Dienstag, 23. Februar 2010

2. Osmanischer Kongress



2. Osmanischer Kongress in Mönchengladbach

Während in der deutschen Landschaft viel Unkraut an Unwissenheit der ismischen Geschichte, des Unverständnisses der osmanischen Kultur und des Unfriedens alles Islamischen Gegenüber wuchert, und gewisse politische Strömungen auch noch ihren gefährlichen Dünger darauf gießen und somit den Garten in ein unansehnliches und unbestellbares Feld verwandeln, blüht – fast unbemerkt - ein kleines, zartes Pflänzchen auf, welches mit viel Liebe und Sorgfalt gehegt, gepflegt und beschützt wird. Dieses Pflänzchen ist ein im vergangenen Jahr in Köln entstandener Verein, und "Gärtner" sind einige junge Menschen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, mittels dieses Vereins einen wunderschönen Farbtupfer in die verwilderte deutsche Landschaft reinzusetzen.

Es handelt sich um den Ottoman Club, einem Geschichtsverein, dem daran gelegen ist, mit Hilfe verschiedener Foren, Exkursionen und Vortragsveranstaltungen das Jahrhundertealte Osmanische Kaiserreich nicht nur aus dem historischen Blickwinkel zu beleuchten, sondern auch mit Mitgliedern des Ottoman Clubs, mit Freunden und Interessenten die Bedeutung des Osmanischen Herrscherhauses für das 21. Jahrhundert zu thematisieren.

Keine hundert Jahre sind es her, dass das deutsche Kaiserreich und das Osmanische Reich außergewöhnlich starke Partner und engste Verbündete waren, die Freundschaft der beiden Länder war sogar vorbildhaft. Auf dieser Grundlage wird auch der 2. Osmanische Kongress, welcher am Samstag, den 19. Juni, in Mönchengladbach statt finden wird, seine geschichtlichen Vorträge basieren. Unter anderem der aus Oldenburg kommende Historiker und 1. Vorsitzende der Gesellschaft für Wilhelminische Studien e.V., Herr Jörg-Michael Henneberg, wird „Das Osmanische Reich und Wilhelm II: Auf dem Weg nach Europa“ beschreiben, woraufhin der Gründer und 1. Vorsitzende des Ottoman Clubs seine Pfade eher ins 21. Jahrhundert einschlägt, in dem er vom „Erbe und Auftrag: Was blieb von den Osmanen?“ einschlagen wird. Immerhin ist die Anwesenheit und ein Grußwort des Schirmherrn des Ottoman Clubs, ein in der Schweiz lebender Prinz aus dem Osmanischen Kaiserhaus, S.K.H. Sehzade Selim Djem Efendi, bei diesem Kongress, als recht sicher.

Der Ottoman Club nennt sich sehr selbstbewusst: „Defenders of the Ottoman Throne“ – „Verteidiger des osmanischen Throns“, und ihre Herausforderungen im 21. Jahrhundert liegen für  diese junge Vereinigung darin, Jung und Alt von der Faszination nicht nur der "Geschichten von 1001 Nacht", sondern der Faszination der Geschichte des Osmanischen Reiches näher zu bringen und mithilfe von Historikern, Wissenschaftlern des Sozialen und des Kulturellen, mit Autoren und Poltikwissenschaftlern regelrecht die Geschichte des Osmanischen Herrschaftsgebietes und Herrscherhauses zu erforschen, um auf diesem Wege einen nicht unwesentlichen Beitrag zur Völker- und Kulturverständigung beizutragen, damit dieses mittlerweile extrem unbestellbare Feld eines Tages mit unser aller Hilfe wieder ein bunt-blühender und vor allem gesunder Garten wird.

2. Osmanischer Kongress
Samstag, 19. Juni 2010, 14.00 Uhr

Kaiser-Friedrich-Halle Mönchengladbach
Raum "Kaisereck"
Hohenzollernstr. 15
41061 Mönchengladbach
(Teilnahmegebühr € 10,00)

 

Montag, 15. Februar 2010

Was wäre, wenn ...?


