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Montag, 4. Juli 2011

"Als wär's ein Stück von mir" (in memoriam SKKH Erzherzog Dr. Otto von Österreich)

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Wie ein kleiner Enkel, der genau weiß, dass sein Großvater, der schon SEHR alt ist, eines Tages sterben wird, der es aber in seiner Kindlichkeit nicht wahr haben, der es mit aller Gewalt verdrängen will, habe ich mich gefühlt, und zwar seit dem Tag, an dem IKKH Erzherzogin Regina Ihre bescheidene, liebenswürdige, engagierte Seele im vergangenen Jahr dem Herrn zurück gegeben hat. Nun muss sich der Enkel damit abfinden und die schmerzliche Tatsache zu verarbeiten versuchen: Er ist tot:

SKKH Erzherzog Dr. Otto von Habsburg ist am frühen Morgen des heutigen 4. Juli 2011 friedlich und im Kreise seiner Familie - vor allem seiner 7 Kinder - im bayrischen Pöcking am Starnberger See eingeschlafen.


SKKH Erzherzog Dr.Otto von Österreich
(* 20.11.1912 + 04.07.2011)


Wie ein kleiner Enkel, so habe ich voller Achtung, voller Respekt und voller Liebe zu "meinem Großvater" aufgeschaut, der fast 100 Jahre hinter sich hatte, dessen Leben allerdings unruhiger und turbulenter kaum sein konnte, nur weil sein Vater Kaiser von Österreich und König von Ungarn war. Und von diesem Vater hatte er vieles geerbt: KEIN Land, keine Krone und kein Szepter, aber den Glauben, die Friedensliebe und das Verantwortungsbewusstsein für ein christliches, ein geeintes Europa, das seine Stärke nur aus DEM gewinnen konnte, was ihm seine Jahrtausende alte Geschichte hinterlassen, was ihm die Identität aus der Seele jeder einzelnen Nation zu geben hatte. Doch nun ist er, dessen Herz ausschließlich für Europa geschlagen hatte, tot - und vielleicht auch sein Vermächtnis.

Wie ein kleiner Enkel sitze ich nun da, die Tränen unterdrückend aber neben dem tiefen Schmerz auch Stolz im Herzen verspürend. Stolz auf den "Großvater", den ALLE verehrten oder doch zumindest achteten und respektierten. Er hatte mit Leidenschaft und mit Herz den Menschen in Europa etwas zu sagen, und sie alle hörten ihm auch zu - auch wenn sie einen entgegengesetzten Weg eingeschlagen haben. Das Europa, das wir heute vorfinden, ist nicht das Europa, das Erzherzog Otto von Österreich vorgeschwebt hatte. ER wollte keinen Einheitsbrei an ihre Souveränität verlorenen Länder, sondern Europa von starken, christlich geprägten, souveränen Nationen, die eben NUR aus ihrer Souveränitat und geschichtlichen Identität heraus jeder das Ihrige zu einem starken, selbstvewussten und friedlichen, auf ihre christlichen Prinzipien basierenden Europa beitragen könnten. Doch nun sehen wir erniedrigte Völker, die keine Herkunft und kein Ziel kennen, die ihre Kultur und ihre Identität einem zerstörerischen Relativismus aufgeopfert haben.

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Ruhe in Frieden, Otto von Habsburg-Lothringen

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Wie ein kleiner Enkel betrachte ich mir die Bilder aus dem fast 100-jährigen Leben "meines Großvaters", dessen Vater Kaiser von Österreich und König von Ungarn, Böhmen, Mähren, ... war, der am 1. April 1922 im Rufe der Heiligkeit im madeirischen Funchal vertorben, und der vor 7 Jahren zu Ehren der Altäre erhoben wurde. Am 1. April 1989 wurde Kaiserin Zita, eine kluge, stolze, starke und überaus fromme Frau in der Kapuzinergruft beigesetzt, und auch ihre Seligsprechung ist auf dem Wege.
Als kaiserlicher und königlicher Prinz, als Erzherzog von Österreich kam Otto auf die Welt, hatte sogar die Krönung in Budapest miterlebt, doch dann hallte der Pistolenschuss von Sarajewo auf Erzherzog Franz Ferdinand durch den ganzen europäischen Kontinent und weit darüber hinaus. Das Leben, das dann für die Habsburg-Familie begann, ist mit "turbulent" noch recht schmeichelhaft beschrieben. Selbst die Tatsache, dass er eines der größten Feinde des Naziregimes galt, lässt meinen Stolz auf "meinen Großvater" nur noch größer werden, denn wie viele Menschen hatten denn den Mut, nicht nur davor zu warnen, sondern auch öffentlich "NEIN" zu sagen?
Dass Erzherzog Dr. Otto von Österreich unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer alles daran setzte, auch den Fall des "Eisernen Vorhangs" zuwege zu bringen, trug ihm nur zu einem weiteren Artikel im Geschichtsbuch ein wie auch die Tatsache, dass gerade ER, der sein Land liebte, von den politisch Verantwortlichen Österreichs wie die Pest gemieden wurde; vielleicht sahen sie in IHM eine große Gefahr(?).

Wie ein kleiner Enkel fühle ich mich und schaue ich stolz auf das Bild "meines über alles geliebten Großvaters", der nicht "plötzlich und unerwartet" von uns gegangen, dessen Tod wir aber weit weg von uns geschoben haben und dessen Heimgang uns aber nun ein unfassbar großes Stück von uns mitgerissen hat.
... Nein, SKKH Erzherzog Dr. Otto von Habsburg IST nicht mein Großvater, aber ich bin Monarchist, und in der Monarchie ist es nun mal so, dass man sich mit seinem (Staats-)Oberhaupt identifizieren darf, soll, kann. Der Monarch begleitet einen sein ganzes Leben lang, in Erzherzog Ottos Fall sogar das ganze Leben meiner Eltern und Großeltern. Wenn vom Hause Österreich die Rede war, dann ist es SEIN Bild, das mir immer vor Augen kam - genauso wie seinerzeit Franz Josef I. das Bild Österreich-Ungarn unverwechselbar geprägt hatte.

Doch nun ist er nicht mehr - und wir werden Otto von Habsburg-Lothringen furchtbar vermissen, weil er ein kluger, frommer, bescheidener, gemütlicher, humorvoller, großherziger und großzügiger, liebenswerter und liebevoller großer Mann war - das Idealbild eines Großvaters, das Idealbild eines Monarchen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sein Tod dazu beitragen wird, in Europa ein Umdenken einzuleiten, dass nicht nur sein Bild nicht verschwinden, sondern dass auch seine Idee des "Europa der Väterländer" eines Tages Wirklichkeit werden wird.

