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Samstag, 9. Juli 2011

"Ich kenne keine Parteien mehr ..."

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Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Ereignis, wie der Heimgang SKKH Erzherzog Ottos von Österreich, so manchen Zeitgenossen in den Ruf der monarchistischen Vereinigungen mit ein stimmen lässt, die Monarchie wieder einzuführen - und das ist auch gut so!

Vor wenigen Tagen habe ich eine Mail an eine überschaubare Gruppe Monarchisten geschickt, um nachzufragen, ob mein Verdacht, dass der Wunsch oder der Gedanken nach einer Wiedereinführung der Monarchie eingeschlafen sei oder ob ich mich irre.
Hier meine Gedanken: (größere Ansicht)



Das Ergebnis:

An die (noch!) interessierten Monarchisten,

die Diskussion per Mail (über Facebook) ist noch im Gange, auch wenn sie von MEINEM Standpunkt aus als gescheitert zu betrachten ist und demzufolge auch von meiner Seite beendet wurde – schwersten Herzens.

Ich KANN verstehen, ich KANN sehr gut nachvollziehen, dass junge, engagierte Menschen das Erreichen ihres Zieles nur darin zu erreichen meinen, indem sie sich in (irgend-)einer Partei, die konservativ und der Monarchie an sich nicht GANZ abgeneigt ist, eintragen.

Ich habe insofern meine Meinung vertreten, als dass ich davon überzeugt bin, dass nicht die monarchistische Vereinigung wie z.B. der Bund aufrechter Monarchisten (BaM) ein Instrumentarium einer politischen Partei sein darf, so wie auch das Ziel, nämlich die (Wieder-)Einführung der Monarchie, nie einer Partei zu verdanken sein, so wie auch die Bitte an den betreffenden Thronprätendenten, die Krone zu nehmen, nie von einer Partei abhängen darf, mag sie NOCH so „konservativ“ sein. Es ist das Volk, das den zukünftigen Monarchen durch Deputierte die Bitte übertragen lässt. Ein Monarch wird sich verständlicherweise hüten, eine Krone von einer bestimmten Partei angetragen zu bekommen.

Das Hauptproblem, das ich sehe, liegt darin, dass die jungen, engagierten Menschen schon in mehreren Parteien involviert sind (die Wenigsten in "etablierte, bürgerlichen Parteien"), die alle das Wort „Konservativ“ auf ihre Fahne geschrieben haben. An sich ist das eine zu lobende Tatsache, WENN es der Wiedereinführung der Monarchie auf absehbare Zeit nichts bringen wird, weil sich die Arbeit in einer Partei sich mit allen möglichen der Gesellschaft brennenden Themen befassen wird, von denen die Monarchie das (wahrscheinlich) am wenigsten Brennende ist. Parteien sind erfahrungsgemäß ZU vielen Kompromissen unterworfen, um auch nur kleine Ziele zu erreichen, wovon die berühmte 5-Prozent-Hürde anfangs das Schwierigste ist.

Nicht dass man mich falsch versteht: Parteien können, dürfen und sollen die monarchistischen Vereinigungen unterstützen, aber es kann nicht umgekehrt sein, dass die monarchistischen Vereine die Handlanger der Parteien sind, vor allem deshalb, weil die Mitglieder der monarchistischen Vereine in verschiedenen Parteien eingetragen oder doch zumindest an ihnen interessiert sind. Der monarchistische Gedanke braucht so viele Unterstützer wie möglich, und wenn eine konservative Partei in ihrem Programm erklärt, dass sie sich für die Wiedereinführung der Monarchie einsetzt, dann hilft es der Idee an sich, auf dass der Begriff "Staatsform Monarchie" für Deutschland und Österreich endlich seinen "alten, verstaubten, antidemokratischen und militaristischen" Schatten verliert, den man ihm aus Kalkül angedichtet hat.