Es ist einfach ZU schön, was ich heute in der Yahoo!-Gruppe "Monarchie der Zukunft" gelesen habe, so dass ich mir - natürlich ganz unauffällig - erlaube, den Beitrag hier weiterzugeben, denn DAS MUSS man gelesen haben.

Es handelt sich hier um einen Beitrag aus dem "Spiegel" vom November 1968; eine Zeit, in der es in Deutschland eh recht turbulent zuging. Die Republik wurde in ihren Grundfesten erschüttert, so dass sie den revoltierenden "68ern" fast alles gab, was sie verlangten. Hier soll nun aber nicht über das Jahr 1968 gesprochen werden. denn dieses Jahr war der Beginn und zugleich der Gipfel des Werteverfalls. Der Ruf "Unter den Talaren der Mief von tausend Jahren" zeigt nur zu deutlich, dass sie gewillt waren, mit allen Traditionen abzurechnen - und sie haben es ja auch so gut wie geschafft ...

Zurück aber zu dem "Spiegel"-Beitrag vom November 1968, in der sich die ersten Zeitgenossen Gedanken über den im Mai 1969 neu zu wählenden Bundespräsidenten machten. Nur gut, dass der Bundespräsident nicht vom Volk gewählt wird, wer weiß, welcher Kandidat gewählt werden würde.
"Der beste, der würdigste Mann muß Bundespräsident werden.", so fängt der Artikel an, und da wüßte ich heute, im Jahre 2010 einige, die ich bei Namen nennen könnte - aber es wären keine Politiker dabei. Die Stimmen des Jahres 1968 kamen - trotz der fast schon revolutionären Zustände von jungen Linken - auf einen Namen, mit dem die gesamte Presse garantiert nie gekommen wäre: Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Er sollte das Volk nach innen und nach außen repräsentieren, denn ER war in der Tat der Würdigste - bis zu seinem Tod.
Auch wenn ich hie und da schon habe verlauten lassen, dass ich kein SEHR großer Verehrer des Hauses Preußen bin, so bildet SKH Prinz Louis Ferdinand in jeder Hinsicht eine Ausnahme ...

Aber ... was wäre, wenn ...
... diese unsere mittlerweile schon 60 Jahre alte Republik mal etwas Courage zeigen würde, und den Bürgern etwas mehr Demokratie zutrauen würde. Immerhin soll das Staatsoberhaupt das Volk vertreten, also sollte das Volk doch auch entscheiden dürfen, WER "der beste, der würdigste Mann" ist ...



UNVERZICHTBARE KAISERKRONE

Von Otto Köhler, 18.11.1968

Ende September meinte "Quick":

"Der beste, der würdigste Mann muß Bundespräsident werden." "Quick"-Leser sollten schreiben, wen sie wählen würden. Denn kein Politiker könne "daran vorbeigehen, wen das Volk für den würdigsten Repräsentanten hält".

"Quick" stellte zwölf Kandidaten auf. Elf hatten ein Parteibuch -- einer hatte keines. "Quick" empfahl den Würdigsten: "Egal, welches Parteibuch er hat. Egal, ob er überhaupt eines hat."

Das -- schreibt "Quick" -- "überraschende" Ergebnis: Der Mann ohne Parteibuch wurde Sieger. Das Volk der "Quick"-Leser hatte mit 39,8 Prozent Prinz Louis Ferdinand, den Enkel des "Ich-kenne-keine-Parteien-mehr"-Wilhelm, zum Präsidenten gekürt.

Weit zurück blieben die Männer der Parteien: Carlo Schmid 16,2, Erhard 10,4, alle übrigen neun zwischen 7,0 und 1,0 Prozent.