Mir, seinem "kleinen, seinem überaus traurigen Enkel", wird SKKH Erzherzog Otto von Österreich auf ewig in guter Erinnerung bleiben. Mir, als einem Monarchisten, wird mein Einsatz stets zu SEINER Erinnerung und Ehre sein. Möge Erzherzog Otto in Gott, unserem himmlischen Vater, seine wohlverdiente Ruhe finden.
Gott erhalte, Gott beschütze
Unsern Kaiser, unser Land!
Mächtig durch des Glaubens Stütze
Führt er uns mit weiser Hand!
Laßt uns seiner Väter Krone
Schirmen wider jeden Feind:
Innig bleibt mit Habsburgs Throne
Österreichs Geschick vereint.

In Verbannung, fern den Landen

Weilst Du, Hoffnung Österreichs.

Otto, treu in festen Banden

Steh’n zu Dir wir felsengleich.

Dir, mein Kaiser, sei beschieden

Alter Ruhm und neues Glück!

Bring den Völkern endlich Frieden,

Kehr zur Heimat bald zurück!



Nun kehrt er, Österreichs und Europas Hoffnung, zur Heimat zurück. Gemeinsam mit seiner Gemahlin Erzherzogin Regina von Österreich werden seine sterblichen Überreste am Samstag, den 16. Juli 2011, in der Kapuzinergruft in Wien beigesetzt werden. Als wär's ein Stück von MIR, das in diesem wunderschönen, diesem ergreifenden spanischen Hofzeremoniell zu Grabe getragen wird - so wird es sein, wenn ich - wie ein kleiner Enkel - Abschied von "meinem geliebten Großvater" nehmem muss ... Lebt wohl, kaiserliche und königliche Hoheit Erzherzog Otto, Lebe wohl, Otto von Habsburg, wir werden Dich sehr vermissen, auch wenn wir der Gewissheit sind, dass Du nun Deinen Platz am himmlischen Thron einnahmen darfst. Wir sind stolz darauf, dass Du - wie "unser Großvater" - uns unser Leben lang begleitet hast durch Deine Ideen, Deine Visionen, Deine Taten.


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Lang lebe das Haus Habsburg-Lothringen!
Lang lebe SKKH Erzherzog Karl von Österreich!
Lang lebe die Monarchie!


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Donnerstag, 28. April 2011

Isten, áldd meg a magyart - Gott, segne den Ungarn



"Isten, áldd meg a magyart" ...

... dies ist der allererste Vers  des "Himnusz", wie die ungarische Nationalhymne schlicht  und ergreifend heißt, und genau so schlicht ist die deutsche Übersetzung: "Gott, segne den Ungarn" - punkt.

"Gott, segne den Ungarn" sind auch die ersten Worte, die die neue Verfassung des Landes "Ungarn"  hat (man bemerke: nicht mehr "Republik Ungarn", auch wenn später der Begriff eingeführt wird). Am vergangenen Ostermontag, den 25. April 2011 (dem Tag des Hl. Markus), trat die neue Verfassung in Kraft, die sich das ungarische Volk selbst gegeben hat. Und deren Einleitung alleine treibt schon allen eingefleischten Einheitsbrei-Europäern und allen Medien und vor allem allen großen Tageszeitungen die Zornesröte ins Gesicht.
Aber Ungarn hat das für das noch junge 21. Jahrhundert Unfassbare getan und sich seiner Wurzeln besonnen. Das Land der Magyaren hat sich damit dem Hass der Europa-Diktatoren unterzogen. Der Artikel in „Katholisches, Magazin für Kirche und Kultur" hat es sehr gut dargestellt:

“Ideologischer Hass” gegen Ungarns neue Verfassung
wegen nationaler Identität und christlichen Wurzeln

(Budapest) Unter den 23 post-kommunistischen Staaten ist Ungarn das letzte Land, das sich eine neue Verfassung gibt. Sie tritt am Ostermontag in Kraft, sobald Ungarns Staatspräsident Pal Schmitt sie unterzeichnet haben wird. Statt sich darüber zu freuen, dass die letzte stalinistische Verfassung Europas weggeräumt wird, herrscht Wolfsgeheul in vielen europäischen Redaktionsstuben. Die noch geltende Verfassung war 1949 unter der Regierung von Matyas Rakosi, “Stalins ungarischem Musterschüler”, wie er sich selbst gerne bezeichnete, eingeführt worden und besiegelte die Machtübernahme der kommunistischen Diktatur. Rakosi ließ in seiner Amtszeit 100.000 Oppositionelle einsperren, darunter auch Ungarns katholischen Primas, Kardinal Jozsef Mindszenty, der zu lebenslangem Kerker verurteilt wurde. Mehr als 2000 Antikommunisten ließ er hinrichten.


Stalinistische Verfassung scherte niemanden

Doch statt Freude herrscht Beklommenheit. Europäische Politiker, Journalisten und Kommentatoren überbieten sich in Betroffenheitserklärungen und in Kritik am neuen Verfassungstext. Dass die neue Verfassung vom ungarischen Parlament mit einer großen Mehrheit von fast drei Viertel der Abgeordneten beschlossen wurde, lediglich 44 dagegen stimmten und rund 60 den Saal vor der Abstimmung verließen, wird geflissentlich im Schwange demokratischer Postulate ignoriert. “Jede Schändlichkeit wird dem neuen Text unterstellt”, so Rodolfo Casadei auf Bussola Quotidiana.
Chauvinismus, Homophobie, religiöser Fundamentalismus, Intoleranz, Diskriminierung, Rassismus, Faschismus sind bei den Angriffen gegen Ungarn zu beliebig austauschbaren Begriffen geworden. Es scheint keine politische Beleidigung zu geben, die nicht in Zusammenhang mit dem neuen Verfassungstext und den politischen Gruppen gebracht werden, die ihn ausgearbeitet und beschlossen haben. Die Angriffe richten sich in erster Linie gegen den Bund Junger Demokraten (FIDESZ), die rechtsbürgerliche Partei von Ministerpräsident Viktor Orban und die KDNP, die Christlich-Demokratische Volkspartei, die zusammen über eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament verfügen.
Neben einer gewissen berechtigten Kritik, wie sie wahrscheinlich jeden Verfassungsentwurf im einen oder anderen Punkt treffen wird, verblüffen die Härte und die Form des Frontalangriffs, die den Ungarn aus vielen europäischen Zeitungsspalten entgegenschlägt. Der Inhalt der Pamphlete und die üblichen Bekannten unter den lautstarken Kritikern lassen “blanken ideologischen Hass” erkennen, schrieb Casadei über einen Kommentar von Giorgio Pressburger.

