und militaristisch ist, WISSEN aber die Menschen, vor allem die Millionen, die bei königlichen/fürstlichen Hochzeiten oder anderen Anlässen vor dem Fernsehschirm sitzen und insgeheim wünschen, dass wir doch auch wieder einen Monarchen als Idenditäts- und Integrationsfigur an der Spitze unseres (demokratisch geprägten) Staates hätten. Doch dem Deutschen und dem Österreicher hat man in mehr als 90 Jahren eingeimpft, dass es in den Bereich des Verfassungsschutzes gehört, wenn man auch nur auf die Idee kommt, an eine Monarchie auf (groß-)deutschem Boden zu denken. Wir Monarchisten wissen aber, dass der Wunsch, der Wille und die Forderung nach der Staatsform Monarchie vollkommen legitim ist, denn immerhin ist es das Grundrecht des Volkes, seine eigene Staatsform selbst zubestimmen.

Wer aber IST es, der das Volk "aufklärt", ihm den Weg ebnet und gemeinsam MIT dem Volk eines Tages an den zukünftigen Monarchen heran tritt, um ihn zu bitten, den Willen des Volkes zu akzeptieren, sich auf den Thron seiner Vorfahren zu setzen? Es ist NICHT eine Partei, so konservativ und monarchienah sie auch sein mag! Eine Partei und eine monarchistische Vereinigung können aber im engsten Dialog zueinander stehen, und es ist auch der Partei anzuraten, einen Vertreter der monarchistischen Vereinigung als Deputierten vorzustellen, der das Ressort "Monarchie" vertritt - sollte es der Partei tatsächlich ernst mit diesen Thema sein.

Man muss es mal ganz objektiv betrachten: Parteien haben seit einigen Jahrzehnten sehr an ihrer Glaubwürdigkeit verloren, und all die kleinen Parteien, die sich im Laufe des Linksdralls der einstmals "konservativen" bürgerlichen Parteien wie der CDU als "konservative, soziale, werteorientierte" Parteien gegründet wurden, werden aufgrund der Parteienverdrossenheit nicht ernst genommen oder sogar ignoriert. Dafür können die neuen Parteien, deren Programme in der Tat sehr interessant und erstrebenswert sind, nichts. Aber wenn eine Partei verkündet, dass sie die Wiedereinführung der Monarchie will, wird man sie wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Um aber ernst genommen zu werden, wird sich die Partei eines Tages vielleicht überlegen müssen, diesen "unwichtigen" Passus aus dem Programm zu nehmen, "weil es ja wichtigere, weitaus brennendere Themen gibt, die unsere Gesellschaft unmittelbar betrifft". DAS kann einer monarchistischen Vereinigung nicht passieren, weil die Wiedereinführung der Monarchie der einzige Programmpunkt ist - ES SEI DENN, die monarchistische Vereinigung entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem Nostalgie- und Traditionsverein und verlässt den Weg, der zu einer Zukunft mit einem Monarchen an der Staatsspitze führt, um sich nur "der guten alten Zeit" zu widmen.

Um nun zum Schluss zu kommen: "DIE Monarchie", die wir (Monarchisten) als für unsere Gesellschaft (Deutschland UND Österreich) höchst erstrebenswerte Staatsform betrachten: Wie kann sie eher erlangt werden? Durch eine monarchistische Vereinigung, die ausschließlich zur Erreichung dieses Ziels gegründet wurde, deren einziges Interesse der (Vereins-)Mitglieder es ist, den zukünftigen Monarchen auf dem Thron zu sehen, und deren Daseinsberechtigung mit der Krönung des zukünftigen Monarchen verwirkt sein wird - oder durch eine Partei, deren monarchistisches Interesse nur EINES von vielen ist. Die konservative Partei braucht die Mitarbeit der konservativen Monarchisten, aber die Monarchisten brauchen keine Parteien, vor allem nicht, wenn es mehrere sind - das ist zumindest MEINE Meinung. Dennoch will ich den Austausch zwischen den beiden auf keinen Fall in Abrede stellen - ganz im Gegenteil. DER und DAS Konservative ist für unsere Gesellschaft fast schon überlebenswichtig, weil wir uns einem Verfall aller Werte und Ideale gegenüber sehen - eine Feststellung, die überraschenderweise sogar die Medien mittlerweile  mit uns teilt.

"Bei uns [Monarchisten] kommt es auf das 'TUN' an", schreibt Henning von Normann, und er führt fort, dass wir uns zusammen tun sollten. MEINE Interpretation seiner Worte ist, dass Monarchisten sich guten Gewissens in Parteien engagieren könnten - es kann, sofern die Partei eine konservative Ausrichtung hat, der Gesellschaft nur dienlich sein. Zur Erreichung unseres Zieles jedoch, der Wiedereinführung der Monarchie, ist es wichtig, dass mehr Konservative, vollkommen gleichgültig, welcher konservativen Partei sie angehören, sich in den verschiedenen monarchistischen Vereinigungen eintragen und hier aktiv werden sollten, um  MIT zu helfen, den EINEN Punkt ihres Progrmms (sofern es einer ist) auf absehbare Zeit Wirklichkeit werden zu lassen: Die Wiedereinführung der Monarchie.

H.H.

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Montag, 4. Juli 2011

"Als wär's ein Stück von mir" (in memoriam SKKH Erzherzog Dr. Otto von Österreich)

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Wie ein kleiner Enkel, der genau weiß, dass sein Großvater, der schon SEHR alt ist, eines Tages sterben wird, der es aber in seiner Kindlichkeit nicht wahr haben, der es mit aller Gewalt verdrängen will, habe ich mich gefühlt, und zwar seit dem Tag, an dem IKKH Erzherzogin Regina Ihre bescheidene, liebenswürdige, engagierte Seele im vergangenen Jahr dem Herrn zurück gegeben hat. Nun muss sich der Enkel damit abfinden und die schmerzliche Tatsache zu verarbeiten versuchen: Er ist tot:

SKKH Erzherzog Dr. Otto von Habsburg ist am frühen Morgen des heutigen 4. Juli 2011 friedlich und im Kreise seiner Familie - vor allem seiner 7 Kinder - im bayrischen Pöcking am Starnberger See eingeschlafen.