Mag sein, die Parteien-Demokratie hat "Quick"-Leser enttäuscht -- doch in einem Bundespräsidenten Fritz Teufel erblickte nur ein einsamer "Quick"-Leser aus Nauheim einen Fortschritt zu Heinrich Lübke, die meisten drängten zurück zum Fürstenhaus. Aus Friedberg jubelte eine Leserin: "Ein Abkomme der Hohenzollern, denen wir unendlich viel verdanken!" Ein Hohenzollern-Fan aus Bielefeld erkannte: "Die Staatsform Demokratie ist ein Mißstand. Der vulgus kann sich auf die Dauer nicht selbst regieren." Etwas anders sah es eine Berlinerin: "Wer ist denn eigentlich heute demokratisch und lebt es uns vor? Die Fürstenhäuser!"

"Quick"-Leser kennen sich eben In Fürstenhäusern aus, und "Quick"-Chef Agthe, der seine Leser kennt, gesteht, daß ihn der Sieg des Prinzen nicht überraschte.

Doch eine bundesdeutsche Zeitung wollte das "Quick"-Plebiszit nicht anerkennen. "Deutsche", fragte "Bild", "Deutsche, wollt ihr wirklich einen Prinzen?" Und "Bild" sagte: ",Bild' kann das nicht so recht glauben." Deshalb: die "Bild"-Volksabstimmung.

Am letzten Donnerstag hatten "Bild"-Leser die "Quick"-Leser überrundet. 55,6 Prozent der "Bild"-Leser wählten Louis Ferdinand, das sind 16 Prozent mehr als die Fürstenwähler in "Quick". Ein stolzes Ergebnis -- und zugleich eine schallende Ohrfeige für den "Bild"-Redakteur, der auf den unglücklichen Gedanken kam, wir Deutschen, wir "Bild"-Leser, wollten am Ende nicht Louis Ferdinand haben.

Dieser Redakteur hatte sich an dem ehernen Grundsatz der "Bild" -- Familie vergangen, daß wir nämlich zusammenhalten wollen auf Gedeih und Verderb, daß uns kein Parteien-Zwist trennen soll -- am allerwenigsten in der Präsidentenfrage. Hatte nicht gerade erst "Bilds" Schwester-Zeitung "BamS" einen gemeinsamen Kandidaten Leber für CDU und SPD mit der drängenden Frage propagiert: "Gelingt es doch noch, einen "Wahlkampf' um die Nachfolge von Präsident Lübke zu vermeiden?" Hatte "BamS" nicht frohlockt, daß diese Ansicht "bei vielen Menschen ein Aufatmen" ausgelöst hatte. Und jetzt "Bild"-Widerstand gegen den großen Gemeinsamkeits-Kandidaten Louis Ferdinand, den fürstlichen Mann über allen Parteien? Nein, diese "Bild" -Inkonsequenz mußte am entschlossenen Widerstand der "Bild" -Leser scheitern.

Bleibt die bange Frage: Louis Ferdinand, nimmt er das Amt an?

"Quick" wollte es wissen. "Quick" hat ihn aufgesucht. Der Prinz, erschauerte "Quick", öffnet die Haustür "selbst", entkorkt "eigenhändig" die Flasche, ja "Seine Kaiserliche Hoheit" holt Appetithappen und belegte Brote "selbst" aus der Küche. Und, man staune mit "Quick": "Würde und Überlegenheit büßt er dadurch nicht ein."

Ja, aber was erzählten Seine Kaiserliche Hoheit eigenmündig den "Quick"-Kurfürsten aus München? Undementiert steht es seit zwei Wochen in "Quick". Kaiserliche Hoheit würden uns die Huld antun, das Amt des republikanischen Bundespräsidenten anzunehmen. Allerdings, als Deutscher, der Kaiserliche Hoheit unzweifelhaft sind, würden höchstdieselbe ihren Rechtsstandpunkt gegenüber dem Phänomen der 1918 ausgebrochenen deutschen Republik nicht aufgeben. Also das ist klar: "Falls ich in dieses Amt berufen würde, würde ich auf den mir zustehenden Anspruch auf die deutsche Kaiserkrone nicht verzichten."

Mittwoch, 10. Februar 2010

Regina

+

... nun sitze ich hier, meinen Blick zwischen der Tastatur und dem leeren Bildschirm hin und her pendelnd ... will was schreiben, weiß aber nicht WAS.