Nationale Identität und christliche Wurzeln versus ethisch-kulturellen Relativismus und Eurokratie

Was aber treibt den linken Zeitdeutern die Glut ins Gesicht? Es sind vor allem zwei Aspekte: Die neue Verfassung betont die nationale Identität und die christlichen Wurzeln Ungarns. Beides geht jenen europäischen “Eliten” gegen den Strich, die ein Europa ohne Wurzeln und ohne erkennbare und unverwechselbare Identität schaffen wollen, dessen Grundlage ein kultureller und ethischer Relativismus sein sollte, der es den politischen Bürokraten Brüssels mit den ihnen nahestehenden Finanzpotentaten ermöglicht, den Kontinent ungehindert und nach Gutdünken zu beherrschen.
Ein beliebiges Beispiel genügt: Ernesto Galli della Loggia führte im Corriere della Sera vom Mittwoch der Karwoche den Wahlsieg der “Wahren Finnen” auf die Entfremdung der “politischen Kaste” vom Volk zurück und sprach von einem “kulturellen Bruch” zwischen einem “aller Sicherheiten” beraubten Volk und den Eurokraten Brüssels. Giorgio Pressburger schrieb nur wenige Seiten weiter, die neue ungarische Verfassung in Grund und Boden. Mit ihrem Inkrafttreten sieht er halluzinierend die Gefahr von Rassismus und Faschismus aufziehen. Wörtlich schrieb er: “Jene Gespenster der Intoleranz, die sich in meinem Ungarn erheben. Die neue magyarische Verfassung weckt die Alpträume der nazistischen und kommunistischen Vergangenheit.” Als Hauptkritikpunkte nennt er: Die Einschränkung der Zuständigkeiten des Verfassungsgerichtes und der Richterselbstverwaltung. Die “Vermischung” von Nation und Staat durch die Einbeziehung der Auslandsungarn. Und nicht zuletzt die “Gefahr”, dass der Ermordung der ungeborenen Kinder im Mutterleib durch ein Abtreibungsverbot ein Ende bereitet werden könnte.
Was besagt die neue Verfassung also wirklich? Sie senkt das Pensionsalter der Richter von 70 auf 62 Jahren. Sie legt fest, dass die Verfassung und die wichtigsten Verfassungsgesetze vom Parlament nur mehr mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit geändert werden können. Sie verlängert einige Amtszeiten, so jene des Generalstaatsanwaltes und des Präsidenten des Rechnungshofs und reduziert einige Zuständigkeiten des Verfassungsgerichtshofs.

Breiter Konsens für neue Verfassung in Ungarn

Kritiker stellen die Verfassung so dar, als gehe sie auf den Willen eines einzigen Mannes zurück, sei daher autoritär und undemokratisch. Eine aufgelegte Verzerrung der Tatsachen. Die Verfassungsänderung war ein Hauptthema von FIDESZ und KDNP im Parlamentswahlkampf 2010. Ungarns Sozialisten (ehem. KP) wiederum bauten ihre Wahlkampagne als Anti-Wahlkampf gegen die Verfassungsänderung auf und warnten die Wähler nach dem Motto:”Falls ihr diesen Mann (Orban) wählt, wird er auch tun, was er ankündigt.” Ungarns Wähler wollten genau das von Orban und haben ihm eine große Mehrheit im Parlament verschafft.
Die weidlich beklagte “Beschränkung” oder gar “Knebelung” des Verfassungsgerichtshofs gilt lediglich für klar umrissene Bereiche und nur solange, bis die Staatsverschuldung, die derzeit 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes entspricht, auf unter 50 Prozent gesenkt werden konnte. Diese Höchstgrenze für die Staatsverschuldung ist in der neuen Verfassung festgelegt und dient der Gesundung der Staatsfinanzen und damit dem Allgemeinwohl.
In welche Unsinnigkeiten sich die Kritik an der neuen Verfassung außerhalb Ungarns versteigt, belegt die Frage nach dem Staatsnamen. Pressburger, um bei diesem Beispiel zu bleiben, behauptete, “die Verfassung schaffe den Namen Republik Ungarn ab, um den eines Magyarischen Landes (Magyaroszag) anzunehmen. Offensichtlich soll damit eine latente Minderheitenfeindlichkeit (gegen Zigeuner, gegen Juden? die deutsche Minderheit dürfte kaum gemeint sein, denn für die interessiert sich kaum jemand in deutschen Landen, erst recht nicht in anderen europäischen Staaten) unterstellt werden. Doch Magyar und Ungar besagen dasselbe aus und tatsächlich lautete der nun abgeschaffte Staatsnamen auch Magyar Köztársaság.

Schutz ungarischer Minderheiten bedeutet keine Einschränkung von Nichtungarn

Die Minderheiten haben ihren Platz in der neuen Verfassung. In der Präambel heißt es: “Wir betrachten die in Ungarn lebenden Nationalitäten und Volksgruppen als konstituierenden Teil der ungarischen Nation.” Artikel H schützt ausdrücklich die Sprachen der ethnischen Minderheiten des Landes, Artikel XIV legt fest, dass niemand wegen seiner Rasse, seiner Hautfarbe, seiner ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit (und so weiter) diskriminiert werden darf.
Die neue ungarische Verfassung beruft sich ausdrücklich auf das Christentum als maßgebende Grundlage der ungarischen Geschichte und Kultur. Sie beruft sich auf den heiligen Stephan (969-1038), den Staatsgründer und ersten Königs Ungarns. Stephan I. wird sowohl von der katholischen als auch der orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt.

Schutz des Lebens in einem Land, in dem jedes dritte Kind getötet wird

Mehrere Kommentatoren, die Sozialisten und Liberalen im Europaparlament und (unsäglich, aber wahr) auch Amnesty International geben sich “entsetzt” darüber, dass die neue ungarische Verfassung das “Recht der Frauen” auf Abtreibung “gefährde”. In der neuen Verfassung heißt es: “Das menschliche Leben (der Fötus) wird vom Augenblick der Zeugung an geschützt.” Bereits bisher galt allerdings eine recht ähnliche Formulierung, die seit 1953 als kommunistische Segnung emanzipatorischer “Befreiung” die millionenfache Ermordung ungeborener Kinder erlaubte. Ungarn wäre nicht das einzige osteuropäische Land, das das Abtreibungsgesetz mit einer solchen oder ähnlichen Formulierung mit einem Feigenblatt versieht. Der Staat beruhigt durch Selbstbetrug das Gewissen der Nation. Eine mit der unrechtmäßigen, aber straffreien Abtreibung in der Bundesrepublik Deutschland vergleichbare Situation. Es muss sich also erst zeigen, ob die ungarische Regierungskoalition und Parlamentsmehrheit ausreichend Kraft und Willen haben, dem mörderischen Treiben und der Verwilderung des Rechtsbewusstseins unserer Zeit ein Ende zu bereiten.
Dass sich die “demokratischen und fortschrittlichen” Kräfte Europas wegen einer möglichen Einschränkung des “Abtreibungsrechts” in einem europäischen Land “sorgen”, in dem fast jedes dritte ungeborene Kind im Mutterleib getötet wird (derzeit kommen jährlich 40.000 Abtreibungen auf 90.000 Geburten), hat geradezu etwas Unheimliches an sich.