Dass aber die Monarchie alles andere als alt und verstaubt, dass Monarchie alles andere als antidemokratisch und militaristisch ist, WISSEN aber die Menschen, vor allem die Millionen, die bei königlichen/fürstlichen Hochzeiten oder anderen Anlässen vor dem Fernsehschirm sitzen und insgeheim wünschen, dass wir doch auch wieder einen Monarchen als Idenditäts- und Integrationsfigur an der Spitze unseres (demokratisch geprägten) Staates hätten. Doch dem Deutschen und dem Österreicher hat man in mehr als 90 Jahren eingeimpft, dass es in den Bereich des Verfassungsschutzes gehört, wenn man auch nur auf die Idee kommt, an eine Monarchie auf (groß-)deutschem Boden zu denken. Wir Monarchisten wissen aber, dass der Wunsch, der Wille und die Forderung nach der Staatsform Monarchie vollkommen legitim ist, denn immerhin ist es das Grundrecht des Volkes, seine eigene Staatsform selbst zubestimmen.

Wer aber IST es, der das Volk "aufklärt", ihm den Weg ebnet und gemeinsam MIT dem Volk eines Tages an den zukünftigen Monarchen heran tritt, um ihn zu bitten, den Willen des Volkes zu akzeptieren, sich auf den Thron seiner Vorfahren zu setzen? Es ist NICHT eine Partei, so konservativ und monarchienah sie auch sein mag! Eine Partei und eine monarchistische Vereinigung können aber im engsten Dialog zueinander stehen, und es ist auch der Partei anzuraten, einen Vertreter der monarchistischen Vereinigung als Deputierten vorzustellen, der das Ressort "Monarchie" vertritt - sollte es der Partei tatsächlich ernst mit diesen Thema sein.

Man muss es mal ganz objektiv betrachten: Parteien haben seit einigen Jahrzehnten sehr an ihrer Glaubwürdigkeit verloren, und all die kleinen Parteien, die sich im Laufe des Linksdralls der einstmals "konservativen" bürgerlichen Parteien wie der CDU als "konservative, soziale, werteorientierte" Parteien gegründet wurden, werden aufgrund der Parteienverdrossenheit nicht ernst genommen oder sogar ignoriert. Dafür können die neuen Parteien, deren Programme in der Tat sehr interessant und erstrebenswert sind, nichts. Aber wenn eine Partei verkündet, dass sie die Wiedereinführung der Monarchie will, wird man sie wahrscheinlich nicht ernst nehmen. Um aber ernst genommen zu werden, wird sich die Partei eines Tages vielleicht überlegen müssen, diesen "unwichtigen" Passus aus dem Programm zu nehmen, "weil es ja wichtigere, weitaus brennendere Themen gibt, die unsere Gesellschaft unmittelbar betrifft". DAS kann einer monarchistischen Vereinigung nicht passieren, weil die Wiedereinführung der Monarchie der einzige Programmpunkt ist - ES SEI DENN, die monarchistische Vereinigung entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem Nostalgie- und Traditionsverein und verlässt den Weg, der zu einer Zukunft mit einem Monarchen an der Staatsspitze führt, um sich nur "der guten alten Zeit" zu widmen.

Um nun zum Schluss zu kommen: "DIE Monarchie", die wir (Monarchisten) als für unsere Gesellschaft (Deutschland UND Österreich) höchst erstrebenswerte Staatsform betrachten: Wie kann sie eher erlangt werden? Durch eine monarchistische Vereinigung, die ausschließlich zur Erreichung dieses Ziels gegründet wurde, deren einziges Interesse der (Vereins-)Mitglieder es ist, den zukünftigen Monarchen auf dem Thron zu sehen, und deren Daseinsberechtigung mit der Krönung des zukünftigen Monarchen verwirkt sein wird - oder durch eine Partei, deren monarchistisches Interesse nur EINES von vielen ist. Die konservative Partei braucht die Mitarbeit der konservativen Monarchisten, aber die Monarchisten brauchen keine Parteien, vor allem nicht, wenn es mehrere sind - das ist zumindest MEINE Meinung. Dennoch will ich den Austausch zwischen den beiden auf keinen Fall in Abrede stellen - ganz im Gegenteil. DER und DAS Konservative ist für unsere Gesellschaft fast schon überlebenswichtig, weil wir uns einem Verfall aller Werte und Ideale gegenüber sehen - eine Feststellung, die überraschenderweise sogar die Medien mittlerweile  mit uns teilt.