Was hat denn ein deutscher Monarchist überhaupt dazu zu sagen, wenn ein Mitglied eines anderen Herrscherhauses ablebt? Aber es ist ja nicht nur die Regenbogenpresse, die ihre bescheidenen Brötchen damit verdient, dass sie davon berichtet, was sich in anderen Königs- und Fürstenhäusern getan hat. Hier eine Geburt, dort eine Verlobung oder feierliche Hochzeit oder eben ein Todesfall - es sind ja auch nur Menschen, genau so sterblich wie unser eins.

... und nun sitze ich hier, kratze den Staub aus den Ritzen der Tastatur und frage mich, warum es uns so traurig macht, wenn jemand wildfremdes verstirbt, dem wir nie begegnet sind, der vor allem nie im Mittelpunkt des Weltinteresses stand?


Genau so eine Person war sie, die geborene Prinzessin von Sachsen-Meiningen, Regina, Erzherzogin von Österreich, Mutter des Chefs des Hauses Habsburg und sechs weiterer Kinder, Ehefrau und Wegbegleiterin des Kaisersohnes und in aller Welt hoch geehrten und geachteten Europapolitikers Ottos. Ihre Familie ging ihr über alles, ihr Glaube war ihr Zentrum und ihre "Tankstelle", ihre Kraft war für Erzherzog Otto und die Kinder, für die gesamte Familie Halt. Doch das Herz ...

Der Gesundheitszustand Seiner Kaiserlichen und Königlichen Hoheit Erzherzog Ottos hat es nicht zugelassen, dass er am feierlichen Requiem seiner geliebten Frau teilnimmt, immerhin ist er schon im 98. Lebensjahr ... Aber um ehrlich zu sein: Mich persönlich hätte es sehr gewundert, wenn man SKKH dort in der St. Puis Kirche in Pöcking gesehen hätte. Wäre nicht wieder ER im Mittelpunkt gewesen? Hätten sich nicht alle Blicke wieder auf den Sohn des letzten katholischen Kaisers der Welt, der vor einigen Jahren selig gesprochen wurde, auf den Sohn der letzten Kaiserin Österreichs, deren Seligsprechungsverfahren in Gange ist, gerichtet? Nein! Regina, Erzherzogin von Österreich, war diejenige, die ihre Seele ihrem Schöpfer zurück gegeben hat, und die Aufmerksamkeit der Welt sollte sich auf die sterblichen Überreste DIESER Frau richten, die interessanterweise die Tradition der starken, humorvollen, selbstbewussten und gläubigen Habsburger Frauen weiterzuführen verstand.

Und Otto?

Über 2oo Familienmitglieder haben sich um den Sarg mit der Kaiserstandarte versammelt, aus aller Herren Länder kamen sie herbei, um IHR die letze Ehre zu erweisen, für ihr Seelenheil zu beten. Erzherzog Otto ist nicht alleine, man kümmert sich rührend um den Kaisersohn ... Und doch ist er alleine, denn sein Halt, seine Stütze, seine zweite Hälfte ist weg, einfach so Heim gegangen ...

Beten wir für IKKH Regina, Erzherzogin von Österreich, aber beten wir auch für Otto, ihren Gemahl, der nun alleine ist, trotz der riesigen Habsburger Familie.

+

Donnerstag, 21. Januar 2010

Gründung des Königin Luise Bundes


An die Damen ...

es ist ja schon interessant festzustellen, dass die „Monarchie“ anscheinend nur eine Angelegenheit der Herren ist. Auch wenn wir in der Bundesrepublik eine Frau als Bundeskanzler haben, so scheint Politik doch eindeutig eine männliche Domäne zu sein. Das ist eigentlich eine Feststellung, die wir nur ungerne zur Kenntnis nehmen. Von daher möchten wir uns mit diesen Worten einmal ausschließlich an die Damen wenden.