Schutz der Ehe und der Familie – keine Homophobie

Dann wäre da noch die behauptete Homo-Feindlichkeit der neuen Verfassung. Was erzürnt in den linken und liberalen Gedankenstuben? Die Formulierung: “Ungarn schützt die Institution der Ehe als eheliche Gemeinschaft von einem Mann und einer Frau.” Eine Formulierung also, die eine gesellschaftliche Ordnung im Blick hat, die die Grundlage einer gefestigten staatlichen Ordnung schafft und damit im Interesse des Allgemeinwohls ist. Budapest verfügt, als Erbe einer achtjährigen sozialistischen Regierung (2002-2010), wie viele europäische Staaten über ein Gesetz, das “eingetragene Partnerschaften”, einschließlich homosexueller, vorsieht. Lediglich sieben von 47 Staaten Europas haben eine “Homo-Ehe” eingeführt. “Wenn also etwas nicht paßt, dann liegt es nicht an der ungarischen Verfassung, sondern an den Köpfen, die ihr Homophobie vorwerfen”, so Casadei.
Ungarische Minderheiten schützen

Nicht weniger Tinte wurde verprasst, um gegen den “ultranationalistischen” Charakter der neuen Verfassung anzuschreiben. Wohlweislich ignorierend, und das ist allerdings eine Kuriosität, dass die einzige rechtsextreme Parlamentspartei Jobbik dagegen stimmte. Stein des Anstoßes für die Kritiker ist, dass es in der Präambel heißt, dass Ungarn auch eine Verantwortung für das Schicksal der Ungarn empfindet, die außerhalb seiner Staatsgrenzen leben und einen Beitrag zum Überleben und zur Entwicklung dieser Gemeinschaften zu leisten gedenkt, damit sie ihre ungarische Identität bewahren können. Eine Formulierung also, die jeder Kulturnation gut zu Gesicht stünde, von der Teile des Volkes aufgrund welcher historischen Ereignisse auch immer in anderen Staaten leben. Die ungarische Verfassung formuliert damit nichts anderes als einen der zentralen Grundsätze des Volksgruppen- und Minderheitenschutzes.
Auch in diesem Fall entlarvt sich die “demokratische” Kritik als ideologische Verblendung. Bereits die stalinistische, und noch geltende Verfassung von 1949, gegen die sich bisher niemand bemüßigt sah, Einspruch zu erheben, enthielt einen ähnlichen Passus. “Die Republik Ungarn fühlt sich verantwortlich für das Schicksal der Ungarn, die außerhalb seiner Grenzen leben und fördert die Stärkung ihrer Verbundenheit zu Ungarn.”

Kritik als Strafaktion für nationales Bewusstsein und christliches Bekenntnis

Warum also überhaupt das Wolfsgeheul? Man kommt der Wahrheit wohl sehr nahe, wenn man dahinter eine Strafaktion gegen die Ungarn annimmt, die es gewagt haben, sich in der neuen Verfassung auf ihre christliche Geschichte zu berufen. Wörtlich heißt es dort: “Wir sind stolz, dass vor tausend Jahren unser König, der heilige Stephan, den ungarischen Staat auf einem festen Fundament gegründet hat und unser Land zu einem Teil des christlichen Europas machte (…). Wir erkennen die Rolle an, die das Christentum zum Erhalt unserer Nation geleistet hat.” Eine Anerkennung, die in keiner Weise die Anhänger anderer Religionen noch der Atheisten schädigt, denn gleich danach besagt die Präambel: Wir respektieren alle religiösen Traditionen unseres Landes” und Artikel VI besagt: “Jeder hat das Recht auf Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Dieses Recht gibt jedem die Möglichkeit, frei seine Religion oder Überzeugung zu wählen oder zu wechseln, zu bekennen oder nicht zu bekennen, zu praktizieren oder die eigene Religion oder das eigene Bekenntnis zu lehren” und so weiter. Das alles klingt herzlich wenig nach christlichem Fundamentalismus. Das Beispiel zeigt, dass es im Europa von heute nicht selbstverständlich ist, ein Minimum an objektiver und umfassender Information zu so wichtigen Themen erwarten zu können.

(Bussola Quotidiana/Giuseppe Nardi)



Gedanken eines christlichen, konservativen Monarchisten dazu:

Es sind Monarchisten in Deutschland und in den Ländern um Ungarn herum, die die neue Verfassung Ungarns mit sehr viel Sympathie betrachten. Und es ist Henning von Normann, der Sprecher der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft (DMG), der die Gedanken vieler auf einen Punkt bringt: „Nach vielen Jahrzehnten der Odyssee hat das ungarische Volk buchstäblich wieder zu sich selbst gefunden, und die deutschen Monarchisten freuen sich für diese große Nation.“

Ein anderer Monarchist blickt eher sorgenvoll auf die deutsche Situation: „Dass alle politisch Verantwortlichen Europas und die Journaille die ungarische Verfassung zerreißt, ist für mich ein Zeichen, dass die Ungarn ein großartiges Werk verrichtet haben. Deutschland hat ja seit der Weimarer Republik keine Verfassung mehr, und laut Artikel 146 des Grundgesetzes ist die deutsche Nation aufgerufen, sich – nachdem die Deutsche Einheit vollzogen wurde - eine neue Verfassung zu geben. Dass dieser Auftrag bis heute nicht erfüllt worden ist, ist vielleicht ein Segen für uns, denn ich will nicht wissen, was da für ein Nonsens heraus käme …“. Im 21. Jahrhundert kann man ja auch tatsächlich nicht mehr erwarten, dass eine Nation sich auf ihre christlichen und geschichtlichen Wurzeln beruft, besonders, nachdem von „Europa“-Institutionen alles getan wird, im Namen der Religions- und Gewissensfreiheit alle Werte und Prinzipen über Bord zu werfen.