"Bei uns [Monarchisten] kommt es auf das 'TUN' an", schreibt Henning von Normann, und er führt fort, dass wir uns zusammen tun sollten. MEINE Interpretation seiner Worte ist, dass Monarchisten sich guten Gewissens in Parteien engagieren könnten - es kann, sofern die Partei eine konservative Ausrichtung hat, der Gesellschaft nur dienlich sein. Zur Erreichung unseres Zieles jedoch, der Wiedereinführung der Monarchie, ist es wichtig, dass mehr Konservative, vollkommen gleichgültig, welcher konservativen Partei sie angehören, sich in den verschiedenen monarchistischen Vereinigungen eintragen und hier aktiv werden sollten, um  MIT zu helfen, den EINEN Punkt ihres Progrmms (sofern es einer ist) auf absehbare Zeit Wirklichkeit werden zu lassen: Die Wiedereinführung der Monarchie.

H.H.

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Donnerstag, 28. April 2011

Isten, áldd meg a magyart - Gott, segne den Ungarn



"Isten, áldd meg a magyart" ...

... dies ist der allererste Vers  des "Himnusz", wie die ungarische Nationalhymne schlicht  und ergreifend heißt, und genau so schlicht ist die deutsche Übersetzung: "Gott, segne den Ungarn" - punkt.

"Gott, segne den Ungarn" sind auch die ersten Worte, die die neue Verfassung des Landes "Ungarn"  hat (man bemerke: nicht mehr "Republik Ungarn", auch wenn später der Begriff eingeführt wird). Am vergangenen Ostermontag, den 25. April 2011 (dem Tag des Hl. Markus), trat die neue Verfassung in Kraft, die sich das ungarische Volk selbst gegeben hat. Und deren Einleitung alleine treibt schon allen eingefleischten Einheitsbrei-Europäern und allen Medien und vor allem allen großen Tageszeitungen die Zornesröte ins Gesicht.
Aber Ungarn hat das für das noch junge 21. Jahrhundert Unfassbare getan und sich seiner Wurzeln besonnen. Das Land der Magyaren hat sich damit dem Hass der Europa-Diktatoren unterzogen. Der Artikel in „Katholisches, Magazin für Kirche und Kultur" hat es sehr gut dargestellt:

“Ideologischer Hass” gegen Ungarns neue Verfassung
wegen nationaler Identität und christlichen Wurzeln

(Budapest) Unter den 23 post-kommunistischen Staaten ist Ungarn das letzte Land, das sich eine neue Verfassung gibt. Sie tritt am Ostermontag in Kraft, sobald Ungarns Staatspräsident Pal Schmitt sie unterzeichnet haben wird. Statt sich darüber zu freuen, dass die letzte stalinistische Verfassung Europas weggeräumt wird, herrscht Wolfsgeheul in vielen europäischen Redaktionsstuben. Die noch geltende Verfassung war 1949 unter der Regierung von Matyas Rakosi, “Stalins ungarischem Musterschüler”, wie er sich selbst gerne bezeichnete, eingeführt worden und besiegelte die Machtübernahme der kommunistischen Diktatur. Rakosi ließ in seiner Amtszeit 100.000 Oppositionelle einsperren, darunter auch Ungarns katholischen Primas, Kardinal Jozsef Mindszenty, der zu lebenslangem Kerker verurteilt wurde. Mehr als 2000 Antikommunisten ließ er hinrichten.


Stalinistische Verfassung scherte niemanden

Doch statt Freude herrscht Beklommenheit. Europäische Politiker, Journalisten und Kommentatoren überbieten sich in Betroffenheitserklärungen und in Kritik am neuen Verfassungstext. Dass die neue Verfassung vom ungarischen Parlament mit einer großen Mehrheit von fast drei Viertel der Abgeordneten beschlossen wurde, lediglich 44 dagegen stimmten und rund 60 den Saal vor der Abstimmung verließen, wird geflissentlich im Schwange demokratischer Postulate ignoriert. “Jede Schändlichkeit wird dem neuen Text unterstellt”, so Rodolfo Casadei auf Bussola Quotidiana.
Chauvinismus, Homophobie, religiöser Fundamentalismus, Intoleranz, Diskriminierung, Rassismus, Faschismus sind bei den Angriffen gegen Ungarn zu beliebig austauschbaren Begriffen geworden. Es scheint keine politische Beleidigung zu geben, die nicht in Zusammenhang mit dem neuen Verfassungstext und den politischen Gruppen gebracht werden, die ihn ausgearbeitet und beschlossen haben. Die Angriffe richten sich in erster Linie gegen den Bund Junger Demokraten (FIDESZ), die rechtsbürgerliche Partei von Ministerpräsident Viktor Orban und die KDNP, die Christlich-Demokratische Volkspartei, die zusammen über eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament verfügen.
Neben einer gewissen berechtigten Kritik, wie sie wahrscheinlich jeden Verfassungsentwurf im einen oder anderen Punkt treffen wird, verblüffen die Härte und die Form des Frontalangriffs, die den Ungarn aus vielen europäischen Zeitungsspalten entgegenschlägt. Der Inhalt der Pamphlete und die üblichen Bekannten unter den lautstarken Kritikern lassen “blanken ideologischen Hass” erkennen, schrieb Casadei über einen Kommentar von Giorgio Pressburger.