Sie wissen nur zu gut, dass die Frau es ist, die das Schicksal der Familie steuert, auch wenn der „Mann die Hosen an hat“. Sie wissen nur zu gut, dass der Mann nur ein guter Verantwortungsträger ist, wenn er eine starke Frau hinter sich oder an seiner Seite hat, die ihm in seiner Entscheidungsfindung hilft. Sie wissen nur zu gut, dass Frauen, die in der Politik eine leitende Stellung inne hatten, mehr Aufmerksamkeit erregen als Männer. Diese Aussagen mögen vielleicht klischeehaft sein, doch andererseits möchten wir Ihnen eine Dame vorstellen, die keine politische Funktion inne hatte, und die doch Politik in entscheidendem Maße gemacht hat – zum Wohle ihrer Familie, Ihres Mannes und ihrer Nation: Königin Luise von Preußen.

Es ist nicht nur der Tatsache zu verdanken, dass wir in diesem Jahr ihren 200.ten Todestag feiern, dass uns mehr mit dieser herausragenden Frauenpersönlichkeit des 19. Jahrhunderts beschäftigen lässt. Es ist der Umstand, dass Frauen sich der Verantwortung ihrer Familie gegenüber und weit darüber hinaus naturgemäß vollkommen „anders“ bewusst sind als die Männer. Das wussten auch die Frauen, die zum Andenken und aus Verehrung Königin Luises vor zweihundert Jahren eine Stiftung ins Leben riefen, die dann später in den „Königin Luise Bund“ umgewandelt wurde. Dass der „Luisenbund“ 1934 verboten wurde, ist nur ein beredtes Indiz, dass man den Frauen, besonders denen von Rang, Ansehen und Namen, das Wort zu erheben unterbinden musste. Aber Frauen HABEN was zu sagen, das wissen Sie besser als wir Männer. Und dass wir, die wir „die Hosen an haben“ auf Ihr Wort, Ihren Rat und Ihre Meinung angewiesen sind, ist eine Weisheit, die wir nicht erst seit unseren Großmüttern wissen.

Es ist uns von daher ein Anliegen, verehrte Damen, sie zu ermuntern, in dem neu zu gründenden „Luisenbund“ aktiv zu werden. Es ist unser Wunsch, dass Sie uns mit Ihrer Weisheit, Ihrer Weitsicht und Ihrer Weltoffenheit zur Seite stehen. Der Luisenbund soll keine Neu-Gründung, sondern eine Wieder-Gründung des Bundes, den verantwortliche, selbstbewusste und ehrenhafte Frauen vor 200 Jahren im Gedenken an die heldenhafte, mutige und für ihr in Drangsal befindlichen Land einstehende Königin errichteten.

Frauen, die sich im Kreis Gleichgesinnter Damen austauschen möchten, Frauen, die ihrer unverzichtbaren Stimme Gewicht verleihen möchten, Frauen, die sich ihrer Verantwortung für die „Familie“ im kleinen und im Großen Rahmen bewusst sind, möchten wir herzlich anregen, im „Luisenbund“ aktiv zu werden, weil die Politik keine reine Männersache ist.

Herzlichst,

Heinrich Hoffmann :)