SKKH Erzherzog Dr.Otto von Österreich
(* 20.11.1912 + 04.07.2011)


Wie ein kleiner Enkel, so habe ich voller Achtung, voller Respekt und voller Liebe zu "meinem Großvater" aufgeschaut, der fast 100 Jahre hinter sich hatte, dessen Leben allerdings unruhiger und turbulenter kaum sein konnte, nur weil sein Vater Kaiser von Österreich und König von Ungarn war. Und von diesem Vater hatte er vieles geerbt: KEIN Land, keine Krone und kein Szepter, aber den Glauben, die Friedensliebe und das Verantwortungsbewusstsein für ein christliches, ein geeintes Europa, das seine Stärke nur aus DEM gewinnen konnte, was ihm seine Jahrtausende alte Geschichte hinterlassen, was ihm die Identität aus der Seele jeder einzelnen Nation zu geben hatte. Doch nun ist er, dessen Herz ausschließlich für Europa geschlagen hatte, tot - und vielleicht auch sein Vermächtnis.

Wie ein kleiner Enkel sitze ich nun da, die Tränen unterdrückend aber neben dem tiefen Schmerz auch Stolz im Herzen verspürend. Stolz auf den "Großvater", den ALLE verehrten oder doch zumindest achteten und respektierten. Er hatte mit Leidenschaft und mit Herz den Menschen in Europa etwas zu sagen, und sie alle hörten ihm auch zu - auch wenn sie einen entgegengesetzten Weg eingeschlagen haben. Das Europa, das wir heute vorfinden, ist nicht das Europa, das Erzherzog Otto von Österreich vorgeschwebt hatte. ER wollte keinen Einheitsbrei an ihre Souveränität verlorenen Länder, sondern Europa von starken, christlich geprägten, souveränen Nationen, die eben NUR aus ihrer Souveränitat und geschichtlichen Identität heraus jeder das Ihrige zu einem starken, selbstvewussten und friedlichen, auf ihre christlichen Prinzipien basierenden Europa beitragen könnten. Doch nun sehen wir erniedrigte Völker, die keine Herkunft und kein Ziel kennen, die ihre Kultur und ihre Identität einem zerstörerischen Relativismus aufgeopfert haben.

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Ruhe in Frieden, Otto von Habsburg-Lothringen

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Wie ein kleiner Enkel betrachte ich mir die Bilder aus dem fast 100-jährigen Leben "meines Großvaters", dessen Vater Kaiser von Österreich und König von Ungarn, Böhmen, Mähren, ... war, der am 1. April 1922 im Rufe der Heiligkeit im madeirischen Funchal vertorben, und der vor 7 Jahren zu Ehren der Altäre erhoben wurde. Am 1. April 1989 wurde Kaiserin Zita, eine kluge, stolze, starke und überaus fromme Frau in der Kapuzinergruft beigesetzt, und auch ihre Seligsprechung ist auf dem Wege.
Als kaiserlicher und königlicher Prinz, als Erzherzog von Österreich kam Otto auf die Welt, hatte sogar die Krönung in Budapest miterlebt, doch dann hallte der Pistolenschuss von Sarajewo auf Erzherzog Franz Ferdinand durch den ganzen europäischen Kontinent und weit darüber hinaus. Das Leben, das dann für die Habsburg-Familie begann, ist mit "turbulent" noch recht schmeichelhaft beschrieben. Selbst die Tatsache, dass er eines der größten Feinde des Naziregimes galt, lässt meinen Stolz auf "meinen Großvater" nur noch größer werden, denn wie viele Menschen hatten denn den Mut, nicht nur davor zu warnen, sondern auch öffentlich "NEIN" zu sagen?
Dass Erzherzog Dr. Otto von Österreich unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer alles daran setzte, auch den Fall des "Eisernen Vorhangs" zuwege zu bringen, trug ihm nur zu einem weiteren Artikel im Geschichtsbuch ein wie auch die Tatsache, dass gerade ER, der sein Land liebte, von den politisch Verantwortlichen Österreichs wie die Pest gemieden wurde; vielleicht sahen sie in IHM eine große Gefahr(?).

Wie ein kleiner Enkel fühle ich mich und schaue ich stolz auf das Bild "meines über alles geliebten Großvaters", der nicht "plötzlich und unerwartet" von uns gegangen, dessen Tod wir aber weit weg von uns geschoben haben und dessen Heimgang uns aber nun ein unfassbar großes Stück von uns mitgerissen hat.
... Nein, SKKH Erzherzog Dr. Otto von Habsburg IST nicht mein Großvater, aber ich bin Monarchist, und in der Monarchie ist es nun mal so, dass man sich mit seinem (Staats-)Oberhaupt identifizieren darf, soll, kann. Der Monarch begleitet einen sein ganzes Leben lang, in Erzherzog Ottos Fall sogar das ganze Leben meiner Eltern und Großeltern. Wenn vom Hause Österreich die Rede war, dann ist es SEIN Bild, das mir immer vor Augen kam - genauso wie seinerzeit Franz Josef I. das Bild Österreich-Ungarn unverwechselbar geprägt hatte.

Doch nun ist er nicht mehr - und wir werden Otto von Habsburg-Lothringen furchtbar vermissen, weil er ein kluger, frommer, bescheidener, gemütlicher, humorvoller, großherziger und großzügiger, liebenswerter und liebevoller großer Mann war - das Idealbild eines Großvaters, das Idealbild eines Monarchen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sein Tod dazu beitragen wird, in Europa ein Umdenken einzuleiten, dass nicht nur sein Bild nicht verschwinden, sondern dass auch seine Idee des "Europa der Väterländer" eines Tages Wirklichkeit werden wird.