Nationale Identität und christliche Wurzeln versus ethisch-kulturellen Relativismus und Eurokratie

Was aber treibt den linken Zeitdeutern die Glut ins Gesicht? Es sind vor allem zwei Aspekte: Die neue Verfassung betont die nationale Identität und die christlichen Wurzeln Ungarns. Beides geht jenen europäischen “Eliten” gegen den Strich, die ein Europa ohne Wurzeln und ohne erkennbare und unverwechselbare Identität schaffen wollen, dessen Grundlage ein kultureller und ethischer Relativismus sein sollte, der es den politischen Bürokraten Brüssels mit den ihnen nahestehenden Finanzpotentaten ermöglicht, den Kontinent ungehindert und nach Gutdünken zu beherrschen.
Ein beliebiges Beispiel genügt: Ernesto Galli della Loggia führte im Corriere della Sera vom Mittwoch der Karwoche den Wahlsieg der “Wahren Finnen” auf die Entfremdung der “politischen Kaste” vom Volk zurück und sprach von einem “kulturellen Bruch” zwischen einem “aller Sicherheiten” beraubten Volk und den Eurokraten Brüssels. Giorgio Pressburger schrieb nur wenige Seiten weiter, die neue ungarische Verfassung in Grund und Boden. Mit ihrem Inkrafttreten sieht er halluzinierend die Gefahr von Rassismus und Faschismus aufziehen. Wörtlich schrieb er: “Jene Gespenster der Intoleranz, die sich in meinem Ungarn erheben. Die neue magyarische Verfassung weckt die Alpträume der nazistischen und kommunistischen Vergangenheit.” Als Hauptkritikpunkte nennt er: Die Einschränkung der Zuständigkeiten des Verfassungsgerichtes und der Richterselbstverwaltung. Die “Vermischung” von Nation und Staat durch die Einbeziehung der Auslandsungarn. Und nicht zuletzt die “Gefahr”, dass der Ermordung der ungeborenen Kinder im Mutterleib durch ein Abtreibungsverbot ein Ende bereitet werden könnte.
Was besagt die neue Verfassung also wirklich? Sie senkt das Pensionsalter der Richter von 70 auf 62 Jahren. Sie legt fest, dass die Verfassung und die wichtigsten Verfassungsgesetze vom Parlament nur mehr mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit geändert werden können. Sie verlängert einige Amtszeiten, so jene des Generalstaatsanwaltes und des Präsidenten des Rechnungshofs und reduziert einige Zuständigkeiten des Verfassungsgerichtshofs.