Siehe dazu bei Facebook

Siehe auch: Monarchie der Zukunft


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Mittwoch, 6. Januar 2010

Wilhelm der Zweite Punkt D E


Natürlich
...
... bin ich ein verfechter der Monarchie. Sie ist eine Alternative zur derzeitigen Republik, auf die man alles andere als stolz sein kann.
Natürlich ...
... bin ich - als Katholik - kein glühender Verehrer des Hauses Preußen.
Natürlich ...
... bin ich ein Angehöriger der Deutschen Nation und erachte es von daher als meine Pflicht, dem legitimen Nachfolger des letzten Kaisers meine Unterstützung und meine Treue nicht nur anzubieten, sondern auch zuzusichern.
Natürlich ...
... regt sich in diesem unserem Lande nicht sehr viel, wenn es um die monarchistische Bewegung handelt. Es plätschert gemütlich und kaum wahrnehmbar vor sich hin. Das bedeutet aber auch, dass ich mich trotzdem engagieren kann, dass ich meiner Meinung trotzdem Ausdruck verleihen muss, um andere mitzureißen.
Natürlich ...
... habe ich mich mit dem letzten Kaiser, Wilhelm II., erst einmal intensiver beschäftigen müssen, um mit dem Haus Preußen und vor allem auch mit Seiner Person etwas versöhnt zu werden. Vor einem Jahr feierten wir seinen 150. Geburtstag, und das war auch für mich der Zeitpunkt, in der ich mich entschloss, mich aktiv für die Monarchie in Deutschland einzusetzen.
Natürlich ...
... stimme ich einem anderen jungen Monarchisten zu, der zur Sprache brachte, dass es sehr verwunderlich sei, dass es 1918 vom Volk keine Reaktion, kein Widerstand zur Abschaffung der Monarchie gegeben habe. Das 20. Jahrhundert hat aber für Deutschland und seine Länder einiges an Änderungen gebracht, ohne dass das Volk sein Pro oder Contra zu äußern sich bemühte (außer bei der friedlichen Revolution vom Herbst 1989). Der Monarch wurde für "abgedankt" erklärt, die (erste) Republik ausgerufen, und das Volk ging weiter zur Tagesordnung.
Und natürlich ...
... haben wir an der Monarchie einiges wieder gut zu machen. Wir haben einiges an Wilhelm II. gut zu machen. Und dazu empfehle ich eine hervorragende, engagierte, in gewisser Weise sogar frische Web-Seite: Wilhelm II.

Friedrich Wilhelm Albert Viktor von Hohenzollern (1859-1941),

... in den 30 Jahren von 1888 bis 1918 als Wilhelm II. letzter Deutscher Kaiser und König von Preußen:
Er ist den heutigen jungen Deutschen – wenn überhaupt – meist nur als polternder Militarist, großspuriger Redner und hohlköpfiger Denkmalfetischist bekannt. Zudem habe er einen autoritären Untertanenstaat regiert, der für die heutige Zeit ohne Bedeutung sei, und Deutschland und die Welt leichtsinnig in den Ersten Weltkrieg hineingesteuert.

Kaum eine Persönlichkeit der neueren deutschen Geschichte ist so umstritten wie die
Wilhelms II. Der Schatten seiner zweifellos überragenden Gestalt reicht bis unsere Gegenwart hinein. Für viele weckt die Erinnerung an ihn und seine Epoche noch heute Ressentiments – dabei sollte mit zunehmendem zeitlichen Abstand ein vorurteilsfreies Bild des letzten Kaisers und der Ära, die wir mit seinem Namen verbinden, möglich sein.

Im Wilhelminismus ist das moderne Deutschland entstanden.Der letzte Hohenzoller auf dem Thron hat – in seiner, wie man leicht vergißt, immerhin 30 Jahre währenden Regierungszeit – erheblich an der Entstehung des modernen Deutschland mitgewirkt. Als Schlüsselfigur, die das Schicksal der Deutschen in hohem Maße mitbestimmt hat, verdient er auch heute noch unser brennendes Interesse. Bild und Wort dieser Website haben sich zum Ziel gesetzt, die zahllosen Fehl- und Vorurteile in neuem Licht zu betrachten und vor allem der jüngeren Generation ein lebendiges und sachliches Bild dieser Epoche zu zeichnen.

Freitag, 4. Dezember 2009

Paradoxon

Der Palast der Republik ist weg -

es lebe der Palast des Volkes!

In der Yahoo-Gruppe Monarchie der Zukunft durfte ich gestern den Bericht des Deutschland-Radio lesen, dass nun der Weg für den italienischen Architekten Franco Stella frei ist, das Berliner Stadtschloss (wieder) zu bauen – endlich. Über die Klagen und Gegenklagen, über „Erschleichung an Wettbewerbsteilnahme“ des einen oder anderen Architekturbüros soll hier gar nicht geredet werden, sondern über ein Symbol, welches Walter Ulbricht 1950 als „Symbol des Absolutismus“ sprengen ließ. Es ist ja vollkommen nachzuvollziehen, dass das Berliner (Stadt-)Schloss den Kommunisten ein Dorn im Auge war.