Mir, seinem "kleinen, seinem überaus traurigen Enkel", wird SKKH Erzherzog Otto von Österreich auf ewig in guter Erinnerung bleiben. Mir, als einem Monarchisten, wird mein Einsatz stets zu SEINER Erinnerung und Ehre sein. Möge Erzherzog Otto in Gott, unserem himmlischen Vater, seine wohlverdiente Ruhe finden.
Gott erhalte, Gott beschütze
Unsern Kaiser, unser Land!
Mächtig durch des Glaubens Stütze
Führt er uns mit weiser Hand!
Laßt uns seiner Väter Krone
Schirmen wider jeden Feind:
Innig bleibt mit Habsburgs Throne
Österreichs Geschick vereint.

In Verbannung, fern den Landen

Weilst Du, Hoffnung Österreichs.

Otto, treu in festen Banden

Steh’n zu Dir wir felsengleich.

Dir, mein Kaiser, sei beschieden

Alter Ruhm und neues Glück!

Bring den Völkern endlich Frieden,

Kehr zur Heimat bald zurück!



Nun kehrt er, Österreichs und Europas Hoffnung, zur Heimat zurück. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Erzherzogin Regina von Österreich werden seine sterblichen Überreste am Samstag, den 16. Juli 2011, in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt werden. Als wär's ein Stück von MIR, das in diesem wunderschönen, diesem ergreifenden spanischen Hofzeremoniell zu Grabe getragen wird - so wird es sein, wenn ich - wie ein kleiner Enkel - Abschied von "meinem geliebten Großvater" nehmem muss ... Lebt wohl, kaiserliche und königliche Hoheit Erzherzog Otto, Lebe wohl, Otto von Habsburg, wir werden Dich sehr vermissen, auch wenn wir der Gewissheit sind, dass Du nun Deinen Platz am himmlischen Thron einnahmen darfst. Wir sind stolz darauf, dass Du - wie "unser Großvater" - uns unser Leben lang begleitet hast durch Deine Ideen, Deine Visionen, Deine Taten.


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Lang lebe das Haus Habsburg-Lothringen!
Lang lebe SKKH Erzherzog Karl von Österreich!
Lang lebe die Monarchie!


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Mittwoch, 4. Mai 2011

Wir heiraten










Seine Königliche Hoheit
Prinz Georg Friedrich Ferdinand von Preußen
(* 10. Juni 1976)

und

Ihre Durchlaucht
Prinzessin Sophie von Isenburg-Birstein
(* 7. April 1978),
Tochter von Fürst Franz Alexander und
Fürstin Christine (geb. Gräfin von Saurma) von Isenburg

schließen am 27. August 2011, 12.00 Uhr,
in der Friedenskirche Potsdam
(am Grünen Gitter 3, 14469 Potsdam,
im Schlosspark von Sanssouci)
den Bund fürs Leben.





Wenn man von Freunden eine Einladung erhält, wo "Wir heiraten" oder "Wir trauen uns" als Einleitung steht, ist meist die Freunde sehr groß. Wenn ein Paar sich entschließt, den Bund fürs Leben zu schließen, dann ist das alles andere als Privatsache. Besonders auf dem Land versteht man weitaus besser, dass eine Hochzeit ein Ereignis ist, das die ganze Gesellschaft betrifft, gründen doch ein Mann und eine Frau eine neue Keimzelle der Gesellschaft.

Vom christlichen Standpunkt aus betrachtet ist die Ehe eines der sieben Sakramente, von Jesus Christus selbst eingesetzt - die Ehe ist somit heilig, ein heiliger Bund, ein heiliges Gelöbnis. Der Mensch ist von sich aus schon ein Ebenbild Gottes, doch durch das Eingehen des Ehe-Bundes wird der Mensch, also Mann und Frau, nicht nur zum Teihaber an der Schöpfung, sondern quasi zum MIT-Schöpfer. Mann und Frau werden EINS, um den Schöpfungsplan Gottes aufzunehmen und fortzusetzen.

Von daher war es von jeher (in allen Kulturen) Brauch, dass nicht nur die Familie, sondern die ganze Dorfgemeinschaft Anteil hat an den Hochzeitsfeierlichkeiten eines Paares. Oft wurde tagelang gefeiert ... Heutzutage ist die Ehe fast schon etwas Bedeutungsloses geworden, man genießt sogar schon großes Ansehen, wenn man mehrere Male geheiratet hat. Das kommt auch nicht von Ungefähr: Ehrenworte und Treueschwüre haben in etwa den gleichen Wert wie ein lappidar dahingesagter Nebensatz - man fühlt sich in der heutigen Zeit nicht mehr an irgendetwas gebunden, warum also an einen Treueschwur?

Doch eine Ehebund, vor Gott und den Menschen geschlossen, ist ein Lebensbund, "bis dass der Tod [...] sie scheide", und "was immer Gott gebunden, das DARF(!!!) der Mensch nicht trennen".
Also verzichten viele Paare auf den kirchlichen Segen und trauen sich nur noch im bzw. ins Standesamt ...

Wenn sich aber ein Spross eines Königshauses entschließt, den Bund mit einer Frau einzugehen, dass ist das ein Ereignis von nationalem Charakter, selbst wenn das Königshaus als "nicht regierend" bezeichnet wird. Doch auch hier erleben wir einen drastischen Werteverfall, wenn wir zum Beispiel im englischen Königshaus beobachten, dass drei von vier Kindern der britischen Königin, die sich alle vor Gott und einem millionenfachen Publikum den Treueschwur gegeben haben, bereits geschieden sind und sich zum Teil - zur größten Freude der Boulevardpresse - "herrliche" Rosenkriege lieferten. Interessanterweise ist das Volk aber in Sachen "Scheidung" in Königshäusern etwas sensibler, und man beobachtet einen starken Verlust des Vertrauens in die Monarchie und des Ansehens des Königshauses, wenn Angehörige eben dieses Königshauses allzu "weltlich" bzw. "bürgerlich" werden, denn hier erwartet das Volk schon, dass sich an Versprechen, Schwüre und Abmachungen gehalten wird - zu Recht!