Breiter Konsens für neue Verfassung in Ungarn

Kritiker stellen die Verfassung so dar, als gehe sie auf den Willen eines einzigen Mannes zurück, sei daher autoritär und undemokratisch. Eine aufgelegte Verzerrung der Tatsachen. Die Verfassungsänderung war ein Hauptthema von FIDESZ und KDNP im Parlamentswahlkampf 2010. Ungarns Sozialisten (ehem. KP) wiederum bauten ihre Wahlkampagne als Anti-Wahlkampf gegen die Verfassungsänderung auf und warnten die Wähler nach dem Motto:”Falls ihr diesen Mann (Orban) wählt, wird er auch tun, was er ankündigt.” Ungarns Wähler wollten genau das von Orban und haben ihm eine große Mehrheit im Parlament verschafft.
Die weidlich beklagte “Beschränkung” oder gar “Knebelung” des Verfassungsgerichtshofs gilt lediglich für klar umrissene Bereiche und nur solange, bis die Staatsverschuldung, die derzeit 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht, auf unter 50 Prozent gesenkt werden konnte. Diese Höchstgrenze für die Staatsverschuldung ist in der neuen Verfassung festgelegt und dient der Gesundung der Staatsfinanzen und damit dem Allgemeinwohl.
In welche Unsinnigkeiten sich die Kritik an der neuen Verfassung außerhalb Ungarns versteigt, belegt die Frage nach dem Staatsnamen. Pressburger, um bei diesem Beispiel zu bleiben, behauptete, “die Verfassung schaffe den Namen Republik Ungarn ab, um den eines Magyarischen Landes (Magyaroszag) anzunehmen. Offensichtlich soll damit eine latente Minderheitenfeindlichkeit (gegen Zigeuner, gegen Juden? die deutsche Minderheit dürfte kaum gemeint sein, denn für die interessiert sich kaum jemand in deutschen Landen, erst recht nicht in anderen europäischen Staaten) unterstellt werden. Doch Magyar und Ungar besagen dasselbe aus und tatsächlich lautete der nun abgeschaffte Staatsnamen auch Magyar Köztársaság.

Schutz ungarischer Minderheiten bedeutet keine Einschränkung von Nichtungarn

Die Minderheiten haben ihren Platz in der neuen Verfassung. In der Präambel heißt es: “Wir betrachten die in Ungarn lebenden Nationalitäten und Volksgruppen als konstituierenden Teil der ungarischen Nation.” Artikel H schützt ausdrücklich die Sprachen der ethnischen Minderheiten des Landes, Artikel XIV legt fest, dass niemand wegen seiner Rasse, seiner Hautfarbe, seiner ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit (und so weiter) diskriminiert werden darf.
Die neue ungarische Verfassung beruft sich ausdrücklich auf das Christentum als maßgebende Grundlage der ungarischen Geschichte und Kultur. Sie beruft sich auf den heiligen Stephan (969-1038), den Staatsgründer und ersten Königs Ungarns. Stephan I. wird sowohl von der katholischen als auch der orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt.

Schutz des Lebens in einem Land, in dem jedes dritte Kind getötet wird

Mehrere Kommentatoren, die Sozialisten und Liberalen im Europaparlament und (unsäglich, aber wahr) auch Amnesty International geben sich “entsetzt” darüber, dass die neue ungarische Verfassung das “Recht der Frauen” auf Abtreibung “gefährde”. In der neuen Verfassung heißt es: “Das menschliche Leben (der Fötus) wird vom Augenblick der Zeugung an geschützt.” Bereits bisher galt allerdings eine recht ähnliche Formulierung, die seit 1953 als kommunistische Segnung emanzipatorischer “Befreiung” die millionenfache Ermordung ungeborener Kinder erlaubte. Ungarn wäre nicht das einzige osteuropäische Land, das das Abtreibungsgesetz mit einer solchen oder ähnlichen Formulierung mit einem Feigenblatt versieht. Der Staat beruhigt durch Selbstbetrug das Gewissen der Nation. Eine mit der unrechtmäßigen, aber straffreien Abtreibung in der Bundesrepublik Deutschland vergleichbare Situation. Es muss sich also erst zeigen, ob die ungarische Regierungskoalition und Parlamentsmehrheit ausreichend Kraft und Willen haben, dem mörderischen Treiben und der Verwilderung des Rechtsbewusstseins unserer Zeit ein Ende zu bereiten.
Dass sich die “demokratischen und fortschrittlichen” Kräfte Europas wegen einer möglichen Einschränkung des “Abtreibungsrechts” in einem europäischen Land “sorgen”, in dem fast jedes dritte ungeborene Kind im Mutterleib getötet wird (derzeit kommen jährlich 40.000 Abtreibungen auf 90.000 Geburten), hat geradezu etwas Unheimliches an sich.