Gott“ mit all seinen Geboten und Gesetzen ist aber seit gut zweihundert Jahren massivst bekämpft und in den letzten Jahren erfolgreich aus allen politischen Agenden eliminiert worden, womit wir den Einzug in eine dekadente Kultur geschafft haben. Nichts hat mehr Wert, außer das Wertlose. Wer jedoch in einer „Gesellschaft des Wertlosen" auf bestimmte Werte beharrt, der zieht sich den Ruf des Nestbeschmutzers auf sich – denn Europa erlaubt keine (nationalen) Alleingänge.

Das erste Wort der ungarischen Verfassung ist jedoch „Gott“, und der Geist Gottes, der die Kultur der Magyaren seit mehr als tausend Jahren geprägt hat, schwebt – genauso wie die ungarische heilige Krone – über dieser gesamten Verfassung.

Gott, segne den Ungarn“ - "Isten, áldd meg a magyart"  – während ganz Europa sich selbst aufgegeben hat, ist da eine Nation, die ihre Prinzipien und Werte wieder entdeckt, sie verteidigt, und die wider allen Stürmen des Zeitgeistes fest hält an Geschichte, Glauben und Krone. Die Glückwünsche der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft und die Gebete der europäischen Christen begleiten das ungarische Volk und sichern ihm den größten Respekt und alle Sympathien zu.

H.H.


[Zur ungarischen Heiligen (Stefans-)Krone: Wie die Reichskrone, so gebietet auch die Stephanskrone über eine fast tausendjährige Tradition. Sie wurde sogar noch im Dezember 1916 getragen, als Kaiser Karl I. von Österreich mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs in Budapest zum König von Ungarn gekrönt wurde, nur knapp zwei Jahre vor dem Untergang der Donau-Monarchie. Die Geschichte der Krone reicht bis zur Jahrtausendwende zurück: Angeblich soll Papst Silvester II. im Jahre 1001 die Krone an den kurz zuvor zum Christentum übergetretenen ungarischen König Stephan, dem Schwager des deutschen Kaisers Heinrich II., geschickt haben. Als Zeichen fortdauernder staatlicher Tradition wurde die Stephanskrone in Ungarn zum Gegenstand höchster Verehrung. Lange Zeit galt sie als Symbol und Quelle allen Rechts, der Kontinuität während zahlreicher Epochen der Zerrissenheit und des Verfalls. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte die Stephanskrone 1945 auf wirren Wegen über die amerikanische Militärregierung in die USA, und erst im Jahre 1978 kam sie wieder zurück in ihre alte Heimat.
Besonders auffällig ist das einzigartige schief stehende Kreuz. Von dem kreisförmigen, mit Perlenschnüren geschmückten Reif hängen vier Pendilien herab, also dünne Goldkettchen, an deren Enden Edelsteine befestigt sind.]

Mittwoch, 10. Februar 2010

Regina

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... nun sitze ich hier, meinen Blick zwischen der Tastatur und dem leeren Bildschirm hin und her pendelnd ... will was schreiben, weiß aber nicht WAS.

Was hat denn ein deutscher Monarchist überhaupt dazu zu sagen, wenn ein Mitglied eines anderen Herrscherhauses ablebt? Aber es ist ja nicht nur die Regenbogenpresse, die ihre bescheidenen Brötchen damit verdient, dass sie davon berichtet, was sich in anderen Königs- und Fürstenhäusern getan hat. Hier eine Geburt, dort eine Verlobung oder feierliche Hochzeit oder eben ein Todesfall - es sind ja auch nur Menschen, genau so sterblich wie unser eins.

... und nun sitze ich hier, kratze den Staub aus den Ritzen der Tastatur und frage mich, warum es uns so traurig macht, wenn jemand wildfremdes verstirbt, dem wir nie begegnet sind, der vor allem nie im Mittelpunkt des Weltinteresses stand?


Genau so eine Person war sie, die geborene Prinzessin von Sachsen-Meiningen, Regina, Erzherzogin von Österreich, Mutter des Chefs des Hauses Habsburg und sechs weiterer Kinder, Ehefrau und Wegbegleiterin des Kaisersohnes und in aller Welt hoch geehrten und geachteten Europapolitikers Ottos. Ihre Familie ging ihr über alles, ihr Glaube war ihr Zentrum und ihre "Tankstelle", ihre Kraft war für Erzherzog Otto und die Kinder, für die gesamte Familie Halt. Doch das Herz ...

Der Gesundheitszustand Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit Erzherzog Ottos hat es nicht zugelassen, dass er am feierlichen Requiem seiner geliebten Frau teilnimmt, immerhin ist er schon im 98. Lebensjahr ... Aber um ehrlich zu sein: Mich persönlich hätte es sehr gewundert, wenn man SKKH dort in der St. Puis Kirche in Pöcking gesehen hätte. Wäre nicht wieder ER im Mittelpunkt gewesen? Hätten sich nicht alle Blicke wieder auf den Sohn des letzten katholischen Kaisers der Welt, der vor einigen Jahren selig gesprochen wurde, auf den Sohn der letzten Kaiserin Österreichs, deren Seligsprechungsverfahren in Gange ist, gerichtet? Nein! Regina, Erzherzogin von Österreich, war diejenige, die ihre Seele ihrem Schöpfer zurück gegeben hat, und die Aufmerksamkeit der Welt sollte sich auf die sterblichen Überreste DIESER Frau richten, die interessanterweise die Tradition der starken, humorvollen, selbstbewussten und gläubigen Habsburger Frauen weiterzuführen verstand.

Und Otto?

Über 2oo Familienmitglieder haben sich um den Sarg mit der Kaiserstandarte versammelt, aus aller Herren Länder kamen sie herbei, um IHR die letze Ehre zu erweisen, für ihr Seelenheil zu beten. Erzherzog Otto ist nicht alleine, man kümmert sich rührend um den Kaisersohn ... Und doch ist er alleine, denn sein Halt, seine Stütze, seine zweite Hälfte ist weg, einfach so Heim gegangen ...

Beten wir für IKKH Regina, Erzherzogin von Österreich, aber beten wir auch für Otto, ihren Gemahl, der nun alleine ist, trotz der riesigen Habsburger Familie.