Der Monarch und seine ganze Familie spiegelt die Gesellschaft wieder, die königliche Familie verkörpert - wenn man es genau nimmt - "das Schöne, Edle und Gute" einer Nation. Von daher blickt die Nation auch immer zur "First Family", an der sie sich orientieren kann. Und - was besonders im heutigen Zeitalter der "Yellow-Press" zu beobachten ist - die "First Family" ist nicht mehr privat, sie hat so gut wie keine Privatsphäre mehr - was die Monarchenfamilie unter enormen Druck setzt. Aber nicht nur in diesen Zeiten des "gläsernen Palastes", wo (Dank der Boulevard-Presse) jeder Schritt und Tritt der Monarchenfamilie unter beobachtung steht, sondern zu allen Zeiten war eine Hochzeit eine Veranstaltung von nationaler Tragweite, erst Recht dann, wenn es sich um einen Thronfolger handelt. Denn dadurch, dass der Thronfolger seine Braut ehelicht, sichert er den Fortbestand der Dynastie, was nicht nur im Interesse des Monarchen, sondern der ganzen Nation ist.
Wir hier in Deutschand leben nun mal seit 93 Jahren nicht mehr in einer Monarchie, doch der Urenkel des (vorerst) letzten Kaisers, Prinz Georg Friedrich von Preußen, wird am 27. August 2011 Prinzessin Sophie von Isenburg-Birstein das Jawort geben. Es ist für das Haus Hohenzollern (dessen Oberhaupt Prinz Georg Friedrich ist), das in diesem Jahr sein 950. Bestehen feiert, ein Jahrhundertereignis - und die Nation darf miterleben, wie am 27. August 2011 in Potsdam Geschichte geschrieben wird.

... Die Nation ...

Wer interessiert sich denn überhaupt dafür, wenn sich im fernen Potsdam ein Herr von Preußen und eine Frau von Isenburg das "Ja"-Wort geben. HAT es denn überhaupt irgendeinen zu interessieren? Wir dürfen nicht vergessen, dass Deutschland keine Monarchie mehr ist, dass dieses Land sogar den Adel abgeschafft hat ... von daher geht uns das alles nichts an. Freuen dürfen sich die Familien von Hohenzollern und von Isenburg, freuen darf sich die relativ überschaubare Schar der eingeladenen Gäste. Und es freut sich eine große Schar von ausländischen Freunden. Ihre Reaktionen auf die Verlobung und die Bekanntgabe des Hochzeitstermines lässt uns Deutschen Anhänger der Monarchie schon fast vor Neid erblassen. Wir Deutschen haben eh den Ruf, in Sachen Monarchie recht unterkühlt zu sein - immerhun wurden wir ja auch dahingehend erzogen, alles, was mit Monarchie zu tun hat, als "res non grata" zu betrachten. Auch die Medien, die sich anderenorts in Sachen "königliche Hochzeit" regelrecht überschlaen, beschränken sich in "unserem" Fall lediglich auf eine kurzen Bericht, dass das Haus Preußen die Verlobung bekanntgegeben hat - Punkt.

Doch hier haben die Medien nicht mit UNS gerechnet, mit den Freunden und Anhängern der monarchistischen Staatsform. Wir freuen uns, als ob ein Mitglied unserer eigener Familie sich anschicken würde, vor den Traualtar zu treten. Wir freuen uns - nicht weil wir ein Stück "Glanz und Glamour" haben werden, sondern weil ein kleines Stück Geschichte gegenwärtig wird. Wir freuen uns, weil wir tagtäglich mehr werden, die diese Freude mit uns teilen - Freude, die wir mit dem Haus Preußen und dem Haus Isenburg teilen. Denn eine Hochzeit ist nun mal - so sehr man sich auch bemüht - KEINE Privatangelegenheit, sondern die ganze Gesellschaft hat Teil daran.

Gott segne den neuen Ehebund,
Gott schütze und behüte
das Haus Preußen und das Haus Isenburg,
Gott segne, schütze und behüte
Prinz Georg Friedrich und Prinzessin Sophie -
es begleiten Sie unsere Liebe,
unsere Sympathie und unsere Gebete.

Donnerstag, 28. April 2011

Isten, áldd meg a magyart - Gott, segne den Ungarn



"Isten, áldd meg a magyart" ...

... dies ist der allererste Vers  des "Himnusz", wie die ungarische Nationalhymne schlicht  und ergreifend heißt, und genau so schlicht ist die deutsche Übersetzung: "Gott, segne den Ungarn" - punkt.

"Gott, segne den Ungarn" sind auch die ersten Worte, die die neue Verfassung des Landes "Ungarn"  hat (man bemerke: nicht mehr "Republik Ungarn", auch wenn später der Begriff eingeführt wird). Am vergangenen Ostermontag, den 25. April 2011 (dem Tag des Hl. Markus), trat die neue Verfassung in Kraft, die sich das ungarische Volk selbst gegeben hat. Und deren Einleitung alleine treibt schon allen eingefleischten Einheitsbrei-Europäern und allen Medien und vor allem allen großen Tageszeitungen die Zornesröte ins Gesicht.
Aber Ungarn hat das für das noch junge 21. Jahrhundert Unfassbare getan und sich seiner Wurzeln besonnen. Das Land der Magyaren hat sich damit dem Hass der Europa-Diktatoren unterzogen. Der Artikel in „Katholisches, Magazin für Kirche und Kultur" hat es sehr gut dargestellt:

“Ideologischer Hass” gegen Ungarns neue Verfassung
wegen nationaler Identität und christlichen Wurzeln

(Budapest) Unter den 23 post-kommunistischen Staaten ist Ungarn das letzte Land, das sich eine neue Verfassung gibt. Sie tritt am Ostermontag in Kraft, sobald Ungarns Staatspräsident Pal Schmitt sie unterzeichnet haben wird. Statt sich darüber zu freuen, dass die letzte stalinistische Verfassung Europas weggeräumt wird, herrscht Wolfsgeheul in vielen europäischen Redaktionsstuben. Die noch geltende Verfassung war 1949 unter der Regierung von Matyas Rakosi, “Stalins ungarischem Musterschüler”, wie er sich selbst gerne bezeichnete, eingeführt worden und besiegelte die Machtübernahme der kommunistischen Diktatur. Rakosi ließ in seiner Amtszeit 100.000 Oppositionelle einsperren, darunter auch Ungarns katholischen Primas, Kardinal Jozsef Mindszenty, der zu lebenslangem Kerker verurteilt wurde. Mehr als 2000 Antikommunisten ließ er hinrichten.