Schutz der Ehe und der Familie – keine Homophobie

Dann wäre da noch die behauptete Homo-Feindlichkeit der neuen Verfassung. Was erzürnt in den linken und liberalen Gedankenstuben? Die Formulierung: “Ungarn schützt die Institution der Ehe als eheliche Gemeinschaft von einem Mann und einer Frau.” Eine Formulierung also, die eine gesellschaftliche Ordnung im Blick hat, die die Grundlage einer gefestigten staatlichen Ordnung schafft und damit im Interesse des Allgemeinwohls ist. Budapest verfügt, als Erbe einer achtjährigen sozialistischen Regierung (2002-2010), wie viele europäische Staaten über ein Gesetz, das “eingetragene Partnerschaften”, einschließlich homosexueller, vorsieht. Lediglich sieben von 47 Staaten Europas haben eine “Homo-Ehe” eingeführt. “Wenn also etwas nicht paßt, dann liegt es nicht an der ungarischen Verfassung, sondern an den Köpfen, die ihr Homophobie vorwerfen”, so Casadei.
Ungarische Minderheiten schützen

Nicht weniger Tinte wurde verprasst, um gegen den “ultranationalistischen” Charakter der neuen Verfassung anzuschreiben. Wohlweislich ignorierend, und das ist allerdings eine Kuriosität, dass die einzige rechtsextreme Parlamentspartei Jobbik dagegen stimmte. Stein des Anstoßes für die Kritiker ist, dass es in der Präambel heißt, dass Ungarn auch eine Verantwortung für das Schicksal der Ungarn empfindet, die außerhalb seiner Staatsgrenzen leben und einen Beitrag zum Überleben und zur Entwicklung dieser Gemeinschaften zu leisten gedenkt, damit sie ihre ungarische Identität bewahren können. Eine Formulierung also, die jeder Kulturnation gut zu Gesicht stünde, von der Teile des Volkes aufgrund welcher historischen Ereignisse auch immer in anderen Staaten leben. Die ungarische Verfassung formuliert damit nichts anderes als einen der zentralen Grundsätze des Volksgruppen- und Minderheitenschutzes.
Auch in diesem Fall entlarvt sich die “demokratische” Kritik als ideologische Verblendung. Bereits die stalinistische, und noch geltende Verfassung von 1949, gegen die sich bisher niemand bemüßigt sah, Einspruch zu erheben, enthielt einen ähnlichen Passus. “Die Republik Ungarn fühlt sich verantwortlich für das Schicksal der Ungarn, die außerhalb seiner Grenzen leben und fördert die Stärkung ihrer Verbundenheit zu Ungarn.”

Kritik als Strafaktion für nationales Bewusstsein und christliches Bekenntnis

Warum also überhaupt das Wolfsgeheul? Man kommt der Wahrheit wohl sehr nahe, wenn man dahinter eine Strafaktion gegen die Ungarn annimmt, die es gewagt haben, sich in der neuen Verfassung auf ihre christliche Geschichte zu berufen. Wörtlich heißt es dort: “Wir sind stolz, dass vor tausend Jahren unser König, der heilige Stephan, den ungarischen Staat auf einem festen Fundament gegründet hat und unser Land zu einem Teil des christlichen Europas machte (…). Wir erkennen die Rolle an, die das Christentum zum Erhalt unserer Nation geleistet hat.” Eine Anerkennung, die in keiner Weise die Anhänger anderer Religionen noch der Atheisten schädigt, denn gleich danach besagt die Präambel: Wir respektieren alle religiösen Traditionen unseres Landes” und Artikel VI besagt: “Jeder hat das Recht auf Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Dieses Recht gibt jedem die Möglichkeit, frei seine Religion oder Überzeugung zu wählen oder zu wechseln, zu bekennen oder nicht zu bekennen, zu praktizieren oder die eigene Religion oder das eigene Bekenntnis zu lehren” und so weiter. Das alles klingt herzlich wenig nach christlichem Fundamentalismus. Das Beispiel zeigt, dass es im Europa von heute nicht selbstverständlich ist, ein Minimum an objektiver und umfassender Information zu so wichtigen Themen erwarten zu können.

(Bussola Quotidiana/Giuseppe Nardi)



Gedanken eines christlichen, konservativen Monarchisten dazu:

Es sind Monarchisten in Deutschland und in den Ländern um Ungarn herum, die die neue Verfassung Ungarns mit sehr viel Sympathie betrachten. Und es ist Henning von Normann, der Sprecher der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft (DMG), der die Gedanken vieler auf einen Punkt bringt: „Nach vielen Jahrzehnten der Odyssee hat das ungarische Volk buchstäblich wieder zu sich selbst gefunden, und die deutschen Monarchisten freuen sich für diese große Nation.“