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Mittwoch, 6. Januar 2010

Wilhelm der Zweite Punkt D E


Natürlich
...
... bin ich ein verfechter der Monarchie. Sie ist eine Alternative zur derzeitigen Republik, auf die man alles andere als stolz sein kann.
Natürlich ...
... bin ich - als Katholik - kein glühender Verehrer des Hauses Preußen.
Natürlich ...
... bin ich ein Angehöriger der Deutschen Nation und erachte es von daher als meine Pflicht, dem legitimen Nachfolger des letzten Kaisers meine Unterstützung und meine Treue nicht nur anzubieten, sondern auch zuzusichern.
Natürlich ...
... regt sich in diesem unserem Lande nicht sehr viel, wenn es um die monarchistische Bewegung handelt. Es plätschert gemütlich und kaum wahrnehmbar vor sich hin. Das bedeutet aber auch, dass ich mich trotzdem engagieren kann, dass ich meiner Meinung trotzdem Ausdruck verleihen muss, um andere mitzureißen.
Natürlich ...
... habe ich mich mit dem letzten Kaiser, Wilhelm II., erst einmal intensiver beschäftigen müssen, um mit dem Haus Preußen und vor allem auch mit Seiner Person etwas versöhnt zu werden. Vor einem Jahr feierten wir seinen 150. Geburtstag, und das war auch für mich der Zeitpunkt, in der ich mich entschloss, mich aktiv für die Monarchie in Deutschland einzusetzen.
Natürlich ...
... stimme ich einem anderen jungen Monarchisten zu, der zur Sprache brachte, dass es sehr verwunderlich sei, dass es 1918 vom Volk keine Reaktion, kein Widerstand zur Abschaffung der Monarchie gegeben habe. Das 20. Jahrhundert hat aber für Deutschland und seine Länder einiges an Änderungen gebracht, ohne dass das Volk sein Pro oder Contra zu äußern sich bemühte (außer bei der friedlichen Revolution vom Herbst 1989). Der Monarch wurde für "abgedankt" erklärt, die (erste) Republik ausgerufen, und das Volk ging weiter zur Tagesordnung.
Und natürlich ...
... haben wir an der Monarchie einiges wieder gut zu machen. Wir haben einiges an Wilhelm II. gut zu machen. Und dazu empfehle ich eine hervorragende, engagierte, in gewisser Weise sogar frische Web-Seite: Wilhelm II.

Friedrich Wilhelm Albert Viktor von Hohenzollern (1859-1941),

... in den 30 Jahren von 1888 bis 1918 als Wilhelm II. letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen:
Er ist den heutigen jungen Deutschen – wenn überhaupt – meist nur als polternder Militarist, großspuriger Redner und hohlköpfiger Denkmalfetischist bekannt. Zudem habe er einen autoritären Untertanenstaat regiert, der für die heutige Zeit ohne Bedeutung sei, und Deutschland und die Welt leichtsinnig in den Ersten Weltkrieg hineingesteuert.

Kaum eine Persönlichkeit der neueren deutschen Geschichte ist so umstritten wie die
Wilhelms II. Der Schatten seiner zweifellos überragenden Gestalt reicht bis unsere Gegenwart hinein. Für viele weckt die Erinnerung an ihn und seine Epoche noch heute Ressentiments – dabei sollte mit zunehmendem zeitlichen Abstand ein vorurteilsfreies Bild des letzten Kaisers und der Ära, die wir mit seinem Namen verbinden, möglich sein.

Im Wilhelminismus ist das moderne Deutschland entstanden.Der letzte Hohenzoller auf dem Thron hat – in seiner, wie man leicht vergißt, immerhin 30 Jahre währenden Regierungszeit – erheblich an der Entstehung des modernen Deutschland mitgewirkt. Als Schlüsselfigur, die das Schicksal der Deutschen in hohem Maße mitbestimmt hat, verdient er auch heute noch unser brennendes Interesse. Bild und Wort dieser Website haben sich zum Ziel gesetzt, die zahllosen Fehl- und Vorurteile in neuem Licht zu betrachten und vor allem der jüngeren Generation ein lebendiges und sachliches Bild dieser Epoche zu zeichnen.

Freitag, 4. Dezember 2009

Paradoxon

Der Palast der Republik ist weg -

es lebe der Palast des Volkes!

In der Yahoo-Gruppe Monarchie der Zukunft durfte ich gestern den Bericht des Deutschland-Radio lesen, dass nun der Weg für den italienischen Architekten Franco Stella frei ist, das Berliner Stadtschloss (wieder) zu bauen – endlich. Über die Klagen und Gegenklagen, über „Erschleichung an Wettbewerbsteilnahme“ des einen oder anderen Architekturbüros soll hier gar nicht geredet werden, sondern über ein Symbol, welches Walter Ulbricht 1950 als „Symbol des Absolutismus“ sprengen ließ. Es ist ja vollkommen nachzuvollziehen, dass das Berliner (Stadt-)Schloss den Kommunisten ein Dorn im Auge war.

Das Berliner Schloss im Jahre 1939

Aber nicht minder nachzuvollziehen ist, dass die ehemalige Winterresidenz des Preußischen Kurfürsten-, dann Königs- und späteren Kaiserhauses dem einen oder anderen überzeugten Monarchisten auch ein Symbol ist, wobei der Begriff „Absolutismus“ für keinen von ihnen mit dem Hause Preußen in Verbindung zu bringen sei. „Wer sich objektiv mit der Geschichte des Kaiserreiches von 1871 bis 1918 beschäftigt hat“, so der Vorsitzende eines der monarchistischen Vereinigungen, die es in Deutschland gibt, „der wird feststellen, dass der Absolutismus im Preußischen Königs- und Deutschen Kaiserreich im Grunde genommen ein Fremdwort ist. Schon alleine das Stichwort ‘Otto von Bismarck’ reicht, um den größten Gegner von den für viele Länder Europas vorbildlichen sozialen und demokratischen Errungenschaften der Deutschen Monarchie zu überzeugen.“ Dem fügt ein engagierter, gerade erst 18 Jahre alt gewordener Nachwuchs-Monarchist hinzu: „Das ist auch unsere vornehmste, aber auch schwierigste Aufgabe, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass Monarchie – gerade in Deutschland – absolut kein Widerspruch zur Demokratie ist, ganz im Gegenteil. Warum hätte Kaiser Wilhelm II. „Dem Deutschen Volke“ sonst den Berliner Reichstag bauen lassen sollen?“ Zum Berliner Stadtschloss meint ein Dritter: „Es wird ja auch höchste Zeit, denn der Schlossbau soll ja im Jahre 2016 fertig gestellt sein. Übrigens las ich, daß weit über 5000 Quadratmeter Fläche in diesem Bau noch gar nicht „vermietet“ sind. Aber dafür sind von Bürgern unseres Staates über 80 Millionen Euro gespendet worden. Also liegt ein großes Interesse am Stadtschloss in Berlin vor.“ Wie diese zwei letztgenannten Jung-Monarchisten, so werden sich garantiert viele Monarchisten, wenn sie sich im Oktober 2010 zum 3. Wissenschaftlichen Monarchieforum in Berlin treffen, einen Blick auf die Baustelle werfen wollen.