Stalinistische Verfassung scherte niemanden

Doch statt Freude herrscht Beklommenheit. Europäische Politiker, Journalisten und Kommentatoren überbieten sich in Betroffenheitserklärungen und in Kritik am neuen Verfassungstext. Dass die neue Verfassung vom ungarischen Parlament mit einer großen Mehrheit von fast drei Viertel der Abgeordneten beschlossen wurde, lediglich 44 dagegen stimmten und rund 60 den Saal vor der Abstimmung verließen, wird geflissentlich im Schwange demokratischer Postulate ignoriert. “Jede Schändlichkeit wird dem neuen Text unterstellt”, so Rodolfo Casadei auf Bussola Quotidiana.
Chauvinismus, Homophobie, religiöser Fundamentalismus, Intoleranz, Diskriminierung, Rassismus, Faschismus sind bei den Angriffen gegen Ungarn zu beliebig austauschbaren Begriffen geworden. Es scheint keine politische Beleidigung zu geben, die nicht in Zusammenhang mit dem neuen Verfassungstext und den politischen Gruppen gebracht werden, die ihn ausgearbeitet und beschlossen haben. Die Angriffe richten sich in erster Linie gegen den Bund Junger Demokraten (FIDESZ), die rechtsbürgerliche Partei von Ministerpräsident Viktor Orban und die KDNP, die Christlich-Demokratische Volkspartei, die zusammen über eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament verfügen.
Neben einer gewissen berechtigten Kritik, wie sie wahrscheinlich jeden Verfassungsentwurf im einen oder anderen Punkt treffen wird, verblüffen die Härte und die Form des Frontalangriffs, die den Ungarn aus vielen europäischen Zeitungsspalten entgegenschlägt. Der Inhalt der Pamphlete und die üblichen Bekannten unter den lautstarken Kritikern lassen “blanken ideologischen Hass” erkennen, schrieb Casadei über einen Kommentar von Giorgio Pressburger.

Nationale Identität und christliche Wurzeln versus ethisch-kulturellen Relativismus und Eurokratie

Was aber treibt den linken Zeitdeutern die Glut ins Gesicht? Es sind vor allem zwei Aspekte: Die neue Verfassung betont die nationale Identität und die christlichen Wurzeln Ungarns. Beides geht jenen europäischen “Eliten” gegen den Strich, die ein Europa ohne Wurzeln und ohne erkennbare und unverwechselbare Identität schaffen wollen, dessen Grundlage ein kultureller und ethischer Relativismus sein sollte, der es den politischen Bürokraten Brüssels mit den ihnen nahestehenden Finanzpotentaten ermöglicht, den Kontinent ungehindert und nach Gutdünken zu beherrschen.
Ein beliebiges Beispiel genügt: Ernesto Galli della Loggia führte im Corriere della Sera vom Mittwoch der Karwoche den Wahlsieg der “Wahren Finnen” auf die Entfremdung der “politischen Kaste” vom Volk zurück und sprach von einem “kulturellen Bruch” zwischen einem “aller Sicherheiten” beraubten Volk und den Eurokraten Brüssels. Giorgio Pressburger schrieb nur wenige Seiten weiter, die neue ungarische Verfassung in Grund und Boden. Mit ihrem Inkrafttreten sieht er halluzinierend die Gefahr von Rassismus und Faschismus aufziehen. Wörtlich schrieb er: “Jene Gespenster der Intoleranz, die sich in meinem Ungarn erheben. Die neue magyarische Verfassung weckt die Alpträume der nazistischen und kommunistischen Vergangenheit.” Als Hauptkritikpunkte nennt er: Die Einschränkung der Zuständigkeiten des Verfassungsgerichtes und der Richterselbstverwaltung. Die “Vermischung” von Nation und Staat durch die Einbeziehung der Auslandsungarn. Und nicht zuletzt die “Gefahr”, dass der Ermordung der ungeborenen Kinder im Mutterleib durch ein Abtreibungsverbot ein Ende bereitet werden könnte.
Was besagt die neue Verfassung also wirklich? Sie senkt das Pensionsalter der Richter von 70 auf 62 Jahren. Sie legt fest, dass die Verfassung und die wichtigsten Verfassungsgesetze vom Parlament nur mehr mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit geändert werden können. Sie verlängert einige Amtszeiten, so jene des Generalstaatsanwaltes und des Präsidenten des Rechnungshofs und reduziert einige Zuständigkeiten des Verfassungsgerichtshofs.