Ein anderer Monarchist blickt eher sorgenvoll auf die deutsche Situation: „Dass alle politisch Verantwortlichen Europas und die Journaille die ungarische Verfassung zerreißt, ist für mich ein Zeichen, dass die Ungarn ein großartiges Werk verrichtet haben. Deutschland hat ja seit der Weimarer Republik keine Verfassung mehr, und laut Artikel 146 des Grundgesetzes ist die deutsche Nation aufgerufen, sich – nachdem die Deutsche Einheit vollzogen wurde - eine neue Verfassung zu geben. Dass dieser Auftrag bis heute nicht erfüllt worden ist, ist vielleicht ein Segen für uns, denn ich will nicht wissen, was da für ein Nonsens heraus käme …“. Im 21. Jahrhundert kann man ja auch tatsächlich nicht mehr erwarten, dass eine Nation sich auf ihre christlichen und geschichtlichen Wurzeln beruft, besonders, nachdem von „Europa“-Institutionen alles getan wird, im Namen der Religions- und Gewissensfreiheit alle Werte und Prinzipen über Bord zu werfen.

Gott“ mit all seinen Geboten und Gesetzen ist aber seit gut zweihundert Jahren massivst bekämpft und in den letzten Jahren erfolgreich aus allen politischen Agenden eliminiert worden, womit wir den Einzug in eine dekadente Kultur geschafft haben. Nichts hat mehr Wert, außer das Wertlose. Wer jedoch in einer „Gesellschaft des Wertlosen" auf bestimmte Werte beharrt, der zieht sich den Ruf des Nestbeschmutzers auf sich – denn Europa erlaubt keine (nationalen) Alleingänge.

Das erste Wort der ungarischen Verfassung ist jedoch „Gott“, und der Geist Gottes, der die Kultur der Magyaren seit mehr als tausend Jahren geprägt hat, schwebt – genauso wie die ungarische heilige Krone – über dieser gesamten Verfassung.

Gott, segne den Ungarn“ - "Isten, áldd meg a magyart"  – während ganz Europa sich selbst aufgegeben hat, ist da eine Nation, die ihre Prinzipien und Werte wieder entdeckt, sie verteidigt, und die wider allen Stürmen des Zeitgeistes fest hält an Geschichte, Glauben und Krone. Die Glückwünsche der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft und die Gebete der europäischen Christen begleiten das ungarische Volk und sichern ihm den größten Respekt und alle Sympathien zu.

H.H.


[Zur ungarischen Heiligen (Stefans-)Krone: Wie die Reichskrone, so gebietet auch die Stephanskrone über eine fast tausendjährige Tradition. Sie wurde sogar noch im Dezember 1916 getragen, als Kaiser Karl I. von Österreich mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs in Budapest zum König von Ungarn gekrönt wurde, nur knapp zwei Jahre vor dem Untergang der Donau-Monarchie. Die Geschichte der Krone reicht bis zur Jahrtausendwende zurück: Angeblich soll Papst Silvester II. im Jahre 1001 die Krone an den kurz zuvor zum Christentum übergetretenen ungarischen König Stephan, dem Schwager des deutschen Kaisers Heinrich II., geschickt haben. Als Zeichen fortdauernder staatlicher Tradition wurde die Stephanskrone in Ungarn zum Gegenstand höchster Verehrung. Lange Zeit galt sie als Symbol und Quelle allen Rechts, der Kontinuität während zahlreicher Epochen der Zerrissenheit und des Verfalls. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte die Stephanskrone 1945 auf wirren Wegen über die amerikanische Militärregierung in die USA, und erst im Jahre 1978 kam sie wieder zurück in ihre alte Heimat.
Besonders auffällig ist das einzigartige schief stehende Kreuz. Von dem kreisförmigen, mit Perlenschnüren geschmückten Reif hängen vier Pendilien herab, also dünne Goldkettchen, an deren Enden Edelsteine befestigt sind.]

Mittwoch, 18. August 2010

Pressebericht der DMG zum 3. Wissenschaftlichen Monarchieforum in Berlin



Es sei mir gestattet, den Pressebericht der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft zum im Oktober in Berlin statt findenden 3. Wissenschaftlichen Monarchieforum zu veröffentlichen.
Anmeldungen können auf der Webseite des Monarchieforum erfolgen, gerne leite ich aber Anfragen oder Anmeldungen sehr gerne weiter.


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