Berliner Stadtschloss

Woher aber kommt dieses Interesse, das Berliner Schloss, das schon seit Mitte des 15. Jahrhundert an dieser Stelle stand und immer wieder um- und angebaut wurde, bis es schließlich seine Renaissancefassade erhielt, wieder aufzubauen? Außer der Fassade soll zwar nichts an die Zeit der Monarchie erinnern, und das Innere wird als hochmoderne Tagungs-, Bibliotheks- und Ausstellungsstätte, und vor allem Sitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vermietet werden, dennoch ist die Symbolkraft außerordentlich.

Und genau hier bin ich an dem Punkt angelangt, wo Fragen in mir aufkommen.

Bund und Land Berlin haben 2007 beschlossen, dass das Berliner Schloss mit zumindest drei originalgetreuen Fassaden wieder auf gebaut werden soll. Die Kosten dafür werden auf über einer halben Milliarde Eure veranschlagt. Auch wenn nach dem Sturz der Monarchie vor 91 Jahren das Schloss, das als Museum erhalten blieb und im 2. Weltkrieg schwer beschädigt wurde, so war nicht daran zu denken, dass es vollkommen dem Erdboden gleichgemacht werden sollte. Einzig der eingangs schon erwähnte Walter Ulbricht begriff, dass dieses Symbol Fragen aufwirft, Fragen zur Monarchie und zur Geschichte. Diesen Fragen griff der damalige Generalsekretär des ZK der SED vorweg, indem er der Diskussion mit dem Begriff „Absolutismus“ ein Ende setzte. Bund und Land Berlin werden sich damit Abfinden müssen, dass mit der Entscheidung, zumindest die Fassaden des Schlosses wieder zu errichten, Fragen aufgeworfen werden – vielleicht und hoffentlich gerade von der Jugend. Denn DIE sind es, die in den Schulen beigebracht bekommen, dass die Monarchie ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte ist, während die Republik die 60 Jahren unter Beweis stellt, dass ihre Regierungsform das non plus ultra ist.

Es ist doch ein Paradoxon, die Monarchie zu verteufeln und andererseits eines der wichtigsten Symbole dieser Regierungsform wieder aufzubauen. Was aber tun, wenn die Jugend, angeregt durch den Neubau des Berliner Stadtschlosses, dahinter kommt, dass man sie seit über 90 Jahren belogen hat? Fragen werden kommen – welche Antworten haben Sie?

HH

Dienstag, 1. Dezember 2009

Erklärung der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft



Beim vergangenen 2. Wissenschaftlichen Monarchieforum in der Residenzstadt Hechingen hatte die Deutsche Monarchistische Gesellschaft (DMG) eine Erklärung vor Vertretern der Presse veröffentlicht und Stellung duch Vertreter der Kaisertreuen Jugend (KJ) und des Bundes aufrechter Monarchisten (BaM) bezogen. Es ist mir eine große Ehre, die "Erklärung der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft zur Monarchie in Deutschland" hier zu veröffentlichen:



Erklärung der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft


Die Deutsche Monarchistische Gesellschaft, die im Verbund ist mit dem Bund aufrechter Monarchisten, der Kaisertreuen Jugend und der Pro Monarchie Stiftung (i.G.), erklärt, dass sie sich folgende Aufgaben und Ziele gesetzt hat:

Auf absehbare Zukunft soll, sofern es der Wille des Volkes ist, die parlamentarische Monarchie in Deutschland wieder eingeführt werden. Es versteht sich, dass damit das derzeitige Staatsoberhaupt der Bundesrepublik, der Bundespräsident, durch die Einsetzung eines Monarchen ersetzt werden soll.

Zur Erreichung dieses Zieles, der Umwandlung der Staatsform von der Republik zur Monarchie, ist unser fester Wille darauf gerichtet, die Bürger dieses Landes durch wissenschaftliche Foren, Vorträge und Publikationen von dem Irrglauben abzubringen, dass Monarchie ein Gegensatz zur Demokratie sei. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist elementarer Bestandteil unseres Staates, dessen Bürger in kooperativem, friedlichem und freundschaftlichem Verhältnis mit ihren Nachbarn – die übrigens überwiegend in Monarchien leben - verbleiben wollen. Dass dies erreicht werden kann, erfordert von uns die unabdingbare Anerkennung aller völkerrechtlichen Beschlüsse und die Anerkennung der föderativen Verfassung des deutschen Staates.

Die Aufgaben des zukünftigen Monarchen werden in etwa mit denen des derzeitigen Bundespräsidenten übereinstimmen, also Repräsentation der Nation nach außen und vor allem nach innen. Der Monarch wird durch die Tatsache, dass er nicht gewählt wurde und von seiner Kindheit an mit der Aufgabe und Funktion seines hohen, überparteilichen Amtes vertraut gemacht wurde, eine starke Identifikation mit seinem Volk und umgekehrt erreichen. Dadurch wird gewährleistet sein, dass der Monarch durch sein Vorbild Werte und Ideale vermittelt.

Es ist unsere feste Überzeugung, dass dem deutschen Volke nur durch einen Monarchen als Identifikationsfigur an der Spitze eine Selbstbesinnung auf seine Herkunft, seine Wurzeln und seine christlichen Werte möglich sein wird. Das ist unsere Vision und darauf arbeiten wir hin.


Dienstag, 17. November 2009

3. Monarchieforum in Berlin im Oktober 2010



3. Wissenschaftliches Monarchieforum im Oktober 2010 in Berlin

Wie Sie ja hier gelesen haben, fand Ende Oktober 2009 in der Hohenzollernschen Residenzstadt Hechingen das 2. Monarchieforum statt - ein Ereignis, das in jeder Hinsicht ein Erfolg war. Keine Spinner, keine Ewiggestrige, keine Fantasten und Utopisten, sondern Menschen jeder Alters- und Gesellschaftsgruppen, Leute, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, trafen sich, um über die Möglichkeit einer parlamentarischen Monarchie in Deutschland zu reden. Auch Monarchisten aus anderen europäischen Ländern - bis hin nach Russland - reisten interessiert an und gingen zufrieden wieder nach Hause.

Die Resonanz der Teilnehmer und der Bürger Hechingens war enorm, und das gibt uns von der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft (DMG), die im Verbund ist mit dem Bund aufrechter Monarchisten (BaM) und der Kaisertreuen Jugend (KJ) den Ansporn, die Arbeiten für das nächste Monarchieforum in Angriff zu nehmen.