Breiter Konsens für neue Verfassung in Ungarn

Kritiker stellen die Verfassung so dar, als gehe sie auf den Willen eines einzigen Mannes zurück, sei daher autoritär und undemokratisch. Eine aufgelegte Verzerrung der Tatsachen. Die Verfassungsänderung war ein Hauptthema von FIDESZ und KDNP im Parlamentswahlkampf 2010. Ungarns Sozialisten (ehem. KP) wiederum bauten ihre Wahlkampagne als Anti-Wahlkampf gegen die Verfassungsänderung auf und warnten die Wähler nach dem Motto:”Falls ihr diesen Mann (Orban) wählt, wird er auch tun, was er ankündigt.” Ungarns Wähler wollten genau das von Orban und haben ihm eine große Mehrheit im Parlament verschafft.
Die weidlich beklagte “Beschränkung” oder gar “Knebelung” des Verfassungsgerichtshofs gilt lediglich für klar umrissene Bereiche und nur solange, bis die Staatsverschuldung, die derzeit 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht, auf unter 50 Prozent gesenkt werden konnte. Diese Höchstgrenze für die Staatsverschuldung ist in der neuen Verfassung festgelegt und dient der Gesundung der Staatsfinanzen und damit dem Allgemeinwohl.
In welche Unsinnigkeiten sich die Kritik an der neuen Verfassung außerhalb Ungarns versteigt, belegt die Frage nach dem Staatsnamen. Pressburger, um bei diesem Beispiel zu bleiben, behauptete, “die Verfassung schaffe den Namen Republik Ungarn ab, um den eines Magyarischen Landes (Magyaroszag) anzunehmen. Offensichtlich soll damit eine latente Minderheitenfeindlichkeit (gegen Zigeuner, gegen Juden? die deutsche Minderheit dürfte kaum gemeint sein, denn für die interessiert sich kaum jemand in deutschen Landen, erst recht nicht in anderen europäischen Staaten) unterstellt werden. Doch Magyar und Ungar besagen dasselbe aus und tatsächlich lautete der nun abgeschaffte Staatsnamen auch Magyar Köztársaság.

Schutz ungarischer Minderheiten bedeutet keine Einschränkung von Nichtungarn

Die Minderheiten haben ihren Platz in der neuen Verfassung. In der Präambel heißt es: “Wir betrachten die in Ungarn lebenden Nationalitäten und Volksgruppen als konstituierenden Teil der ungarischen Nation.” Artikel H schützt ausdrücklich die Sprachen der ethnischen Minderheiten des Landes, Artikel XIV legt fest, dass niemand wegen seiner Rasse, seiner Hautfarbe, seiner ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit (und so weiter) diskriminiert werden darf.
Die neue ungarische Verfassung beruft sich ausdrücklich auf das Christentum als maßgebende Grundlage der ungarischen Geschichte und Kultur. Sie beruft sich auf den heiligen Stephan (969-1038), den Staatsgründer und ersten Königs Ungarns. Stephan I. wird sowohl von der katholischen als auch der orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt.

Schutz des Lebens in einem Land, in dem jedes dritte Kind getötet wird

Mehrere Kommentatoren, die Sozialisten und Liberalen im Europaparlament und (unsäglich, aber wahr) auch Amnesty International geben sich “entsetzt” darüber, dass die neue ungarische Verfassung das “Recht der Frauen” auf Abtreibung “gefährde”. In der neuen Verfassung heißt es: “Das menschliche Leben (der Fötus) wird vom Augenblick der Zeugung an geschützt.” Bereits bisher galt allerdings eine recht ähnliche Formulierung, die seit 1953 als kommunistische Segnung emanzipatorischer “Befreiung” die millionenfache Ermordung ungeborener Kinder erlaubte. Ungarn wäre nicht das einzige osteuropäische Land, das das Abtreibungsgesetz mit einer solchen oder ähnlichen Formulierung mit einem Feigenblatt versieht. Der Staat beruhigt durch Selbstbetrug das Gewissen der Nation. Eine mit der unrechtmäßigen, aber straffreien Abtreibung in der Bundesrepublik Deutschland vergleichbare Situation. Es muss sich also erst zeigen, ob die ungarische Regierungskoalition und Parlamentsmehrheit ausreichend Kraft und Willen haben, dem mörderischen Treiben und der Verwilderung des Rechtsbewusstseins unserer Zeit ein Ende zu bereiten.
Dass sich die “demokratischen und fortschrittlichen” Kräfte Europas wegen einer möglichen Einschränkung des “Abtreibungsrechts” in einem europäischen Land “sorgen”, in dem fast jedes dritte ungeborene Kind im Mutterleib getötet wird (derzeit kommen jährlich 40.000 Abtreibungen auf 90.000 Geburten), hat geradezu etwas Unheimliches an sich.

Schutz der Ehe und der Familie – keine Homophobie

Dann wäre da noch die behauptete Homo-Feindlichkeit der neuen Verfassung. Was erzürnt in den linken und liberalen Gedankenstuben? Die Formulierung: “Ungarn schützt die Institution der Ehe als eheliche Gemeinschaft von einem Mann und einer Frau.” Eine Formulierung also, die eine gesellschaftliche Ordnung im Blick hat, die die Grundlage einer gefestigten staatlichen Ordnung schafft und damit im Interesse des Allgemeinwohls ist. Budapest verfügt, als Erbe einer achtjährigen sozialistischen Regierung (2002-2010), wie viele europäische Staaten über ein Gesetz, das “eingetragene Partnerschaften”, einschließlich homosexueller, vorsieht. Lediglich sieben von 47 Staaten Europas haben eine “Homo-Ehe” eingeführt. “Wenn also etwas nicht paßt, dann liegt es nicht an der ungarischen Verfassung, sondern an den Köpfen, die ihr Homophobie vorwerfen”, so Casadei.
Ungarische Minderheiten schützen

Nicht weniger Tinte wurde verprasst, um gegen den “ultranationalistischen” Charakter der neuen Verfassung anzuschreiben. Wohlweislich ignorierend, und das ist allerdings eine Kuriosität, dass die einzige rechtsextreme Parlamentspartei Jobbik dagegen stimmte. Stein des Anstoßes für die Kritiker ist, dass es in der Präambel heißt, dass Ungarn auch eine Verantwortung für das Schicksal der Ungarn empfindet, die außerhalb seiner Staatsgrenzen leben und einen Beitrag zum Überleben und zur Entwicklung dieser Gemeinschaften zu leisten gedenkt, damit sie ihre ungarische Identität bewahren können. Eine Formulierung also, die jeder Kulturnation gut zu Gesicht stünde, von der Teile des Volkes aufgrund welcher historischen Ereignisse auch immer in anderen Staaten leben. Die ungarische Verfassung formuliert damit nichts anderes als einen der zentralen Grundsätze des Volksgruppen- und Minderheitenschutzes.
Auch in diesem Fall entlarvt sich die “demokratische” Kritik als ideologische Verblendung. Bereits die stalinistische, und noch geltende Verfassung von 1949, gegen die sich bisher niemand bemüßigt sah, Einspruch zu erheben, enthielt einen ähnlichen Passus. “Die Republik Ungarn fühlt sich verantwortlich für das Schicksal der Ungarn, die außerhalb seiner Grenzen leben und fördert die Stärkung ihrer Verbundenheit zu Ungarn.”