Das Berliner Schloss im Jahre 1939

Aber nicht minder nachzuvollziehen ist, dass die ehemalige Winterresidenz des Preußischen Kurfürsten-, dann Königs- und späteren Kaiserhauses dem einen oder anderen überzeugten Monarchisten auch ein Symbol ist, wobei der Begriff „Absolutismus“ für keinen von ihnen mit dem Hause Preußen in Verbindung zu bringen sei. „Wer sich objektiv mit der Geschichte des Kaiserreiches von 1871 bis 1918 beschäftigt hat“, so der Vorsitzende eines der monarchistischen Vereinigungen, die es in Deutschland gibt, „der wird feststellen, dass der Absolutismus im Preußischen Königs- und Deutschen Kaiserreich im Grunde genommen ein Fremdwort ist. Schon alleine das Stichwort ‘Otto von Bismarck’ reicht, um den größten Gegner von den für viele Länder Europas vorbildlichen sozialen und demokratischen Errungenschaften der Deutschen Monarchie zu überzeugen.“ Dem fügt ein engagierter, gerade erst 18 Jahre alt gewordener Nachwuchs-Monarchist hinzu: „Das ist auch unsere vornehmste, aber auch schwierigste Aufgabe, die Bevölkerung davon zu überzeugen, dass Monarchie – gerade in Deutschland – absolut kein Widerspruch zur Demokratie ist, ganz im Gegenteil. Warum hätte Kaiser Wilhelm II. „Dem Deutschen Volke“ sonst den Berliner Reichstag bauen lassen sollen?“ Zum Berliner Stadtschloss meint ein Dritter: „Es wird ja auch höchste Zeit, denn der Schlossbau soll ja im Jahre 2016 fertig gestellt sein. Übrigens las ich, daß weit über 5000 Quadratmeter Fläche in diesem Bau noch gar nicht „vermietet“ sind. Aber dafür sind von Bürgern unseres Staates über 80 Millionen Euro gespendet worden. Also liegt ein großes Interesse am Stadtschloss in Berlin vor.“ Wie diese zwei letztgenannten Jung-Monarchisten, so werden sich garantiert viele Monarchisten, wenn sie sich im Oktober 2010 zum 3. Wissenschaftlichen Monarchieforum in Berlin treffen, einen Blick auf die Baustelle werfen wollen.

Berliner Stadtschloss

Woher aber kommt dieses Interesse, das Berliner Schloss, das schon seit Mitte des 15. Jahrhundert an dieser Stelle stand und immer wieder um- und angebaut wurde, bis es schließlich seine Renaissancefassade erhielt, wieder aufzubauen? Außer der Fassade soll zwar nichts an die Zeit der Monarchie erinnern, und das Innere wird als hochmoderne Tagungs-, Bibliotheks- und Ausstellungsstätte, und vor allem Sitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, vermietet werden, dennoch ist die Symbolkraft außerordentlich.

Und genau hier bin ich an dem Punkt angelangt, wo Fragen in mir aufkommen.

Bund und Land Berlin haben 2007 beschlossen, dass das Berliner Schloss mit zumindest drei originalgetreuen Fassaden wieder auf gebaut werden soll. Die Kosten dafür werden auf über einer halben Milliarde Eure veranschlagt. Auch wenn nach dem Sturz der Monarchie vor 91 Jahren das Schloss, das als Museum erhalten blieb und im 2. Weltkrieg schwer beschädigt wurde, so war nicht daran zu denken, dass es vollkommen dem Erdboden gleichgemacht werden sollte. Einzig der eingangs schon erwähnte Walter Ulbricht begriff, dass dieses Symbol Fragen aufwirft, Fragen zur Monarchie und zur Geschichte. Diesen Fragen griff der damalige Generalsekretär des ZK der SED vorweg, indem er der Diskussion mit dem Begriff „Absolutismus“ ein Ende setzte. Bund und Land Berlin werden sich damit Abfinden müssen, dass mit der Entscheidung, zumindest die Fassaden des Schlosses wieder zu errichten, Fragen aufgeworfen werden – vielleicht und hoffentlich gerade von der Jugend. Denn DIE sind es, die in den Schulen beigebracht bekommen, dass die Monarchie ein dunkles Kapitel in der deutschen Geschichte ist, während die Republik die 60 Jahren unter Beweis stellt, dass ihre Regierungsform das non plus ultra ist.