Preußische Königskrone

Schreiben Sie sich schon einmal folgenden Termin in den Kalender:

3. Wissenschaftliches Monarchieforum
vom 08. bis 10. Oktober 2010
in Berlin und Potsdam

Thema:
Die Monarchie im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne

Es wird einen Vortrag geben, welcher einen (wissenschaftlichen) Vergleich zieht zwischen Monarchie und Republik, des Weiteren soll mittels eines Vortrages einer herausragenden Person des Hauses Preußen gedacht werden, deren 200. Todestages wir 2010 begehen: Königin Luise von Preußen.

Kulturell wird Berlin und Potsdam ebenfalls einiges zu bieten haben, wir werden aber versuchen, auf den Pfaden des Hauses Preußen in diesen Zentren des Kaiser- und Königshauses Preußen zu wandeln. Inwiefern ein persönlicher Kontakt mit dem Hause Preußen herzustelllen sein wird .... wir arbeiten dran :) ... drückt uns die Daumen.



Wie in den ersten beiden Monarchieforen, so wird auch in Berlin genügend Möglichkeit geboten, Zeit für persönliche Gespräche untereinander zu finden, denn gerade diese Kontaktaufnahme und -pflege hat sich als elementarer Teil solcher Veranstaltungen herausgestellt.
Zum Abschluss wird auch im Jahre 2010 ein Gottesdienst gefeiert werden, denn ein Bekenntnis zu unseren christlichen Werten gehört genau so zur Monarchie wie ein Bekenntnis zu den unverzichtbaren Traditionen - die NICHT im Widerspruch stehen müssen zur Moderne. Ein Sich-Hinwenden zur Zukunft, der Wille zum Fortschritt kann nur dann Sinn machen und Erfolg versprechen, wenn die Werte und Ideale der Geschichte und wenn Traditionen verstanden und richtig umgesetzt werden. Ein Ablehnen von Traditionen und Werten ist eine Verleugnung der eigenen Identität. Und eine Zukunft ohne eigene Identität ist sinnlos.

Merkt Euch bitte den Termin im Oktober 2010. Sobald das Programm steht, wird Euch hier eine Einladung zu kommen. Ich freue mich schon riesig drauf - vielleicht lernt man sich ja kennen?!?

HH

Freitag, 13. November 2009


Wissenschaftliches Monarchie-Forum in der Hohenzollernstadt

Christentum und Wiedererkennung von Werten der Gesellschaft im Focus

von Marianne Brückl

mb - Neugierig war man ja aufgrund der Plakate des für den 23. bis zum 25. Oktober angekündigten 2. Monarchieforums in der Residenzstadt Hechingen. Aber kaum jemand wusste so recht was mit dem Begriff anzufangen – und nur Wenige trauten sich, den Vorträgen und Diskussionen am Freitag im Hotel "Brielhof" und am Samstag in der hiesigen Stadthalle beizuwohnen. Erst am Sonntag beim Abschluss-Gottesdienst in der Johannes-Kirche beschnupperten Einheimische die "Monarchisten" und waren letztendlich positiv überrascht.

Zwei Offiziere des Geschichtsvereins in traditioneller Uniform vom 13. Pionier-Bataillon (Foto: mb)

Wer zu dieser Veranstaltung der "Deutschen Monarchistischen Gesellschaft" am 23. Oktober bundesweit anreiste, wurde nicht enttäuscht. Ein vielfältiges Tagungsprogramm mit Grußbotschaften russischer Monarchisten, Vorträgen bedeutender Referenten wie z.B. des Sperchers der DMG, Henning von Normann, der Geschäftsführerin Ingrid Seigis von CSI (Christian Solidarity International) Deutschland, des Historikers und Dozenten an der Uni Potsdam, Prof. Dr. Julius Schoeps, dem Prager Gastredner Ing. Jindrich Jencek sowie Günter Marklein, Leiter des Bismarck-Museums in Jever zu historischen Hintergründen, Gesellschaftsformen und Wertestrukturen von Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit, gab den Teilnehmern die Möglichkeit, sich selbst ein Bild zu machen über heutige Moralbegriffe und Vorbildfunktionen in Europa.

Aber auch die kulturelle Seite kam an diesem Wochenende für die Tagungsteilnehmer nicht zu kurz. Denn einmal in diesem historischen Städtchen, durfte selbstverständlich auch ein Besuch der Burg Hohenzollern mit Führung im Programm des Monarchieforums nicht fehlen. Wer den Fußmarsch nach oben nicht bei Sonnenschein antreten konnte, wurde aber trotz Nebels durch den majestätischen Anblick der Burg mit ihren wunderschönen Außenanlagen entschädigt.

Burg Hohenzollern im Nebel (Foto: mb)

Der Konstantin-Saal der Stadt Hechingen bot ein ansprechendes Ambiente für eine Vortragsveranstaltung, die geprägt war von Beiträgen fachlich kompetenter Historienkenner. Bei seiner Ansprache am Samstag zeigte sich auch der Hechinger Bürgermeister Jürgen Weber sehr offen gegenüber dem Forum und erklärte, wie positiv überrascht er über die freiheitlichen und demokratische Ziele der "Monarchisten" sei, und dass Unsicherheit der Hechinger zu dieser noch geringen Frequentierung der Veranstaltung geführt hätten.

Bürgermeister Weber setzt positive Signale (Foto:mb)

Prof. Dr. Schoeps, der im Anschluss die Thematik "Gegen die Verteufelung Preußens und der preußischen Tugenden in unserer Zeit" aufgriff, widmete sich in seinem Vortrag verstärkt der Fragestellung der Solidarität und Toleranz, die heute aufgrund von mangelndem Pflichtbewusstsein den Menschen gegenüber immer mehr in den Hintergrund gerät. "Wir sprechen heute von Solidarität und Toleranz – und meinen damit den Wert einer sittlichen Handlung, die Fähigkeit also, Gesinnung auf moralischer Grundlage zu entwickeln und dementsprechend zu leben." so der Professor. Dass eine Gesellschaft ohne sittliche und ethnische Fundamente überhaupt existieren kann, zieht er in Zweifel. Er regte an, im Interesse aller anzufangen, darüber nachzudenken, wie auf Dauer eine Gesellschaft ohne diese Werte überhaupt fortbestehen könne.

Der abschließende Gottesdienst in der Johannes-Kirche gab den Hechingern dann am Sonntag Gelegenheit, im Rahmen einer inhaltlich sehr ansprechenden Predigt, aufklärende Gespräche mit den Teilnehmern des Monarchie-Forums zu führen.
Wer an diesem Wochenende nicht beim Forum dabei sein konnte, der hat im nächsten Jahr beim 3. Monarchieforum 2010 in Berlin die Möglichkeit, Einblick in die Arbeit der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft zu erhalten.


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