Kritik als Strafaktion für nationales Bewusstsein und christliches Bekenntnis

Warum also überhaupt das Wolfsgeheul? Man kommt der Wahrheit wohl sehr nahe, wenn man dahinter eine Strafaktion gegen die Ungarn annimmt, die es gewagt haben, sich in der neuen Verfassung auf ihre christliche Geschichte zu berufen. Wörtlich heißt es dort: “Wir sind stolz, dass vor tausend Jahren unser König, der heilige Stephan, den ungarischen Staat auf einem festen Fundament gegründet hat und unser Land zu einem Teil des christlichen Europas machte (…). Wir erkennen die Rolle an, die das Christentum zum Erhalt unserer Nation geleistet hat.” Eine Anerkennung, die in keiner Weise die Anhänger anderer Religionen noch der Atheisten schädigt, denn gleich danach besagt die Präambel: Wir respektieren alle religiösen Traditionen unseres Landes” und Artikel VI besagt: “Jeder hat das Recht auf Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Dieses Recht gibt jedem die Möglichkeit, frei seine Religion oder Überzeugung zu wählen oder zu wechseln, zu bekennen oder nicht zu bekennen, zu praktizieren oder die eigene Religion oder das eigene Bekenntnis zu lehren” und so weiter. Das alles klingt herzlich wenig nach christlichem Fundamentalismus. Das Beispiel zeigt, dass es im Europa von heute nicht selbstverständlich ist, ein Minimum an objektiver und umfassender Information zu so wichtigen Themen erwarten zu können.

(Bussola Quotidiana/Giuseppe Nardi)



Gedanken eines christlichen, konservativen Monarchisten dazu:

Es sind Monarchisten in Deutschland und in den Ländern um Ungarn herum, die die neue Verfassung Ungarns mit sehr viel Sympathie betrachten. Und es ist Henning von Normann, der Sprecher der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft (DMG), der die Gedanken vieler auf einen Punkt bringt: „Nach vielen Jahrzehnten der Odyssee hat das ungarische Volk buchstäblich wieder zu sich selbst gefunden, und die deutschen Monarchisten freuen sich für diese große Nation.“

Ein anderer Monarchist blickt eher sorgenvoll auf die deutsche Situation: „Dass alle politisch Verantwortlichen Europas und die Journaille die ungarische Verfassung zerreißt, ist für mich ein Zeichen, dass die Ungarn ein großartiges Werk verrichtet haben. Deutschland hat ja seit der Weimarer Republik keine Verfassung mehr, und laut Artikel 146 des Grundgesetzes ist die deutsche Nation aufgerufen, sich – nachdem die Deutsche Einheit vollzogen wurde - eine neue Verfassung zu geben. Dass dieser Auftrag bis heute nicht erfüllt worden ist, ist vielleicht ein Segen für uns, denn ich will nicht wissen, was da für ein Nonsens heraus käme …“. Im 21. Jahrhundert kann man ja auch tatsächlich nicht mehr erwarten, dass eine Nation sich auf ihre christlichen und geschichtlichen Wurzeln beruft, besonders, nachdem von „Europa“-Institutionen alles getan wird, im Namen der Religions- und Gewissensfreiheit alle Werte und Prinzipen über Bord zu werfen.

„Gott“ mit all seinen Geboten und Gesetzen ist aber seit gut zweihundert Jahren massivst bekämpft und in den letzten Jahren erfolgreich aus allen politischen Agenden eliminiert worden, womit wir den Einzug in eine dekadente Kultur geschafft haben. Nichts hat mehr Wert, außer das Wertlose. Wer jedoch in einer „Gesellschaft des Wertlosen" auf bestimmte Werte beharrt, der zieht sich den Ruf des Nestbeschmutzers auf sich – denn Europa erlaubt keine (nationalen) Alleingänge.

Das erste Wort der ungarischen Verfassung ist jedoch „Gott“, und der Geist Gottes, der die Kultur der Magyaren seit mehr als tausend Jahren geprägt hat, schwebt – genauso wie die ungarische heilige Krone – über dieser gesamten Verfassung.

„Gott, segne den Ungarn“ - "Isten, áldd meg a magyart"  – während ganz Europa sich selbst aufgegeben hat, ist da eine Nation, die ihre Prinzipien und Werte wieder entdeckt, sie verteidigt, und die wider allen Stürmen des Zeitgeistes fest hält an Geschichte, Glauben und Krone. Die Glückwünsche der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft und die Gebete der europäischen Christen begleiten das ungarische Volk und sichern ihm den größten Respekt und alle Sympathien zu.

H.H.