Es ist doch ein Paradoxon, die Monarchie zu verteufeln und andererseits eines der wichtigsten Symbole dieser Regierungsform wieder aufzubauen. Was aber tun, wenn die Jugend, angeregt durch den Neubau des Berliner Stadtschlosses, dahinter kommt, dass man sie seit über 90 Jahren belogen hat? Fragen werden kommen – welche Antworten haben Sie?

HH

Dienstag, 1. Dezember 2009

Erklärung der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft



Beim vergangenen 2. Wissenschaftlichen Monarchieforum in der Residenzstadt Hechingen hatte die Deutsche Monarchistische Gesellschaft (DMG) eine Erklärung vor Vertretern der Presse veröffentlicht und Stellung duch Vertreter der Kaisertreuen Jugend (KJ) und des Bundes aufrechter Monarchisten (BaM) bezogen. Es ist mir eine große Ehre, die "Erklärung der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft zur Monarchie in Deutschland" hier zu veröffentlichen:



Erklärung der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft


Die Deutsche Monarchistische Gesellschaft, die im Verbund ist mit dem Bund aufrechter Monarchisten, der Kaisertreuen Jugend und der Pro Monarchie Stiftung (i.G.), erklärt, dass sie sich folgende Aufgaben und Ziele gesetzt hat:

Auf absehbare Zukunft soll, sofern es der Wille des Volkes ist, die parlamentarische Monarchie in Deutschland wieder eingeführt werden. Es versteht sich, dass damit das derzeitige Staatsoberhaupt der Bundesrepublik, der Bundespräsident, durch die Einsetzung eines Monarchen ersetzt werden soll.

Zur Erreichung dieses Zieles, der Umwandlung der Staatsform von der Republik zur Monarchie, ist unser fester Wille darauf gerichtet, die Bürger dieses Landes durch wissenschaftliche Foren, Vorträge und Publikationen von dem Irrglauben abzubringen, dass Monarchie ein Gegensatz zur Demokratie sei. Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist elementarer Bestandteil unseres Staates, dessen Bürger in kooperativem, friedlichem und freundschaftlichem Verhältnis mit ihren Nachbarn – die übrigens überwiegend in Monarchien leben - verbleiben wollen. Dass dies erreicht werden kann, erfordert von uns die unabdingbare Anerkennung aller völkerrechtlichen Beschlüsse und die Anerkennung der föderativen Verfassung des deutschen Staates.

Die Aufgaben des zukünftigen Monarchen werden in etwa mit denen des derzeitigen Bundespräsidenten übereinstimmen, also Repräsentation der Nation nach außen und vor allem nach innen. Der Monarch wird durch die Tatsache, dass er nicht gewählt wurde und von seiner Kindheit an mit der Aufgabe und Funktion seines hohen, überparteilichen Amtes vertraut gemacht wurde, eine starke Identifikation mit seinem Volk und umgekehrt erreichen. Dadurch wird gewährleistet sein, dass der Monarch durch sein Vorbild Werte und Ideale vermittelt.

Es ist unsere feste Überzeugung, dass dem deutschen Volke nur durch einen Monarchen als Identifikationsfigur an der Spitze eine Selbstbesinnung auf seine Herkunft, seine Wurzeln und seine christlichen Werte möglich sein wird. Das ist unsere Vision und darauf arbeiten wir hin.