[Zur ungarischen Heiligen (Stefans-)Krone: Wie die Reichskrone, so gebietet auch die Stephanskrone über eine fast tausendjährige Tradition. Sie wurde sogar noch im Dezember 1916 getragen, als Kaiser Karl I. von Österreich mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs in Budapest zum König von Ungarn gekrönt wurde, nur knapp zwei Jahre vor dem Untergang der Donau-Monarchie. Die Geschichte der Krone reicht bis zur Jahrtausendwende zurück: Angeblich soll Papst Silvester II. im Jahre 1001 die Krone an den kurz zuvor zum Christentum übergetretenen ungarischen König Stephan, dem Schwager des deutschen Kaisers Heinrich II., geschickt haben. Als Zeichen fortdauernder staatlicher Tradition wurde die Stephanskrone in Ungarn zum Gegenstand höchster Verehrung. Lange Zeit galt sie als Symbol und Quelle allen Rechts, der Kontinuität während zahlreicher Epochen der Zerrissenheit und des Verfalls. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte die Stephanskrone 1945 auf wirren Wegen über die amerikanische Militärregierung in die USA, und erst im Jahre 1978 kam sie wieder zurück in ihre alte Heimat.
Besonders auffällig ist das einzigartige schief stehende Kreuz. Von dem kreisförmigen, mit Perlenschnüren geschmückten Reif hängen vier Pendilien herab, also dünne Goldkettchen, an deren Enden Edelsteine befestigt sind.]

Mittwoch, 23. März 2011

4. Wissenschaftiches Monarchieforum in Büdingen


 Herzliche Einladung an alle Monarchisten
und an der Staatsform Monarchie Interessierte




Ich persönlich liebe dieses Plakat - es ist von den bisherigen 4 Plakaten das Schönste (wenn man mich fragt) - ganz herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn C. C. für seinen Fleiß, seine Kreativität ... und seine jahrelange Treue.

Die Deutsche Monarchistische Gesellschaft lädt auch in diesem Jahr zu ihrem (mittlerweile schon 4.) Wissenschaftichen Monarchieforum ein.
Nach Laufen an der Salzach, nach der Hohenzollernstadt Hechingen und der Hauptstadt Berlin wird die Tagung in diesem Jahr in der Residenzstadt Büdingen (nahe Frankfurt/Main) statt finden, was man auch gerne als eine Reverenz an die Familie der Braut des Thronprätendenten SKH Prinz Georg Friedrich von Preußen, die Fürstenfamilie von Isenburg, betrachten darf.

Die Vorbereitungen zum Monarchieforum sind noch in vollem Gange, die Deutsche Monarchistische Gesellschaft wartet noch auf die Zusagen der Referenten und auf die Titel ihrer Vorträge, aber der Termin  30. September bis 02. Oktober 2010 darf sehr gerne schon in den Terminkalender eingetragen werden. Denn EINES ist sicher: Sie werden wieder monarchistische Freunde aus dem In- und Ausland kennen lernen.

Im vorletzten Jahr war das Partnerland des Hechinger Monarchieforum "Russland", und treue Anhänger des Hauses Romanow gaben in Pressekonferenzen Rede und Antwort. Im Jahre 2011 wird das Partnerland aller Voraussicht nach ein afrikanisches sein, von wo größtes Interesse an dieser monarchistischen Tagung verlautet wurde - und von wo auch hoher Besuch erwartet wird.

Wie aber an dem Schwerpunktthema zu erkennen ist, so widmet sich die monarchistische Bewegung in diesem Jahr ausdrücklich der Jugend (siehe vorherigen Beitrag "Die Jugend von heute"); so steht die  monarchistische Jugend bewusst zwischen zwei außerordentlichen Gestalten der deuschen Monarchie: Königin Luise von Preußen (2010) und König Friedrich II. (der Große) von Preußen (2012), dessen 300. Geburtstag wir im nächsten Jahr feiern. Dieses Jahr feiern wir MIT der Jugend den 950. Jahrestag des Hauses Hohenzollern - und die Hochzeit SKH Prinz Georg Friedrich von Preußen mit ID Prinzessin Sophie von Isenburg (27. August 2011 in Potsdam). Und MIT der Jugend demonstrieren wir aber auch der Welt, dass das Thema "Monarchie" alles andere ist als ein Thema für Ewiggestrige und Realitätsfremde. Monarchie aber IST eine Realität - für alle Erdteile dieses Planeten, doch nur in  dem ach so "freien" Deutschland scheint es so, als begebe man sich in den Radarbereich des Verfassungsschutzes, wenn man sich für eine andere Alternative zur "Staatsform Republik" interessiert. Fast hat man den Eindruck, als könne man sich jederzeit mit Himmel, Hölle und Fegefeuer weitaus besser arrangieren als mit der Idee, dass es in Deutschland jemals wieder eine Monarchie geben könnte. Dann stimmen uns Nachrichten traurig, wenn wir erfahren, dass so manch einer tätlich angegriffen wird, nur weil er Monarchist ist (ob es stimmt, weiß ich leider nicht).

Herzliche Einladung zum 4. Wissenschaftlichen Monarchieforum in der wunderschönen (mittelalterlichen) Resindenzstadt Büdingen. In wissenschaftlichen Vorträgen - vor allem auch von jungen Referenten -, in Diskussionen und in Gesprächen können Sie Monarchie spür- und erlebbar machen. Treffen Sie Monarchisten (und vielleicht sogar Monarchen?) aus dem In- und Ausland, treffen Sie Gleichgesinnte, treffen Sie Freunde! Denn unser aller Wunsch ist es, eines absehbaren Tages unter EINER Krone vereint zu sein, wenn wir tatsächlich "Einigkeit ud Recht und Freiheit" besingen und bejubeln dürfen, weil wir sicher sind, dass wir dann ein Staatsoberhaupt haben werden, der im Interesse des Volkes handelt - und nicht im Interesse der Partei(en).

Sobald das Tagungsprogramm und die Referenten veröffentlicht worden sind, wird es auch hier bekanntgegeben werden. Die Anmeldungen richten Sie bitte an den Vorsitzenden des Landesverbandes Niedersachsen des Bundes aufrechter Monarchisten, der Mutterorganisation der erst kürzlich gegründeten "Monarchistischen Jugend", Herrn Heinz Emmrich.


"Monarchie hat Zukunft -
wir sind auf einem guten Weg"
(Henning von Normann,
Sprecher der Dt. Monarchistischen Gesellschaft, DMG)